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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Das Vermächtnis des geheimen Buches

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 31. Januar 2008

Mal wieder Lust auf Geschichte im Kino? Oder eher: auf etwas kuriose Deatils der Geschichte, verpackt in sehr viel Action? Seit einer Woche läuft Das Vermächtnis des geheimen Buches, der zweite Teil von Vermächtnis der Tempelritter, in unseren Kinos. Lena Stadelmann hat ihn sich angesehen und schreibt, mit welchen Erwartungen man in den Film gehen sollte.

Das Vermächtnis des geheimen Buches (National Treasure: Book of Secrets)
Abenteuer-Action, USA 2007. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 124 Minuten. Deutscher Kinostart: 24. Januar 2008.
Mit: Nicolas Cage, Diane Kruger, Justin Bartha, Jon Voight, Helen Mirren, Ed Harris u.a. Regie: Jon Turteltaub.

Business as usual

Mit dem Fund des Tempelritter-Schatzes gelang es Ben Gates (Nicolas Cage), den Namen seiner Familie zu rehabilitieren, die zuvor als Sippe fanatischer Schatzsucher zweifelhaften Ruhm erlangt hatte. Doch von dieser Rehabilitation bleibt nicht mehr viel übrig, als Mitch Wilkinson (Ed Harris) eine Seite des Tagebuchs von John Wilkes Booth, dem Mörder Abraham Lincolns, der Öffentlichkeit präsentiert, auf der steht, dass Gates’ Ur-Ur-Großvater Thomas Gates nicht nur am Attentat auf Lincoln beteiligt, sondern der planende Kopf gewesen sein soll.
Diesen Vorwurf will Gates, der genau diesen Ur-Ur-Großvater soeben als Helden des Bürgerkriegs vorgestellt hat, nicht auf sich (und seiner Familie) sitzen lassen, und versucht zu beweisen, dass Thomas Gates tatsächlich eine Fortsetzung des Sezessionskrieges verhindert hat, indem er die Tagebuchseite, die Teil einer Schatzkarte ist, verbrannt hat. Und da deshalb dieser mutmaßliche Schatz der einzige Beweis für die Unschuld seines Ur-Ur-Großvaters ist, begibt sich Ben mit seinem Freund Riley (Justin Bartha) und seiner Ex-Freundin und Ex-Gehilfin Abigail Chase (Diane Kruger) wieder auf die Suche, die mit einigen Überraschungen aufwartet…

Um es gleich vorneweg zu nehmen: wer bisher nicht viel mit Bruckheimer-Cage-Filmen (The Rock, Con Air) anfangen konnte, wird auch an diesem Film nicht viel Freude haben. Das Vermächtnis des Geheimen Buches ist eigentlich genauso wie der erste Teil: höchst unlogisch, absolut übertrieben – und sehr unterhaltsam! Wie ein moderner Indiana Jones wurstelt sich Ben Gates durch geheimnisvolle Hinweise, die mit mehr oder weniger wichtigen Ereignissen der amerikanischen Historie verbunden sind und schafft es nebenher unter anderem, in das Arbeitszimmer der Queen und das Oval Office zu kommen, sowie eine (nicht ganz freiwillige) Privataudienz beim Präsidenten der Vereinigten Staaten zu haben. Cage passt für diese Rolle voller Coolness und Abgeklärtheit wie die Faust aufs Auge – übrigens die erste Rolle, die er ein zweites Mal verkörpert hat. Doch auch die übrigen Schauspieler tragen dazu bei, dass der Film eine runde Sache wird, und Diane Kruger wird ist noch angenehmer anzusehen, wenn sie sich (wie diesmal) nicht selbst synchronisiert. Besonders hervorzuheben sind dennoch auch die „neuen“ Rollen, wie Ed Harris als Bösewicht und vor allem Helen Mirren als Bens Mutter, die äußerst amüsant mit Jon Voight interagiert.

Allerdings hat der Film auch einige Schwachstellen, und damit ist keinesfalls die Logik gemeint, die zwar nicht immer hieb- und stichfest ist, nach der aber auch bei einem solchen Film kein Hahn kräht. Unvermeidlich scheint jedoch bei Bruckheimer-Filmen der unverhohlene US-Patriotismus zu sein, der für Europäer (und vermutlich mittlerweile auch schon für die Amerikaner selbst) kaum noch zu ertragen ist. Um also jedes Ärgernis zu vermeiden, sollte man bei den betreffenden Stellen (immer wenn der Soundtrack leise und bedächtig wird und Ben Gates seinen bedeutsamen Blick aufsetzt) innerlich weghören, relevant für die Handlung sind sie ohnehin nicht. Ein weiterer Wehmutstropfen, den der Film mit vielen anderen, in denen eine Schatzsuche oder ein Rätsel allgemein im Mittelpunkt steht, gemein hat, sind unaufgelöste oder unzureichend aufgeschlüsselte Hinweise. Denn kaum etwas ist ärgerlicher für einen Zuschauer, als von den Drehbuchautoren auf halbem Wege stehen gelassen zu werden.
Trotz allem funktioniert der Film, ebenso wie Das Vermächtnis der Tempelritter auch schon funktioniert hat, und wer weiß, vielleicht lässt sich Cage dazu hinreißen, eine Rolle auch noch ein drittes Mal zu spielen – bei Johnny Depp hat es Jerry Bruckheimer schließlich auch geschafft.

Fazit: Unterhaltsames Popcorn-Kino mit kleinen Schwächen. 6 von 10 Punkten.


Der neue Bösewicht: Mitch Wilkinson (Ed Harris).

Diesmal muss Mutter Emily (Helen Mirren) mitsuchen…

… und selbst der Präsident (Bruce Greenwood) hilft mit.
Lena Stadelmann, 31.01.2008. Bilder: Buena Vista.

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