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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 27. August 2018

Matt Groening ist zurück. Der Erfinder des Dauerbrenners “Die Simpsons” und der Scifi-Satire “Futurama” hat für Netflix eine neue Serie erschaffen. In “Disenchantment” begibt sich eine junge Prinzessin auf die Suche nach ihrem Platz im Leben. Elfen, Dämonen, Hexen und viel Alkohol pflastern ihren Weg…

 

Batman

Von Johannes Michel. Publiziert am 29. Juli 2008

Gerade jetzt ist das Lager der Batman-Fans tief gespalten. Anhänger der alten Reihe, bestehend aus vier Filmen, verteidigen sich gegen den neuen Batman. Kurz vor dem Deutschlandstart von Batman – The Dark Night haben wir die bisherigen Verfilmungen erneut gesehen.
1989 kam der erste Batman-Film in die Kinos. Tim Burton hatte mit Jack Nicholson und Michael Keaton zwei Schauspieler ersten Ranges vor der Kamera stehen. Ist ihm ein Meilenstein unter den Comic-Verfilmungen gelungen?

Batman
Comic-Action, USA 1989. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 121 Minuten. Deutscher Kinostart: 26. Oktober 1989.
Mit: Michael Keaton, Jack Nicholson, Kim Basinger, Robert Wuhl, Pat Hingle, Billy Dee Williams, Michael Gough, Jack Palance, Jerry Hall u.v.a. Regie: Tim Burton.

Starker Gegner vor mittelalterlicher Kulisse

Mit einem Budget von 35 Millionen Dollar drehte Tim Burton 1989 den ersten Batman-Film. Burton kritisierte im Nachhinein, ihm sei zu viel vorgeschrieben worden, er habe die Freiheiten eines Regisseurs nur beschränkt wahrnehmen können. Ist Batman daher kein typischer Burton-Film?

Gotham City ist verunsichert. Auf der einen Seite gibt es Gerüchte über eine lebensgroße Fledermaus, die Kriminelle verfolgt und in Gothams Unterwelt Unruhe stiftet. Auf der anderen Seite hat Grissom (Jack Palance) die Unterwelt fest im Griff. Einzig seine rechte Hand Jack Napier (Jack Nicholson), der sogar beste Beziehungen zur örtlichen Polizei hat, wird ihm zu mächtig. Als Batman (Michael Keaton) und Napier aufeinander treffen, fällt dieser in einen Bottich voller Chemikalien und verändert sich radikal: Ab sofort ist er der Joker – und er kennt nur ein Ziel: Die Vernichtung des anständigen Gotham und die völlige Kriminalisierung. Zwischen Batman und dem Joker entsteht ein erbitterter Kampf, da Joker die Fledermaus für seinen Unfall verantwortlich macht. Aber: die beiden verbindet auch noch ein Ereignis aus der Vergangenheit.

Batman und sein Widersacher, der Joker.

Nein, die soll kein direkter Vergleich zwischen einem alten und einem neuen Batman werden, keine direkte Gegenüberstellung von Batman und Batman Begins. Obwohl es sich im Endeffekt um ein und denselben Helden handelt, ist dieser doch in der Konzeption zu verschieden angelegt. Michael Keatons Batman ist ein gebrochener, teilweise sogar schizophrener Charakter, der den Tod seiner Eltern im Kindesalter nie verwunden hat und noch heute mit Problemen kämpft. Technisch mag er seinem Gegner überlegen sein, aufgrund seiner privaten Probleme braucht er aber äußerst lange, um mit ihm fertig zu werden.

Beeindruckend in Batman sind vor allem die Kulissen, hier größtenteils noch nicht computeranimiert. Zwar wirkt Gotham ein wenig sehr plastisch, genau dies unterstreicht aber den Charme des Films und passt hervorragend zu Tim Burton – denken wir doch an Sweeney Todd, einen seiner jüngsten Filme. Besonders die Chemiefabrik und auch die Kathedrale am Ende stechen besonders ins Auge und sind aus diesem Batman in keinster Weise wegzudenken.

Auch die grandios konzipierte Stadt Gotham ist dafür verantwortlich, dass eine äußerst dichte und zumeist beklemmende Atmosphäre entsteht, die jeden Zuschauer fesseln dürfte. Unterstützt wird dies durch den Soundtrack von Burton-Stammmitarbeiter Danny Elfman. Gerade auch die Eröffnungssequenz wird so manchem Zuschauer einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Die typischen 1980er-Songs von Prince leisten einen weiteren positiven Beitrag. Für die leicht gotisch angehauchte Ausstattung gab es übrigens 1990 einen Oscar.

Im Mittelpunkt stehen ganz klar die beiden Hauptdarsteller. Während Michael Keaton seinen Batman als ruhigen und reflektierten Mann anlegt, ist Jack Nicholson als Joker das krasse Gegenteil. Als Machtmensch durchschaut er das böse Spiel seines Chefs Grissom zwar zu spät, geizt aber nicht bei der Revanche. Auch wenn die Kritiker über den neuen Joker Heath Ledger in The Dark Night Lobeshymnen ausschütten: Jack Nicholson ist und bleibt DER Joker. Auch in den Nebenrollen leistet sich der Film keine Pannen, auch wenn Kim Basinger ein äußerst verwundbares Mädchen darstellt, das von Batman oder einem anderen in jeder erdenklichen Situation gerettet werden muss.

Nicht vollkommen überzeugend ist allerdings die Story, die doch recht dünn daher kommt. Gerade am Ende erscheint vieles doch als unrealistisch, Joker schaltet Batman beinahe mit leichtesten Mitteln aus. Auch werden gute Ansätze nicht weiter verfolgt, sondern schlicht und einfach links liegen gelassen. In Sachen Spannung und Action bestünde durchaus Verbesserungsbedarf.

Dennoch: Batman ist eine der gelungensten Comicverfilmungen überhaupt. Es macht einfach immer wieder Spaß, sich den Film anzuschauen und in Erinnerungen zu schwelgen. Aufgrund vieler typischer Elemente wie düsteren Locations, mittelalterlich wirkenden Kostümen und durchgedrehten Charakteren ist Batman ein wirklicher Tim-Burton-Film, allerdings mit leichten Abstrichen. Anders wurde dies erst in der Fortsetzung Batmans Rückkehr.

Fazit: Überzeugende und visionäre Comicverfilmung. Besonders hervorstechend: Michael Keaton als Batman und natürlich Jack Nicholson als Joker. 8 von 10 Punkten.


Hilflose Dame: Kim Basinger als Vicky Vale.

Die Schlussszene: Batman thront über Gotham City.

In Aktion: Batman rettet die Einwohner Gothams.
Johannes Michel, 29. Juli 2008. Bilder: Warner.

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