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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 7. November 2019

Jetzt wo sich der Staub gelegt hat, wird es Zeit für meine ausführliche Kritik zur finalen Staffel von “Game of Thrones”, der TV-Adaption von George R.R. Martins Fantasy-Saga “Das Lied von Eis und Feuer”.

 

Das Kabinett des Dr. Parnassus

Von Johannes Michel. Publiziert am 24. Januar 2010

Nach seiner furiosen Darstellung des Jokers drehte der mit 28 Jahren verstorbene Heath Ledger einen weiteren Film vor seinem Tod. Drei weitere bekannte Schauspieler sprangen ein, um Ledgers Rolle zu vollenden. Marius Joa über Das Kabinett des Dr. Parnassus.

Das Kabinett des Dr. Parnassus (The Imaginarium Of Doctor Parnassus)
Fantasyfilm UK/Kanada/Frankreich 2009. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 122 Minuten. Deutscher Kinostart: 7. Januar 2010.
Mit: Heath Ledger, Christopher Plummer, Lily Cole, Verne Troyer, Andrew Garfield, Tom Waits, Johnny Depp, Colin Farrell, Jude Law u.v.a. Regie: Terry Gilliam.

Die surreale Wundertüte

Seit Jahren tourt der alte Dr. Parnassus (Christopher Plummer) mit seinem mäßig erfolgreichen Wandertheater durch die dunklen Gassen Londons. Begleitet wird er dabei von seiner knapp 16jährigen Tochter Valentina (Lily Cole), dem kleinwüchsigen Percy (Verne Troyer) und dem fleißigen Gelegenheitszauberer Anton (Andrew Garfield). Doch neben der abgehalfterten Truppe und dem alten Bühnenoutfit, befindet sich hinter einem Spiegel eine magische Welt, die die Phantasie eines jeden darstellt, der den Spiegel durchschreitet.

Was verheimlicht Tony?

Parnassus hütet ein schreckliches Geheimnis. Um Unsterblichkeit zu erlangen, hat er sich immer wieder auf Wetten mit dem Teufel, in Gestalt von Mr. Nick (Tom Waits), eingelassen. Als Preis für die Unsterblichkeit und Jugend fordert Mr. Nick die Seele von Valentina, sobald sie 16 Jahre alt wird. Nur noch wenige Tage vor Valentinas Geburtstag finden Parnassus und seine Wandertruppe den an der Blackfriars Bridge aufgehängten Tony (Heath Ledger). Wider erwarten lebt Tony noch und spuckt eine goldene Flöte aus. Aus Dank für die Rettung und weil er sich scheinbar nicht an seine Identität erinnern kann, bietet Tony seine Hilfe an. Schon bald taucht Mr. Nick wieder auf und klärt Parnassus darüber auf, wer Tony ist. Außerdem bietet der Teufel dem verzweifelten Parnassus eine neue Wette ein. Wer zuerst fünf Seelen gewinnen kann, dem gehört Valentina. Dank Tony gelingt es, die Show zu modernisieren und viele Zuschauerinnen anzulocken. Der Sieg gegen Mr. Nick scheint möglich…

Terry Gilliam, ehemaliges Mitglied der Komikertruppe Monty Pythons und Regisseur einflussreicher Filme wie Brazil, 12 Monkeys und Fear And Loathing In Las Vegas, liefert mit seinem neuesten Film Das Kabinett des Dr. Parnassus ein farbenprächtiges und surreales Kinoerlebnis ab, das aber auch leider etwas zu überladen wirkt. Außerdem vergeht einige Zeit, bis sich eine greifbare Handlung herauskristallisiert. Dies macht es dem Zuschauer nicht unbedingt einfach.

Heath Ledgers Tod im Januar 2008 und die Tatsache, dass seine Szenen nicht alle gedreht worden waren, führte dazu, dass Gilliam die Story etwas umschrieb und als Ersatzdarsteller Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell einsprangen, die alle Tony in den Phantasiewelten des Zauberspiegels verkörpern. Dies funktioniert auch wunderbar, ein echter Bruch ist kaum vorhanden. Nur Colin Farrells Anteil wirkt wenig überzeugend und unnötig. Die Aspekte von Tonys Charakter, die der Ire spielt, wurden bereits in Jude Laws Variante angedeutet und hätten von Letzterem auch problemlos dargestellt werden können.

Trotz der Schwächen ist Das Kabinett des Dr. Parnassus für alle Freunde des phantastischen Kinos sehenswert. Das liegt auch an den gut aufgelegten Darstellern, sei es Christopher Plummer (Alexander, Syriana, The New World) als von der Unsterblichkeit gezeichnete Dr. Parnassus, Verne Troyer (Austin Powers) als kleinwüchsiger Weggefährte oder Lily Cole als Parnassus’ hübsche Tochter. Positiv ist außerdem, dass die Rolle von Heath Ledger überraschend groß ausfällt und das, obwohl der Australier bis zu seinem Tod nur gut einen Monat Dreharbeiten hinter sich gebracht hatte. Obwohl die Präsentation insgesamt überladen und verwirrend wirkt, überzeugt der Film optisch, dank diverser CGI-Effekte, ausufernder Kulissen und viel Liebe zum Detail. Da wäre auch noch die leicht dosierte Prise Schwarzer Humor, etwa wenn Mr. Nick meint, dass er die ganzen satanischen Botschaften nicht verstehen würde.

Fazit: Das Kabinett des Dr. Parnassus ist nicht nur der letzte Film mit Heath Ledger, sondern auch ein bunter Ausflug in die surrealen Welten von Regisseur Terry Gilliams Wundertüte. Insgesamt aber etwas zu überladen. 6 von 10 Punkten.


Mr. Nick und Parnassus schließen eine neue Wette.

Valentina, die schöne Tochter.
Marius Joa, 24. Januar 2010. Bilder: Concorde.

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