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Von Marius Joa. Publiziert am 8. September 2019

Ed Wood (1924-1978) gilt gemeinhin als der schlechteste Regisseur aller Zeiten. Vor 60 Jahren erschien sein “Opus Magnum”: der Alien-Horror-Streifen “Plan 9 from Outer Space”…

 

Stellungswechsel

Von Johannes Michel. Publiziert am 15. Oktober 2007

Endlich wieder einmal eine deutsche Komödie, die es auch ins Kino schafft und nicht bei den Privatsendern im Abendprogramm laufen muss – denkt sich der Kinofan. Warum Stellungswechsel kein typischer Kinofilm ist und Sie eher auf die DVD warten sollten, schreibt Johannes Michel.

Stellungswechsel
Komödie, Deutschland 2007. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 90 Minuten.
Mit: Florian Lukas, Sebastian Bezzel, Gustav-Peter Wöhler, Kostja Ullmann, Herbert Knaup, Lisa Maria Potthoff, Diana Staehly, Stefan Merki, Adriana Altaras u.a. Regie: Maggie Peren.

Vom Manager zum Callboy

Ja, auch Lustiges kann der deutsche Film produzieren. Bevor Bully Herbig in Kürze den 2007er-Beweis antritt, hat Regisseurin Maggie Peren mit Stellungswechsel einen Angriff auf die Lachmuskeln der Deutschen gestartet.

Fünf Männer, ein Problem: Frank (Florian Lukas), Redakteur bei einer Frauenzeitschrift, sieht dem Ende seiner noch jungen Karriere entgegen. Als Mann hatte er ohnehin einen schweren Stand, nun wird auch noch seine Kolumne gestrichen – und er steht arbeitslos vor der Tür. Als wenn das noch nicht genug wäre, gesteht ihm seine Freundin auch noch einen Treuebruch. Ebenfalls vor dem finanziellen Ruin steht Olli (Gustav-Peter Wöhler), dessen Feinkostladen in keinster Weise die horrenden Kosten decken kann. Sein guter Freund, Polizist Gy (Sebastian Bezzel), ist genauso chronisch pleite und hat zudem ein Problem mit Frauen: Er kann sich eine langfristige Beziehung so gar nicht vorstellen. Also beschließen die drei, zusammen etwas Neues aufzubauen. Ein Begleitservice soll es werden. So machen sie sich auf die Suche nach weiteren Mitstreitern, und finden mit den Arbeitslosen Lasse (Kostja Ullmann) und Giselher (Herbert Knaup) begeisterte Interessenten. Einzig Giselher, der vor seiner Arbeitslosigkeit als Manager Geld und ordentliche Manieren gewohnt war, ist von der Idee, den Service in Richtung Callboy-Agentur auszubauen, nicht gerade begeistert …

Männer unter sich: Nach seinem Beziehungsende sucht Frank bei Gy Unterschlupf.

Regisseurin Maggie Perens erster abendfüllender Spielfilm (bisher tat sie sich unter anderem durch Drehbücher wie das von Napola hervor) arbeitet, und das sei vorausgeschickt, stark mit Klischees. Alle ihre Figuren lassen sich einer gesellschaftlichen Struktur oder einem gewissen Typus zuordnen. Für eine Komödie mag das durchaus in Ordnung sein, erleichtert es dem Zuschauer doch das Amüsement. Sollte Peren aber über „höherwertige“ Filme nachdenken, ist hier ein Umdenken dringend erforderlich.

Beispiel gefällig? Polizist Gy begrüßt seine neue Arbeitskollegin Daphne (Lisa Maria Potthoff) und fordert bei Beginn des Streifendienstes sofort das Steuer des Dienst-BMWs. Daphne, getreu des Mottos „Selbst ist die Frau“ verweigert dies aber und setzt sich hinters Lenkrad. Die Folge: Gy nörgelt so lange an Daphnes Fahrweise herum, bis sie schließlich einem Taxi im Kofferraum hängt. Es bleibt ein Schaden von 3.000 Euro, der den beiden Polizisten anteilig vom Gehalt abgezogen wird. Oder: Lasse macht den Jung-Macho, ist aber bei seinem ersten Auftrag dermaßen aufgeregt, dass er nach dem Klingeln an der Haustür seiner Kundin Motivationssprüche loslässt und die Geduld verliert, was Madame am anderen Ende der Sprechanlage natürlich mithört. Harte Möchtegern-Schale, extremst weicher Kern.

Aber genug von den Klischees. Die fünf männlichen Hauptdarsteller haben in keiner Sekunde ein Problem damit, den Zuschauer zu unterhalten. Insbesondere Herbert Knaup und der gern unterschätzte Gustav-Peter Wöhler zeigen Höchstleistungen. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Stellungswechsel kein Kinofilm im typischen Sinne sein kann. Er ist auf 90 Minuten beschränkt, um einmal gut ins Abendprogramm des ZDF zu passen. In 120 Minuten hätte er sich seinem Stoff deutlich besser nähern können. Dennoch: Er macht Spaß und sorgt für viele Lacher im Publikum.

Fazit: Gelungene deutsche Komödie, die aber eher für die DVD-Vermarktung oder das Fernsehen geeignet ist als für die große Leinwand. 7 von 10 Punkten.


Arbeit getan: Lasse ist mehr als erleichtert.

Kein Erfolg beim Arbeitsamt für den Ex-Manager Giselher.

Ollis Feinkostladen steckt in einer Krise.

Frank mit seiner Freundin (Diana Staehly). Noch weiß er nichts von ihrem Ausrutscher.
Johannes Michel, 15. Oktober 2007. Bilder: Fox.

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