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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 9. Oktober 2019

Und weiter im Horroctober-Programm, erneut mit einem Film aus meinem physischen SuF. In “Therapie für einen Vampir” sucht ein Jahrhunderte alter Blutsauger Rat bei niemand Geringerem als Sigmund Freud, dem Urvater der Psychoanalyse.

 

Henry VIII

Von Marius Joa. Publiziert am 26. September 2011

Leben und Herrschaft des berühmt-berüchtigten englischen Königs Heinrich VIII waren schon häufig Vorlage bzw. Inspiration für TV-Verfilmungen. Neben der bekannten Serie Die Tudors gibt es da unter anderem noch den TV-Zweiteiler Henry VIII, der nach sieben Jahren endlich auch in Deutschland auf DVD veröffentlich wurde.

 

Henry VIII
Zweiteiliges TV-Historiendrama UK 2003. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Gesamtlänge: ca. 194 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Ray Winstone, Helena Bonham Carter, Sean Bean, Emily Blunt, Charles Dance, Emilia Fox, Claire Holman, Michael Maloney, Assumpta Serna, Mark Strong, David Suchet, Danny Webb u.v.a. Regie: Pete Travis. Drehbuch: Peter Morgan.

 

 

Starke Besetzung

König Henry VII von England (Joss Ackland) liegt im Sterben. Am Totenbett gibt er seinem jungen Sohn Henry (Sid Mitchell) zu verstehen, dass es die wichtigste Aufgabe eines Königs ist, einen Sohn zu haben. Auf Geheiß seines Vaters heiratet Henry die Witwe seines Bruder, die spanische Prinzessin Katherine Of Aragon. 15 Jahre später ist die Ehe am Ende. Königin Katherine (Assumpta Serna) konnte ihrem Ehemann nur eine Tochter gebären, die anderen Kinder haben nicht überlebt. In der Hoffnung auf einen männlichen Thronerben beauftragt Henry (Ray Winstone) seinen ersten Minister, Kardinal Wolsey (David Suchet), mit der Annullierung der Ehe. Als die Verhandlungen scheitern, fasst Henry den Entschluss, sich von der Katholischen Kirche loszusagen und sich als Oberhaupt der Kirche von England einzusetzen, um die selbstbewusste Anne Boleyn (Helena Bonham Carter) zu ehelichen. Dadurch entzweit der Monarch sein Land.

Doch auch Anne bringt Henry keinen Sohn. Gerüchte über Untreue führen schließlich zur ihrer Verurteilung und Hinrichtung. Der König heiratet die sanfte Jane Seymour (Emilia Fox), die ihm den lang ersehnten männlichen Erben schenkt, aber kurz nach der Geburt stirbt. Der Tod seiner geliebten dritten Gemahlin hinterlässt Spuren bei Henry, er nimmt massiv an Gewicht zu und wird zunehmend kränklicher. Die von Staatssekretär Thomas Cromwell (Danny Webb) initiierte Heirat mit der deutschen Adeligen Anna von Kleve (Pia Girard) ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ehefrau Nummer fünf wird die blutjunge Catherine Howard (Emily Blunt). Doch am Ende seines Lebens ist es Catherine Parr (Claire Holman), die am Totenbett des schillernden Königs von England weint.

In Zusammenarbeiten mit anderen Sendeanstalten und Co-Financiers produzierte der britische TV-Kanal ITV die Miniserie Henry VIII über den vor allem wegen seiner sechs Ehefrauen bekannten englischen Monarchen Heinrich VIII. Regisseur Pete Travis (8 Blickwinkel) und seinem Team gelang es, eine nominell und qualitativ hochkarätige Besetzung zu gewinnen. Von vorne herein stand Ray Winstone (Die Legende von Beowulf) als Titeldarsteller fest. Das Drehbuch schrieb Peter Morgan (Die Queen), der wenige Jahre später auch das Skript zum Hollywoodfilm Die Schwester der Königin über die Boleyn-Schwestern verfassen sollte. Gedreht wurde in den Pinewood-Studios und an Orten Locations in England.

Obwohl das Budget des Zweiteilers mit geschätzten 6 Millionen britischen Pfund (umgerechnet etwa 7 Millionen Euro) nicht unbedingt sehr üppig war, wirkt er keinesfalls billig, nur eben nicht so aufwändig und großflächig wie eine Kinoproduktion oder die teure Historienserie Die Tudors. In seinem eher kleinen Rahmen – man verzichtete zudem fast völlig auf den Einsatz von visuellen Effekten aus dem PC – funktioniert der Film auch sehr gut.

Neben einem eindringlichen Ray Winstone, der Heinrich wesentlich akkurater spielt als Jonathan Rhys-Meyers, überzeugen vor allem einige der Darsteller mit kleineren Rollen oder gewichtigen Nebenparts. Helena Bonham Carter (Harry Potter, Teil 5 bis 7.2) interpretiert die Rolle der Anne Boleyn als gebildete, selbstbewusste Frau, die dem König auch die Stirn bieten kann. Sehr überzeugend ist auch die damals noch unbekannte Emily Blunt (Der Teufel trägt Prada) als junges Ding namens Catherine Howard. Sean Bean (Herr der Ringe, Game Of Thrones) spielt Robert Aske, den Anführer der „Pilgerreise der Gnade“, während David Suchet (bekannt als Hercule Poirot) im ersten Teil den einflussreichen Kardinal Wolsey verkörpert.

Sieht man mal von diversen historischen Freiheiten ab, die sich die Miniserie aus dramaturgischen Gründen nimmt, so fällt ein gravierender Nachteil relativ bald auf. Der Geschichte und den Figuren kann die TV-Produktion aufgrund ihrer vergleichsweise kurzen Laufzeit nicht gerecht werden. Da man aber dennoch möglichst viel Inhalt in den Zweiteiler packen wollte, wirkt die Handlung insgesamt zu überhastet und viele nicht unwichtige Charaktere kommen nicht über Statistenrollen hinaus, wie z.B. Anna von Kleve. Andere Figuren wie Thomas More und Charles Brandon fehlen völlig.

Zum Vergleich: die Zeit vom Scheitern der Ehe mit Katherine Of Aragon bis zum Ende von Anne Boleyn handelt die Miniserie in ca. 90 Minuten ab, während Die Tudors dafür zwei Staffeln und etwa das zehnfache an Laufzeit einräumt. Unglaubwürdig ist es zudem, dass ausgerechnet der Herzog von Norfolk (der Onkel Anne Boleyns) im zweiten Teil weiter als Intrigant sein Unwesen treiben kann, obwohl doch vielmehr sein Sohn diese Rolle ausgefüllt hat.

Fazit: Stark besetzte und überzeugend gespielte Miniserie über Henry Tudor, die aufgrund der Diskrepanz zwischen Inhalt und Länge überhastet wirkt. 7 von 10 Punkten.

Henry und Anne

 

 

 

DVD-Features

Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial
Trailershow

 

Marius Joa, 26. September 2011. Bilder: Ascot Elite.

 

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