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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 9. Oktober 2019

Und weiter im Horroctober-Programm, erneut mit einem Film aus meinem physischen SuF. In “Therapie für einen Vampir” sucht ein Jahrhunderte alter Blutsauger Rat bei niemand Geringerem als Sigmund Freud, dem Urvater der Psychoanalyse.

 

Idiocracy

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 19. Februar 2007

Wie wäre es wohl, wenn die Zukunft der Welt nicht in wissenschaftlichem und technischem Fortschritt, sondern der Degeneration der Menschen liegt? Mike Judge, der Erfinder von “Beavis und Butt-Head”, hat mit “Idiocracy” mal eine ganz andere Zukunftsvision entworfen.

Komödie, USA 2006. FSK: ab 12. 84 Minuten.
Mit: Luke Wilson, Maya Rudolph, Dax Shepard, Terry Crews u.a. Regie: Mike Judge

Dumme neue Welt

Im Jahr 2005 startet das Pentagon ein streng geheimes Projekt, dessen Ziel es ist, die klügsten Köpfe der Welt bei Bedarf in eine Art Winterschlaf zu versetzen, um länger als die Dauer eines Menschenlebens von ihnen profitieren zu können. Doch natürlich braucht man vorher Versuchskaninchen, nicht hochbegabt sondern durchschnittlich in jeder Hinsicht, mit denen das Experiment ein Jahr lang getestet werden soll. Die Wahl fällt auf den Bibliothekar Joe Bauers (Luke Wilson) und, da das Projekt auch mit Frauen funktionieren soll, die Prostituierte Rita (Maya Rudolph). Dummerweise kommt es irgendwie dazu, dass die beiden erst 500 Jahre später wieder aufwachen, in einem mittlerweile so verblödeten Amerika, dass Joe der intelligenteste Mensch der Welt ist und deshalb Innenminister werden soll.

Joe Bauers (Luke Wilson) kann nicht fassen, wo er gelandet ist.

In Zeiten von Reality-Soaps und Talk-Shows, die ohne absehbares Ende aus den USA zu uns herüberschwappen oder schon direkt hier produziert werden, ist das Thema der Volksverdummung zwar aktuell, aber immer noch heikel, vor allem wenn es die Handlungsgrundlage einer Komödie wird. “Beavis und Butt-Head”-Erfinder Mike Judge nimmt in seinem Film “Idiocracy” trotzdem kein Blatt vor den Mund und multipliziert einige gegenwärtige Aspekte der (amerikanischen) Gesellschaft zu einem Zukunftsszenario, das in seiner Absurdität zwar einige Lacher hervorruft, aber doch irgendwo einen wahren Kern hat. So zum Beispiel die degenerierte Sprache, deren Grundlage zwar noch englisch ist, aber so sehr von Fäkalausdrücken und Ghetto-Slang geprägt, dass Joe aufgrund seines Englisch sofort als schwul bezeichnet wird. Irgendwie bekannt ist auch die beliebteste Show der Zukunft, „Ow! My Balls (Aua! Meine Eier!), die zeigt wie ein Mann mit gespreizten Beinen auf diverse Gegenstände fällt, oder der Auftritt des Präsidenten (im Sternenbanner-Anzug) im Parlament, der stark an Szenen aus US-Talkshows erinnert. Mike Judge legt seine Finger auf einige wunde Punkte, die man sich so oder so ähnlich in absehbarer Zukunft (leider) durchaus vorstellen kann, und in dieser Hinsicht kann man “Idiocracy” fast schon als Gesellschafts-Satire bezeichnen, doch dafür fehlt manchmal der Biss, der durch platte Komik ersetzt wird. Der Film ist in erster Linie einfach lustig, landet manchmal richtige Brüller und gleitet doch ab und zu auf “Dumm und dümmer”-Niveau – was ja auch irgendwie passt.

Fazit: Nette Komödie, die durchaus ihre Momente hat aber noch viel böser sein könnte. 6 von 10 Punkten.


Frito (Dax Shepard) soll Joe helfen, wieder ins Jahr 2005 zu kommen.

President Camacho (Terry Crews) mit seinem neuen Innenminister Joe Bauers.
Lena Stadelmann, 19. Februar 2007. Bilder: Fox.

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