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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

The Orville: Staffel 2

Von Marius Joa. Publiziert am 22. September 2019

In Runde zwei nimmt die von Schauspieler/Autor/Regisseur Seth MacFarlane (Family Guy) ins Leben gerufene Scifi-Serie The Orville einen Kurswechsel in Richtung Ernsthaftigkeit vor. Ob das funktioniert?

The Orville: Staffel 2 (The Orville: Season 2)
Science-Fiction-Serie USA 2018/19. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 14 Folgen. Gesamtlänge: ca. 650 Minuten. TV-Erstausstrahlung. 17. Juni 2019.
Mit: Seth MacFarlane, Adrianne Palicki, Penny Johnson Jerald, Scott Grimes, Peter Macon, Jessica Szohr, J. Lee, Mark Jackson u.v.a. Idee: Seth MacFarlane.

 

Flug in seriösere Gefilde

Im 25. Jahrhundert erforscht die Orville, ein Raumschiff der viele Völker umfassenden Planetenunion, weiterhin die Galaxie und führt wichtige Missionen aus. Doch auch privat tut sich bei der Crew so Einiges. Commander Kelly Grayson (Adrianne Palicki), die Ex-Ehefrau von Captain Ed Mercer (Seth MacFarlane), beginnt eine Beziehung mit dem Lehrer Cassius (Chris Johnson). Es dauert nicht lange, bis auch Ed eine Romanze erlebt, die es allerdings in sich hat. Lieutenant Commander Bortus (Peter Macon) vom Planeten Moclus und sein Partner Klyden (Chad L. Coleman) haben unterdessen mit Eheproblemen zu kämpfen. Doch muss sich die Orville-Mannschaft, zu denen auch Dr. Claire Finn (Penny Johnson Jerald), Chefingenieur John LaMarr (J. Lee), Steuermann Gordon Malloy (Scott Grimes), die künstliche Lebensform Isaac (Mark Jackson) sowie die neue Sicherheitsoffizierin Talla Keyali vom Planeten Xelaya gehören, neuen Herausforderungen stellen: ein ungewöhnlicher Erstkontakt, die angespannte Lage mit dem kriegerisch-religiösen Volk der Krill und ein verheerendes Geheimnis…

 Die Neue: Talla Keyali

Während der ersten Staffel parodierte The Orville nicht nur den übermäßigen Perfektionismus vieler Figuren aus dem Star-Trek-Universum sondern verteilte auch Seitenhiebe auf eine amerika-zentrische Utopie sowie diverse popkulturelle Elemente und bereitete gleichzeitig aktuelle Themen wie Gender-Identität, die Macht (a)sozialer Netzwerke und Religion im Science-Fiction-Gewand auf. Daher boten die ersten 12 Episoden auch kein konstantes Gagfeuerwerk, wenngleich die Situation häufig humoristisch aufgelockert wurde, gelegentlich auch mit weniger niveauvollen Witzen. Doch anstelle in Season 2 einfach das gleiche Programm herunterzuspulen wird ein Kurswechsel vorgenommen. Vielmehr etabliert die Serie sukzessive einen ernsthafteren Grundtun. Diese neue Marschrichtung funktioniert über weite Strecken wirklich gut, vor allem weil sich die meisten Stories wenig vorhersehbar gestalten. Und Platz für den ein oder anderen überraschenden Scherz bleibt auch, meist im Zusammenhang mit “Unsitten” aus der Gegenwart.

Seth MacFarlane und seinem Autorenteam um die Star Trek-erfahrenen Brannon Braga, Andre Bormanis, David A. Goodman bzw. Joe Menosky wiederholen nicht einfach nur Motive und Tropen aus Gene Roddenberrys umfassenden Universum wie die Beziehung zwischen Mensch und künstlicher Lebensform, eine vergebliche Romanze mit einer virtuellen Figur sowie die gnadenlose Invasion einer technologisch weit überlegenen Spezies, sondern verpassen diesen Themen ein Update. Ein aberwitziges Zeitreise-Paradoxon darf zudem nicht fehlen. Ein Großteil der Hauptcharaktere entpuppt sich trotz Kompetenz und Erfahrung auch weiterhin als alberne, liebenswerte Trottel. In technischer Hinsicht gelungen war die Scifi-Show schon im ersten Jahr. Die ca. 70 Millionen Dollar Budget für Staffel 2 erlauben zudem ein paar epische Weltraumschlachten.

The Orville mag nicht ganz so aufwändig und effektvoll wie Star Trek: Discovery sein. Aber während sich die Trek-Prequel-Serie in der zweiten Runde fast ausschließlich um eine langweilige Protagonistin dreht und in mehrfacher Hinsicht gegenüber den unverbesserlichen Puristen unter den Fans einknickt, entwickelt sich The Orville im zweiten Jahr weiter. Von daher erscheint es mir mittlerweile einleuchtender, warum viele Trekkies Seth MacFarlanes Hommage der neuen Show aus dem Mega-Franchise vorziehen. Die zweite Orville-Staffel bietet zudem Gaststars aus ST-Serien und -Filmen: Robert Picardo und Tim Russ (Star Trek: Yoyager), Molly Hagan (Star Trek: Deep Space Nine), John Billingsley (Star Trek: Enterprise), Marina Sirtis (Star Trek: The Next Generation) und F. Murray Abraham (Star Trek: Der Aufstand).

Nach der deutschen Free-TV-Premiere auf Pro 7 vom 17. Juni bis 16. September 2019 ist die zweite Staffel von The Orville derzeit bei diversen Streaminganbietern wie Amazon, iTunes und Maxdome abrufbar. Eine Auswertung auf DVD und Blu-Ray steht aktuell noch aus. Bis zur dritten Staffel müssen sich die Zuschauer in den USA und hierzulande noch etwas gedulden. The Orville wechselt im dritten Jahr vom klassischen Network Fox zum Streamingdienst Hulu und wird nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2020 zurückkehren.

Fazit: Die Raumschiff-Saga von und mit Seth MacFarlane entwickelt sich in Staffel 2 weg von ihren humoristisch stark geprägten Anfängen hin zur weitgehend ernsthaften Science-Fiction. 8 von 10 Punkten.

Isaac und Claire
Steuermann Gordon
Krisensitzung der Unionsführung

Marius Joa, 22. September 2019. Bilder: Fox.

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