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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Lucky Number Slevin

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 26. März 2008

Die Ocean’s-Filme haben gezeigt, dass ein Ensemble voller Topstars und ein intelligentes Drehbuch durchaus unter einen Hut zu bekommen sind. Doch trifft das auch auf Lucky Number Slevin zu? Immerhin versammelte Regisseur Paul McGuigan dafür Stars wie Morgan Freeman, Ben Kingsley und Bruce Willis – und doch kam der Film bei uns nicht in die Kinos, sondern nur als DVD. Lena Stadelmann hat ihn sich angesehen und schreibt, ob das Rückschlüsse auf die Qualität des Films zulässt.

Lucky Number Slevin
Thriller-Komödie, USA 2006. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. 109 Minuten.
Mit: Josh Hartnett, Bruce Willis, Lucy Liu, Morgan Freeman, Ben Kingsley, Stanley Tucci u.a. Regie: Paul McGuigan.

Schon mal was von einem Kansas City Shuffle gehört?

Slevin Kelevra (Josh Hartnett) scheint vom Pech verfolgt zu werden: erst verliert er seinen Job, dann erwischt er seine Freundin beim Seitensprung und als er sich davon bei seinem Freund Nick in New York ablenken will, wird er auf der Straße überfallen. In Nicks Wohnung lernt er dessen Nachbarin Lindsey (Lucy Liu) kennen und die beiden verstehen sich auf Anhieb gut. Doch Slevins Pechsträhne setzt sich fort: kurz nachdem Lindsey weg ist, kommen zwei Männer zu Slevin, die Nick zum Boss (Morgan Freeman) bringen sollen. Obwohl Slevin beteuert, nur in Nicks Wohnung aber eben nicht Nick zu sein, nehmen ihn die beiden mit. Vom Boss erfährt Slevin, dass Nick enorme Schulden bei ihm hat, die Slevin nun abarbeiten soll – indem er den Sohn des Rabbis ermordet. Doch auch beim Rabbi (Ben Kingsley), dem jahrzehntelangen Erzfeind des Boss, hat Nick Schulden und auch der will endlich Geld sehen. Und dann wären da noch der mysteriöse Killer Goodkat (Bruce Willis), der plötzlich in New York auftaucht und sowohl beim Boss als auch beim Rabbi aus und ein geht und Detective Brikowski (Stanley Tucci), der die rätselhaften Vorgänge im Auge zu behalten versucht…

Es kommt nicht sehr oft vor, dass ein Film so viele Topstars versammelt wie Lucky Number Slevin. Dass er trotzdem in Deutschland keinen Verleih gefunden hat und deshalb bei uns überhaupt nicht in die Kinos kam, ist eigentlich kaum zu glauben. Denn die Schauspieler liefern hier nicht nur ihren Namen ab, sondern durchweg Leistung auf höchstem Niveau. Dass die beiden Oscarpreisträger Freeman (Million Dollar Baby, Das Beste kommt zum Schluss) und Kingsley (Gandhi, Schindlers Liste) in ihren herrlich bösen Rollen überzeugen, überrascht kaum. Die Sympathieträger des Films sind aber Josh Hartnett (Pearl Harbor, The Black Dahlia) als schelmischer Besserwisser, der sein loses Mundwerk des Öfteren mit einer blutigen Nase bezahlt, und Lucy Liu (3 Engel für Charlie, Kill Bill), die hier unglaublich süß und charmant ist. Die beiden liefern sich nicht nur einen pointierten Schlagabtausch nach dem anderen, sondern lassen auch in der unvermeidlichen, scheinbar in diesen Film unpassenden und doch so schönen Liebesgeschichte die Funken sprühen.

Neben den tollen Dialogen bietet das Drehbuch eine Geschichte voller Wendungen und unvorhergesehen Entwicklungen, die sich nicht nur aber vor allem in den Figuren von Bruce Willis (Stirb Langsam 4.0, 16 Blocks) und Stanley Tucci (Der Teufel trägt Prada, Terminal) manifestieren. Allerdings fordert es vor allem zu Beginn die Geduld des Zuschauers, da vor die Story um Slevin drei kürzere Sequenzen gesetzt sind, die zunächst völlig zusammenhanglos im Raum stehen und den Eindruck vermitteln, man wäre schon mitten im Film und nicht an dessen Anfang. Ob und wie diese aufgelöst werden, soll hier nicht verraten werden, damit die Wendungen auch überraschend bleiben. Sobald die Story um Slevin allerdings beginnt, wird der Zuschauer in einen Strudel von sich überschlagenden, aber durchaus nachvollziehbaren Ereignissen gezogen, die den knapp zweistündigen Film zu kurzweiliger, komischer und spannender Unterhaltung machen. Jedes Detail scheint in diesem Film zu passen, von den Nebenfiguren (allen voran die zwei Untergebenen des Boss, Elvis und Sloe) bis zu den hypnotischen Tapeten, die in jedem Raum zu finden sind und dem Film ein zeitloses, leicht schräges Flair verleihen.

Fazit: Hoch unterhaltsamer und intelligenter Film mit tollen Schauspielern. 10 von 10 Punkten.


Lindsey (Lucy Liu) will Slevin (Josh Hartnett) aus dem Schlamassel helfen.

Erzfeinde: Der Rabbi (Ben Kingsley) und der Boss (Morgan Freeman).

Der Killer: Mr. Goodkat (Bruce Willis).

DVD-Features

Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bonusmaterial:

  • Making Of
  • Deleted Scenes
  • Alternatives Ende
  • Darstellerinfo
  • Audiokommentare von Regie und Darstellern
Lena Stadelmann, 26. März 2008. Bilder: Constantin.

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