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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Frankensteins Fluch

Von Marius Joa. Publiziert am 13. Mai 2011

Von Ende der 1950er bis Mitte der 1970er dominierten die britischen Hammer Studios das klassische Horrorkino, auch in den USA. Die Erfolgsgeschichte begann 1957 mit Frankensteins Fluch, der eine ganze Reihe von Fortsetzungen nach sich zog und mit welchem auch die Karriere von Horrorlegende Christopher Lee ihren Anfang nahm.

 

Frankensteins Fluch (The Curse Of Frankenstein)
Horrorfilm UK 1957. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 80 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Peter Cushing, Robert Urquhart, Hazel Court, Christopher Lee, Valerie Gaunt u.v.a. Regie: Terence Fisher. Nach dem Roman Frankenstein von Mary W. Shelley.

 

Mit 15 Jahren wird Baron Victor Frankenstein zum Waisen. Von unbändigem Wissensdurst getrieben, den sein Dorflehrer in der Schweizer Provinz nicht stillen kann, engagiert Frankenstein den jungen Paul Kempe (Robert Urquhart) als Hauslehrer. Nach Jahren des gemeinsamen Lernens sind Paul und Victor (Peter Cushing) die besten Freunde geworden, beide davon angetrieben die Grenzen der Wissenschaft zu erweitern. Als es ihnen gelingt, einen toten Hund wieder zum Leben zu erwecken, möchte Paul ihre Erkenntnisse der Medizinischen Fakultät in einer Abhandlung präsentieren. Doch Victor, von übermäßigem Ehrgeiz gepackt, will weiter forschen und einen toten Menschen wieder zum Leben erwecken. Als Victors Cousine Elizabeth (Hazel Court) auftaucht, um ihn zu heiraten, versucht Paul sie von den grausigen Experimenten ihres Verlobten zu beschützen. Denn der Baron besorgt sich immer wieder Leichenteile, um den „perfekten“ Menschen zu erschaffen und schreckt bei seinem Vorhaben auch nicht vor Gewaltverbrechen zurück…

Victor und sein Freund Paul

Mit Frankenstein (1931) von Regisseur James Whale und mit Boris Karloff in der Rolle des Monsters wurde der gleichnamige Roman von Mary Wollstonecraft Shelley (1797-1851) erstmals erfolgreich verfilmt. Diverse Sequels folgten. Als die britischen Hammer Studios begannen, sich im Bereich des Horror-Kinos zu engagieren, entstand als erster Gruselfilm in Farbe eine Adaption des Stoffes. In Frankensteins Fluch (1957) erweckt Peter Cushing als Baron Frankenstein eine aus Leichenteilen zusammen geflickte Kreatur, gespielt von Christopher Lee, zum Leben. Für beide Darsteller, die im Laufe der Zeit zu Kultfiguren der Hammer-Filme werden sollten, war es die erste echte Zusammenarbeit. Beide hatten zwar jeweils eine Rolle in Laurence Oliviers Hamlet (1948) und Moulin Rouge (1952), aber bisher keine gemeinsamen Szenen.

Im Vergleich zur literarischen Vorlage und bisherigen Filmadaptionen konzentriert sich dieser Film auf die Figur des Victor Frankenstein und seinem „Schöpferdrang“. Die von ihm erschaffene Kreatur erscheint erst recht spät. Umso wirkungsvoller ist dadurch der Auftritt des Monsters, das sehr eindringlich von Christopher Lee gespielt wird, ohne jedoch zu übertreiben. Generell ist der Film sehr minimalistisch und bis auf die aufdringliche Filmmusik sehr effektiv inszeniert. Die Story ist auf die wenigen wichtigen Figuren zugeschnitten und verzichtet auf ausschweifende Nebenhandlung.

Doch leider hat die effektive Inszenierung auch zur Folge, dass die Darbietung trotz einer Laufzeit von nur 80 Minuten vergleichsweise langweilig und nur streckenweise halbwegs spannend ist. Auch wenn man Frankensteins Fluch mit keinem Horrorfilm heutiger Machart vergleichen sollte, so ermüdet die weitgehend oberflächliche Handlung recht schnell. Die Einbettung der Hauptgeschichte in die Rahmenhandlung, in der ein inhaftierter Frankenstein einem Priester seine Geschichte erzählt, lässt innerhalb der Realitätsebene des Films die Frage offen, ob alles wirklich so passiert ist oder der Protagonist einfach völlig geistesgestört ist.

Für Peter Cushing (1913-1994) und Christopher Lee (bald 89) war es nicht nur der Beginn einer großen Karriere in Hammer-Filmen, sondern auch einer wunderbaren langen Freundschaft, die erst mit Cushings Tod endete. Frankensteins Fluch zog vier Fortsetzungen nach sich, in denen Cushing den Baron Frankenstein spielte und der Darsteller des Monsters wechselte. 1970 folgte mit Frankensteins Schrecken ein Remake in Gestalt einer Semiparodie. Regisseur Terence Fisher (1904-1980) sollte bis in die 1970er noch unzählige weitere Hammer-Filme drehen.

Fazit: Einfach gestrickter, effektiv inszenierter Hammer-Horrorfilm mit Christopher Lee in seiner ersten Monsterrolle. Leider wenig spannend. 5 von 10 Punkten.

 

Aufgemalte Schweizer Berge

 

 

DVD-Features

Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch (alle Dolby Digital 1.0 Mono)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Dänisch, Französisch, Griechisch, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch

Bonusmaterial
Original-Trailer

Die Bild- und Tonqualität der DVD ist ordentlich, das Bonusmaterial leider sehr überschaubar.

 

 

 

Marius Joa, 13. Mai 2011. Bilder: Warner Home Video.

 

 

Empfehlungen
Weitere Verfilmungen des Frankenstein-Stoffes

 

Mary Shelley’s Frankenstein (6/10)
Van Helsing
(5/10)

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