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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Aeneas – Held von Troja

Von Marius Joa. Publiziert am 1. September 2009

In Der Kampf um Troja konnte Aeneas mit seinem Sohn nach dem Fall Trojas aus der brennenden Stadt fliehen. In Aeneas – Held von Troja sucht er nun mit anderen Flüchtlingen aus der untergegangenen Stadt nach einer neuen Heimat. Marius Joa sah den Film im Kontext der Verfilmung klassischer Sagen.

Aeneas – Held von Troja
Alternativ: Aeneas – Held aus Troja (La leggenda di Enea)
Historienfilm Italien/Frankreich 1962. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 89 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Steve Reeves, Carla Marlier, Liana Orfei, Giacomo Rossi-Stuart, Gianni Garko, Mario Ferrari, Lulla Selli, Maurice Poli, Enzo Fiermonte, Robert Bettoni, Nerio Bernardi, Charles Band u.v.a. Regie: Giorgio Rivalta. Nach der Aeneis von Vergil.

Es konnte nur besser werden

Der italienische Sandalenfilm Der Kampf um Troja entpuppte sich trotz eines überzeugenden Steve Reeves in der Rolle des Aeneas als verfremdete und schwache Adaption der berühmten Sage. Das versöhnliche Ende machte natürlich den Weg für eine Fortsetzung frei. In dieser suchen die geflohenen Trojaner nach einer neuen Heimat in Italien. Ist der zweite Film denn nun besser als sein Vorgänger?

Durch die List mit dem hölzernen Pferd wurde die über zehn Jahre unbesiegbare Stadt Troja erobert und von den Griechen zerstört. Aus den brennenden Mauern konnte Aeneas (Steve Reeves) mit seinem Sohn und einigen Trojanern fliehen. Nach sieben Jahre entbehrungsreicher Irrfahrten haben sie nun in Latium eine neue Heimat gefunden. Latinus (Mario Ferrari), König von Latium, empfindet Sympathie für die Flüchtlinge und gewährt ihnen Asyl. Das erzürnt den machtgierigen Turnus (Gianni Garko), König der Rutuler. Dank einer Intrige gelingt es Turnus, die Bewohner Latiums und andere benachbarte Fürsten wie Kamilla (Liana Orfei), Königin der Volsker, gegen Aeneas und die Trojaner aufzustacheln. Ein aussichtsloser Kampf steht bevor, denn bisher steht nur Pallas (Robert Bettoni), Prinz der Arkadier, den Trojanern als Verbündeter zur Seite.

Aeneas in voller Rüstung.

Der schwache Sandalenfilm Der Kampf um Troja hatte wenigstens etwas Gutes: das versöhnliche Ende, in dem eine mögliche Fortsetzung der Geschichte des Helden Aeneas angedeutet wurde. Diese wurde dann auch gedreht und kam bereits im Jahr nach dem Vorgänger ins Kino. Insgesamt präsentiert sich der zweite Film werkgetreuer und vor allem inhaltlich besser als der erste. Allerdings herrscht auch bei Aeneas – Held von Troja weitgehend gepflegte Langeweile.

Die Drehbuchautoren entschieden sich dafür, nur einen Teil des vom römischen Dichter Vergil in Anlehnung an Homers Ilias und Odyssee geschriebenen Versepos Aeneis zu adaptieren. Und so dreht sich der Film nur um die letzten Kapitel des Stoffes, der Kampf der Trojaner um eine neue Heimat in Italien, die Basis auf dem Weg zur Gründung Roms. Der Plot ist insgesamt geradlinig und kann überzeugen. Die Inszenierung sorgt allerdings eher für leichtes Gähnen. Obwohl der Film nur knapp 90 Minuten dauert, wird das Ende nach gewisser Zeit herbeigesehnt. Da hilft auch kein sympathischer Steve Reeves als Aeneas, dessen Charakter gut ausgearbeitet wurde.

Wenig Nutzen bringt auch die, für das Genre fast schon bezeichnende, übertrieben laute und plumpe Filmmusik, die in manchen Szenen jegliche Stimmung zerstört, anstatt diese aufzubauen oder zu untermalen. Die Kampfszenen sind besser als im Vorgänger, aber dennoch immer noch nicht wirklich spannend. Immerhin wirken die Kämpfe diesmal nicht so zerschnitten und abgehackt. An einigen Stellen offenbart der Film dann aber doch wieder abrupte Schnitte, bei denen man sich fragt, ob Szenen geschnitten wurden oder das Filmmaterial für die DVD in keinem besseren Zustand vorlag.

Fazit: Ordentlicher Plot, langweilig inszeniert. 4 von 10 Punkten.


Kämpfe in Latium.

Kamilla, Königin der Volsker.

DVD-Features

Sprachen: Deutsch, Italienisch
Untertitel: keine

Bonusmaterial
Original Kinotrailer (Italienisch)
Fotogalerie

Aeneas – Held von Troja gibt es in verschiedenen DVD-Ausführungen: als Bestandteil der “Kino Kolossal”-Sammlung, gemeinsam mit Achilles – Der Zorn des Kriegers in der Box „Zwei Gegner, eine Schlacht: Troja“ oder als Einzel-DVD (siehe Bild oben). Bild und Ton sind meist annehmbar, aber an einigen Stellen zischt es gewaltig und Bildknistern bleibt auch nicht aus.

Marius Joa, 1. September 2009. Bilder: Black Hill/mc one.

Empfehlungen
Weitere Filme zum Krieg um Troja …

Der Kampf um Troja (2/10)
Achilles – Der Zorn des Kriegers (5/10)

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