Beim 52. Internationalen Filmwochenende Würzburg (29.01. bis 01.02.2026) wurden wie für das Festival üblich auch Genre-Filme gezeigt, wie der von seiner Prämisse eher ungewöhnliche Rache-Thriller Redux Redux von den McManus-Brüdern.
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Redux Redux
Science-Fiction-Thriller USA 2025. 107 Minuten. Kinostart: unbekannt.
Mit: Michaela McManus, Stella Marcus, Jeremy Holm, Jim Cummings, Debra Christofferson u.a. Drehbuch und Regie: Kevin McManus und Matthew McManus.

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Und täglich grüßt der Racheengel
Vor ein paar Jahren tötete der Serienkiller Neville (Jeremy Holm) die Teenager-Tochter von Irene (Michaela McManus). Seitdem reist die Frau durch Paralleluniversen, um den ungeschoren davon gekommenen Mörder selbst zu richten. Ihre Rache ist für Irene zum scheinbar einzigen Lebensinhalt geworden. Als sie Neville zum wiederholten Male in seinem Haus auflauert, trifft Irene auf die junge Mia (Stella Marcus). Diese Begegnung vermag Irenes blutige Routine möglicherweise zu durchbrechen…
Im Rahmen der sogenannten Nachtschiene laufen auf dem seit 1973 bestehenden Internationalen Filmwochenende in Würzburg jedes Jahr auch Horror-, Science-Fiction- oder Fantasy-Streifen. Ich selbst hatte mich für den in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 2026 gezeigten Rache-Thriller Redux Redux entschieden. Bei der amerikanischen Produktion handelt es sich quasi um ein Familienprojekt. Denn während die Brüder Kevin und Matthew McManus (American Vandal, Cobra Kai) für Regie, Drehbuch und Produktion verantwortlich zeichneten spielte ihre Schwester Michaela die zentrale Hauptrolle.

Redux Redux feiert seine Weltpremiere auf dem South By Southwest im März 2025 und wurde in Deutschland erstmals bei den Fantasy Filmfest Nights zwei Monate später gezeigt. Von der Prämisse her bewegt man sich hier irgendwo zwischen Zeitschleifen-Filmen wie Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) und dem Multiversen-Abenteuer Everything Everywhere All At Once (2022), nur eben in der Form eines finsteren Revenge-Thrillers. Vergeltung am Mörder ihrer Tochter ist für die Protagonistin zur Routine, um nicht zu sagen, zur Sisyphos-Arbeit geworden. Einen anderen Sinn im Leben scheint es für sie nicht mehr zu geben, auch wenn sie abseits ihrer Mission ab und zu versucht, zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen.
Durch die von Michaela McManus (Law & Order: Special Victims Unit) gespielte Hauptfigur fühlte ich mich etwas an die Terminator-Filmreihe mit seiner toughen Heldin Sarah Connor erinnert. Redux Redux kann mit seiner geradlinigen Geschichte durchaus überzeugen, auch weil die Funktionsweise der Reisen von einem zum nächsten Paralleluniversum nicht groß erklärt wird. Stattdessen wird man als Zuschauer*in direkt ins Geschehen geworfen.
Dass hier keine großen Action-Setpieces aufgeboten werden gereicht der Produktion jetzt nicht zum Nachteil. Die Auseinandersetzungen mit dem sadistischen Antagonisten gestalten sich recht brutal und kompromisslos. Der Film schafft es zwar, dass man mit Irene und ihrem unfreiwilligen Schützling Mia mitfiebert. Aber eine starke emotionale Verbindung wird nicht wirklich aufgebaut. Denn dazu fehlt es dem Rache-Reißer mit Scifi-Elementen dann doch etwas an Tiefe und Qualität. Die ungewöhnliche Ausgangssituation und die schnörkellos erzählte Handlung können diese Schwäche allerdings ganz ordentlich kompensieren.
Einen deutschen Starttermin hat Redux Redux bisher nicht. Vermutlich wird der von den McManus-Brüdern inszenierte Film hierzulande als Stream erscheinen.
Fazit: Geradliniger, etwas an der Oberfläche bleibender Scifi-Rache-Reißer zwischen Und täglich grüßt das Murmeltier und Terminator.
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Marius Joa, 8. Februar 2026. Bilder: Mothership Motion Pictures/Capelight.


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