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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 20. Oktober 2018

Rudolph Moshammer (1940-2005) war nicht nur ein exzentrischer Modedesigner, sondern auch eine schillernde Figur der Münchner Schickeria. Der für seine diversen “Tatort”-Folgen bekannte Alexander Adolph inszenierte mit dem Fernsehfilm “Der große Rudolph” eine augenzwinkernde Hommage.

 

Hancock

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 24. Juli 2008

Dieses Jahr kommen einige Superheldenfilme ins Kino, die einen Comic als Vorlage haben. Nicht so Hancock: die Story wurde extra für das Medium Film entworfen – allerdings schon 1996. Seitdem geisterte das Drehbuch durch einige Produzenten- und Regisseurshände, bis es schließlich bei Sony und Regisseur Peter Berg landete und nun in den Kinos zu sehen ist.

Hancock
Action, USA 2008. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. 92 Minuten. Deutscher Kinostart: 3. Juli 2008.
Mit: Will Smith, Jason Bateman, Charlize Theron, Eddie Marsan, Jae Head u.a. Regie: Peter Berg.

Achtung, antiker Antiheld im Anmarsch!

Los Angeles hat endlich auch einen Superhelden! Doch John Hancock (Will Smith) ist nicht unbedingt so, wie man sich den idealen Retter vorstellt: er trinkt, er pöbelt jeden an und er richtet bei seinen Rettungstaten Schäden in Millionenhöhe an. Ganz L.A. hat es erkannt und sagt es Hancock auch ins Gesicht: er ist ein Arschloch. Doch als er eines Tages das Leben des PR-Beraters Ray Embrey (Jason Bateman) rettet, beschließt dieser, Hancock zu einem Imagewechsel zu verhelfen. Er lädt Hancock zum Essen mit seiner Frau Mary (Charlize Theron) und seinem Sohn Aaron (Jae Head) ein und entwickelt einen Plan: die Menschen in L.A., angefangen mit dem Polizeipräsidenten, müssen merken, wie sehr Hancock zur Bekämpfung des Verbrechens gebraucht wird. Also soll Hancock die Haftstrafen, die ihm sein Benehmen eingebracht hat, absitzen und darauf hoffen, dass ihn der Polizeipräsident vorzeitig begnadigt, wenn seine Hilfe benötigt wird. Und dieser Plan geht tatsächlich auf, als eine Bank überfallen wird und dabei Geiseln genommen werden. Doch schon bald muss sich Hancock nicht nur mit seinem Image und den Verbrechern herumschlagen, sondern auch mit seiner eigenen Vergangenheit…

Dass das Gegenteil von Gut nicht Böse, sondern gut gemeint ist, wissen wir dank Kurt Tucholsky schon länger, und in Hancock bestätigt sich dieser Eindruck einmal mehr. Die positive Absicht zuerst: die Drehbuchautoren Vincent Ngo und Vince Gilligan (Akte X – Jenseits der Wahrheit) bringen wirklich innovative Ansätze in das mittlerweile doch recht ausgelutschte Genre Superheldenfilm. Zum einen gibt es keinen richtigen Bösewicht oder Gegner für Hancock – sein größter Feind ist er selbst. Dass der Kampf Gut gegen Böse im Innenleben des Protagonisten vonstatten geht, ist zwar an sich nichts Neues, doch das klassische Helden-Genre bricht es dennoch auf und erweitert es um charakterliche Dimensionen. Zum anderen gibt es mit der antiken Verortung der wahrhaft göttlichen Kräfte Hancocks eine mythologische Komponente, die nicht dem ausgetretenen Pfad der schief gegangenen Experimente folgt, die sonst für die Superkräfte der Helden verantwortlich sind. Das große Problem ist allerdings, dass diese beiden Erzählstränge auf die denkbar unglücklichste Weise verknüpft werden, nämlich so, dass beide Spannungsbögen zerstört werden. Fängt der Film noch derbhumorig an und entwickelt dann (gemeinsam mit Hancock) etwas Tiefe, so wird sowohl die Entwicklung des Films als auch die Hancocks auf einem vorläufigen Höhepunkt rüde gestoppt und schlagartig setzt der zweite Erzählstrang ein, der dann viel zu hastig abgehandelt wird und in etwas zu viel Drama mündet. Auch die Kameraführung lässt, vor allem zu Beginn, sehr zu wünschen übrig. Die scheinbar extrem in Mode gekommene Handkamera lässt hier die Leinwand derartig wackeln, dass man meint, sich im selben Trunkenheitszustand wie Hancock zu befinden.

Doch es gibt auch Lichtblicke, in erster Linie die Schauspielriege: Will Smith ist nun einmal Will Smith, da weiß man, was man bekommt. Und wie der Film wohl ohne ihn ausgesehen hätte, mag man sich gar nicht vorstellen. Denn bei allen Argumenten, die man gegen Smith vorbringen kann – er verleiht jedem Film, in dem er die Hauptrolle spielt, ein eigenes Gesicht. Wie auch bei I am Legend dreht sich auch in Hancock der Film hauptsächlich um Smith, doch hier bekommt er preisgekrönte Hilfe. Auch wenn Oscargewinnerin Charlize Theron (Im Tal von Elah, Monster) hier nicht ihr ganzes Potential zeigen kann, ist ihre Darstellung durchaus solide – wenn man sie erst mal unter der Schicht Make-up erkannt hat. Auch wenn Jason Batemans (Juno, Operation: Kingdom) Rolle gegen Ende leider deutlich weniger Leinwandzeit bekommt als seine beiden Kollegen, zeigt er ebenso wie schon in Juno, zu welchen Leistungen er fähig ist.

Außerdem positiv hervorzuheben ist der Soundtrack von John Powell (Horton hört ein Hu, X-Men: Der letzte Widerstand), der sowohl die witzigen Szenen zu Beginn des Films als auch den epischen Schluss perfekt untermalt.

Fazit: Unterhaltsam, aber soviel Potential schlecht umgesetzt zu sehen, das schmerzt! 5 von 10 Punkten.


PR-Berater Ray (Jason Bateman) will Hancock (Will Smith) helfen, sein Image zu verbessern…

… was ihm auch ganz gut zu gelingen scheint.

Was hat Rays Frau Mary (Charlize Theron) für ein Geheimnis?

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Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie folgende Filme mochten…

Spiderman (3/10)
Spiderman 2 (6/10)
Spiderman 3 (6/10)
Superman Returns (6/10)

Lena Stadelmann, 24. Juli 2008. Bilder: Sony Pictures.

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