A Samurai in Time

Durch einen Blitzschlag wird ein Samurai aus dem 19. Jahrhundert plötzlich in das frühe 21. Jahrhundert katapultiert und landet am Set einer Samurai-Historienserie, in der japanischen Komödie A Samurai in Time von Jun’ichi Yasuda, welche auf dem 52. Internationalen Filmwochenende Würzburg (29.01. bis 01.02.2026) gezeigt wurde.  

A Samurai in Time (Samurai Taimu Surippā)
Fantasykomödie Japan 2024. 131 Minuten. Kinostart: unbekannt.
Mit: Makiya Yamaguchi, Yuno Sakura, Yoshiharu Fukuda, Manku Kurenai, Rantaro Mine, Norimasa Fuke, Hajime Inoue u.v.a. Drehbuch und Regie: Jun’ichi Yasuda.



Per Blitzschlag in die Zukunft

Japan, um 1860. Kosaka Shinzaemon (Makiya Yamaguchi) ist ein Samurai, welcher für den Clan der Aizu kämpft. Als es eines Nachts zum Kampf mit einem Vertreter des Chōshū-Clans kommt wird Kosako vom Blitz getroffen und findet sich quasi am gleichen Ort wieder, nur eben etwa 140 Jahre später, im Jahr 2007, wo gerade eine neue Samurai-Historienserie gedreht wird. Nachdem ihm die junge Regieassistentin Yuko Yamamoto (Yuno Sakura) hilft, kommt der Samurai beim hiesigen Tempelwächter (Yoshiharu Fukuda) und dessen Ehefrau (Manku Kurenai) unter. Trotz einer gewissen Gewöhnungsphase an seine völlig neue Lebenssituation kommt Kosaka Shinzaemon schon nach kurzer Zeit zurecht und avanciert schnell zum gefragten Stuntman für historische TV-Produktionen, vor allem durch das Training des erfahrenen Schwertmeisters Sekimoto (Rantaro Mine), der in seiner langen Karriere schon viele Schauspieler unterwiesen hat…  

Japanisches Kino hat eine gewisse Tradition beim Internationalen Filmwochenende in Würzburg. Meist werden die Filme dann im für das Festival zur Spielstätte umfunktionierten Siebold-Museum gezeigt. So auch A Samurai in Time. Ursprünglich sollte die Komödie bereits im Vorjahr beim Filmwochenende laufen, doch das Nippon Connection Festival in Frankfurt am Main, das größte Filmfestival für Kino aus Japan, hatte sich für den Sommer 2025 bereits die Rechte an der Deutschlandpremiere gesichert, wo der Film auch den Nippon Cinema Award gewann.

Der Samurai wacht im 21. Jahrhundert auf

Für Regisseur Jun’ichi Yasuda war die Produktion ein derartiges Herzensprojekt, dass er nicht nur weite Teile des nicht gerade hohen Budget von umgerechnet ca. 150.000 € selbst zur Verfügung stellte. Außerdem zeichnete er nicht nur für Regie und Drehbuch, sondern auch für Produktion, Kamera, Schnitt und visuelle Effekte verantwortlich. Yuno Sakura, die im Film die Rolle der Regieassistentin spielt, übernahm diese Funktion auch in der Realität. Das finanzielle Risiko Yasudas hat sich ausgezahlt. Mit umgerechnet etwa 5,5 Millionen € spielte A Samurai in Time in Japan ein Vielfaches seiner Produktionskosten wieder ein. Und dass obwohl der lustige Streifen sich nicht unbedingt als herausragend präsentiert. Die Komödie mit Fantasy- und Historien-Elementen unterhält allerdings ganz prächtig.     

Als Hauptursache der zahlreichen humorvollen Szenen wirken natürlich die Umstellungsprobleme des titelgebenden Kämpfers, der unfreiwillig aus den 1860er in die 2000er Jahre teleportiert wird. Richtig gefährlich oder extrem problematisch gestalten sich solche Situationen allerdings nie. Alles wird immer irgendwie positiv aufgelöst, auch weil die Menschen in seinem Umfeld, vor allem die Regieassistentin und das Tempelwächter-Ehepaar sich rührend um ihn kümmern. Obwohl es sich bei der kleinen Produktion definitiv um eine Hommage an das japanische Genre Jidai-geki mit Schwerpunkt auf Filmen und Serien über das Zeitalter der Samurai bis ca. 1860 handelt, so wird hier die oft beschworene Sehnsucht nach den „guten alten Zeiten“ nicht thematisiert oder propagiert.         

Mit einer Laufzeit von etwas mehr als zwei Stunden ist A Samurai in Time definitiv ein wenig zu lang geraten. Die unspektakulär erzählte, aber nicht ganz ohne Überraschungen aufwartende Story und die durchgehend sympathischen Figuren machen diese Schwäche ganz gut weg. Und am Ende vermag so manche*r Zuschauer*in vielleicht ein verstärktes Interesse an Jidai-geki-Produktionen entwickeln.

Aktuell gibt es noch keinen deutschen (Heim-)Kino- oder Streamingstart für A Samurai in Time.

Fazit: Trotz der zu langen Laufzeit sympathische und kurzweilige Komödie über einen Samurai aus dem 19. Jahrhundert, der im Jahr 2007 landet.


Der Tempelwächter und seine Frau nehmen Kosaka Shinzaemon auf
Filmstar Kyoichiro Kazami



Marius Joa, 14. Februar 2026. Bilder: Mirai Eigasha.

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