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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2019

Für Genre-Streifen kennt man Jim Jarmusch so überhaupt nicht. Ein paar Jahre nach seinem Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) drehte der Indie-Kultregisseur aber eine Zombie-Komödie. In “The Dead Don’t Die” wird eine sehr überschaubare Kleinstadt urplötzlich von Untoten überfallen…

 

Lissi und der wilde Kaiser

Von Marius Joa. Publiziert am 29. Oktober 2007

Lissi!Franz! Nach langer Wartzeit beehrt uns Bully endlich mit dem Nachfolger von Der Schuh des Manitu und (T)Raumschiff Surprise – Periode 1, einer Adaption der Sketchreihe um Österreichs Märchenkaiserin Sissi, als Animationsfilm! Was daraus geworden ist, lesen Sie im Folgenden.

Lissi und der wilde Kaiser
Animationsfilm/Parodie Deutschland 2007. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. 85 Minuten.
Mit den Stimmen von: Michael „Bully“ Herbig, Christian Tramitz, Rick Kavanian, Waldemar Kobus, Lotte Ledl, Badesalz u.v.a. Regie: Michael „Bully“ Herbig.

Nette Gag-Revue

Das Leben von Österreichs traumhaftem Kaiserpaar, Lissi (Michael „Bully“ Herbig) und Franz (Christian Tramitz), auf Schloss Schöngrün könnte nicht besser sein. Doch beim wöchentlichen „Turteln“ wird die wunderschöne Kaiserin von einem Yeti (Waldemar Kobus) entführt. Der hat nämlich aus Angst vor der Hölle dem Teufel versprochen, ihm die schönste Frau der Welt zu bringen. Franz, der chronisch gestresste Feldmarschall (Rick Kavanian) und Franzls Mama (Lotte Ledl) machen sich auf die Suche nach Lissi und ihrem Kidnapper. Langsam freundet sich Lissi mit dem Yeti an, der gar nicht so böse ist, wie es scheint. Doch Gefahr droht in Gestalt der beiden Kammerjäger Ignaz und Schwaiger.

Nachdem Der Schuh des Manitu (2001) alle Rekorde an der deutschen Kinokasse brach, ließ Michael „Bully“ Herbig das Publikum abstimmen, welche Sketchreihe aus seiner Bullyparade denn nun als nächstes verfilmt werden sollte. Die Zuschauer entschieden sich für Unser (T)Raumschiff und so wurde die SF-Parodie (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 ein weiterer Erfolg. Da war es natürlich klar, das anschließend Sissi – Wechseljahre einer Kaiserin ins Kino gebracht werden sollte. Nach drei Jahren Wartezeit und einiger Verzögerung ist Lissi und der wilde Kaiser nun endlich da und kann die Erwartungen am Ende nicht ganz erfüllen.

Schon früh gab Bully bekannt, die Sissi-Parodie werde ein Animationsfilm sein, auch aus dem Grund, weil er Angst vor Kussszenen mit seinem Kollegen Christian Tramitz habe. Mit dem Genre Animation betraten Bully und sein kreatives Team Neuland. Der zeitaufwendige Animationsprozess sorgte schließlich dafür, dass der Film erst im Oktober und nicht wie ursprünglich geplant, im Sommer oder September, in die Kinos kam. Trotz eines für deutsche Verhältnisse stolzen Budgets von 12 Millionen Euro kann die Qualität der Animationen nicht mit amerikanischen Filme dieser Art mithalten, was aber zu erwarten war. Dass die Animationen nicht ganz einwandfrei sind, ist aber nicht das Hauptproblem des Films.

Der merkwürdige Charme der Sketchreihe geht auf der großen Leinwand leider etwas verloren. Es ist leider so, dass das Potential von Sissi-Gags in der kurzen Form des Sketches einfach besser zur Geltung kommt und weniger in die Dramaturgie eines Kinofilms passt. So werden vor allem in der ersten Hälfte des Films die Gags einfach, ohne große Story, aneinandergereiht. Anspielungen auf Filme wie Matrix, Fluch der Karibik, Moulin Rouge! oder King Kong dürfen natürlich auch nicht fehlen. Es handelt sich hier schließlich um eine Parodie. Und das eindeutig im Stile der Shrek-Trilogie. Der Humor wirkt an manchen Stellen auch sehr konstruiert.

Nächstes Problem: die Mimik der Figuren. Hat man mit der animierten Lissi Bullys Gesicht so gut wie möglich und im Einklang damit, dass es sich bei der Kaiserin um die schönste Frau der Welt handelt, getroffen, so leiden vor allem Franz und der Feldmarschall darunter, dass sie animiert sind und deshalb wenig Ausdruck haben.

Lissi und der wilde Kaiser ist ab 6 Jahren freigegeben und doch haben sicherlich einige Kinder Probleme, die unzähligen sexuellen Anspielungen zu verstehen. Insgesamt kann der Film aber, bei geringer Erwartungshaltung dennoch unterhalten. Einige Witze sind einfach herrlich komisch und trotz ausreichender Dramaturgie kommt in den kurzweiligen 80 Minuten kaum Langeweile auf. Spannend bleibt die Frage, welchem Filmprojekt Bully sich als nächstes zuwendet.

Fazit: Streckenweise witzige und unterhaltsame Animationsparodie, die aber meistens nur Gags aneinanderreiht und keine ausgereifte Story bietet. 5 von 10 Punkten.


Lissi und Franz.

Der Yeti.

Im Dauerstress: Der Feldmarschall.
Marius Joa, 29.10.2007. Bilder: Constantin/HerbX Film.

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(T)Raumschiff Surprise – Periode 1 (7/10)

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