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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Oscars 2011 – Öde Veranstaltung

Von Todd Hirn. Publiziert am 20. März 2011

Etwas überraschend gewann bei der 83. Verleihung der Oscars in Hollywood das Königsdrama The King’s Speech in den Königskategorien und nicht der Facebook-Film The Social Network. Todd Hirn hat sich die Award-Show angesehen und liefert, etwas verspätet, sein Resümee.

 

Oscars 2011
83. Verleihung der Academy Awards aus dem Kodak Theater in Hollywood. 191 Minuten. Moderation: James Franco und Anne Hathaway.

Seit etwa zehn Jahre verfolge ich nun jedes Jahr die Oscar-Verleihung. Die 83. wird auf jeden Fall in die Geschichte eingehen: als die langweiligste seit langem. Obwohl die Veranstalter und Produzenten sich seit Jahren erfolgreich bemühen, die endlosen Dankesreden der Gewinner einzudämmen und somit die Show möglichst kurz zu halten, so krankte die 83. Verleihung der Academy Awards an zwei Dingen: zwei leblosen Moderatoren und einem konzeptlosen Aufbau.

Schwach: James Franco und Anne Hathaway

Für die Verleihung 2010 wurde, vor allem um wieder mehr Zuschauer zu gewinnen, die Nominierungen in der Kategorie bester Film von fünf auf zehn erweitert. Dieser Kniff erwies sich als erfolgreich. Bei der 2011er Verleihung am 27. Februar 2011 erschreckte der völlig ideenlose Aufbau. Auf einer halbmondförmigen Leinwand wurde immer wieder auf frühere Gewinner hingewiesen, ohne dass jedoch eine konkretere inhaltliche Verknüpfung bestand.

Um mehr junge Zuschauer zu gewinnen, wurden die Schauspieler James Franco (nominiert für 127 Hours) und Anne Hathaway als Moderatoren engagiert, die sich beide als Totalausfall erwiesen. James Franco wirkte derart lustlos und müde, als habe er die Nächte zuvor durchgefeiert. Wenig mehr zu tun hatte seine Partnerin Anne Hathaway. Ihr Job bestand nur darin, die prominenten Gäste anzusagen, eine Tätigkeit, die ein Off-Sprecher sicherlich souveräner und ohne dauernd blöd zu grinsen geschafft hätte. Manche der präsentierenden Stars sahen sich mit bemüht wirkenden und peinlichen Texten konfrontiert, wie etwa Oscar-Preisträgerin Helen Mirren und der Komiker Russell Brand, deren gemeinsamer „Gag“ darin bestand, dass Mirren französisch sprach und Brand absichtlich falsch übersetzte. Den Glanz früherer Award-Shows versprühte der ehemalige Oscar-Moderator Billy Crystal, der bezeichnenderweise Szenenapplaus bekam.

The King’s Speech gewinnt als bester Film

Räumte David Finchers Film über die Entstehung von Facebook, The Social Network, über die gesamte Filmpreissaison gesehen die meisten Awards ab, so musste er sich in den Königskategorien bester Film und beste Regie dem Drama The King’s Speech (über den stotternden englischen König George VI. von England) geschlagen geben. Neben Film und Regie (für Tom Hooper, der bisher erst zwei Kinofilme drehte) gewann The King’s Speech noch für das beste Originaldrehbuch und Colin Firth als bester Hauptdarsteller. Auch bei den übrigen Schauspielerpreisen gab es keine Überraschungen. Natalie Portman wurde als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle als wahnhafte Ballerina in Black Swan ausgezeichnet. Die beiden Nebendarsteller-Oscars holten Christian Bale und Melissa Leo für das Boxer-Drama The Fighter.

The Social Network erhielt Oscars für das beste adaptierte Drehbuch, den besten Schnitt und die beste Filmmusik. Zum Abräumer in den technischen Kategorien avancierte Christopher Nolans Traumthriller Inception, der für Kamera, Ton, Tonschnitt und visuelle Effekte ausgezeichnet wurde. Mehrfach prämiert wurden auch Tim Burtons Fantasyfilm Alice im Wunderland (Ausstattung, Kostüme) und der Animationsfilm Toy Story 3 (bester Animationsfilm, bester Filmsong).

Fazit: Im Großen und Ganzen wurden 2011 eher publikumsträchtige Filme ausgezeichnet. Mit einem Totalausfall als Moderatoren-Duo und einem erschreckend ideenlosem Aufbau dürfte die Verleihung 2011 als die ödeste seit langem in die Geschichte eingehen. 3 von 10 Punkten.

 

 

 

Hier alle Gewinner im Überblick:

 

Bester Film
The King’s Speech – Iain Canning, Emile Sherman und Gareth Unwin

Beste Regie
Tom Hooper – The King’s Speech

Bester Hauptdarsteller:
Colin Firth – The King’s Speech

Beste Hauptdarstellerin
Natalie Portman – Black Swan

Bester Nebendarsteller
Christian Bale – The Fighter

Beste Nebendarstellerin
Melissa Leo – The Fighter

Bestes Originaldrehbuch
The King’s Speech – David Seidler

Bestes adaptiertes Drehbuch
The Social Network – Aaron Sorkin

Bester Animationsfilm
Toy Story 3 – Lee Unkrich

Bester fremdsprachiger Film
In einer besseren Welt (Dänemark) – Regie: Susanne Bier

Bester animierter Kurzfilm
The Lost Thing – Shaun Tan und Andrew Ruhemann

Bester Kurzfilm
God of Love – Luke Matheny

Beste Ausstattung
Alice im Wunderland
– Robert Stromberg und Karen O’Hara

Beste Kamera
Inception
– Wally Pfister

Bestes Kostümdesign
Alice im Wunderland – Colleen Atwood

Bester Dokumentarfilm
Inside Job – Charles H. Ferguson und Audrey Marrs

Bester Dokumentar-Kurzfilm
Strangers No More – Karen Goodman und Kirk Simon

Bester Schnitt
The Social Network – Kirk Baxter und Angus Wall

Bestes Make-Up
Wolfman – Rick Baker und Dave Elsey

Beste Filmmusik
The Social Network – Trent Reznor und Atticus Ross

Bester Filmsong
Toy Story 3 – Randy Newman (“We Belong Together”)

Bester Ton
Inception – Lora Hirschberg, Gary Rizzo und Ed Novick

Bester Tonschnitt
Inception – Richard King

Beste visuelle Effekte
Inception – Paul Franklin, Chris Corbould, Andrew Lockley und Peter Bebb

 

 

Todd Hirn, 20. März 2011. Bilder: AMPAS.

 

 

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