Star Trek: The Next Generation – Staffel 2

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des “neuen” Raumschiffs Enterprise, das 1988 ins zweite seiner über sieben Jahre andauernden Mission startete. Energie!

Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert – Staffel 2
(Star Trek: The Next Generation – Season 2)
Science-Fiction-Serie USA 1988/89. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 22 Folgen. Gesamtlänge: ca. 16 Stunden und 40 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 13. April 1991.
Mit: Patrick Stewart, Jonathan Frakes, LeVar Burton, Michael Dorn, Marina Sirtis, Brent Spiner, Wil Wheaton, Diana Muldaur, Colm Meaney, u.v.a. Idee: Gene Roddenberry.

Das zweite Jahr mit einigen Unbekannten

Space: the final frontier. These are the voyages of the starship Enterprise. Its continuing mission: to explore strange new worlds. To seek out new life and new civilizations. To boldly go where no one has gone before!”

Im Jahre 2365. Auf der USS Enterprise D, unter dem Kommando von Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart), wurden einige personelle Umbesetzungen vorgenommen. Lieutenant Worf (Michael Dorn), einziger Klingone in der Sternenflotte, agiert nun als Sicherheitschef und taktischer Offizier während Lieutenant Geordi LaForge (LeVar Burton), der nur dank seines Visors sehen kann, zum Chefingenieur ernannt wurde. Dr. Beverly Crusher hat das Flagschiff der Föderation verlassen und leitet nun die medizinischer Abteilung der Sternenflotte. Ihr Sohn, Wesley Crusher (Wil Wheaton), soll seiner Mutter bald nachfolgen, liebäugelt aber mit seinem Verbleib auf der Enterprise. Neue leitende Ärztin an Bord ist die etwas eigenwillige Dr. Katherine Pulaski (Diana Muldaur), die es gleich mit einem kuriosen Fall zu tun bekommt. Deanna Troi (Marina Sirtis), Counselor des Schiffes, ist völlig überraschenderweise schwanger! Commander Riker (Jonathan Frakes), erster Offizier und Deannas früherer Partner, zeigt sich eifersüchtig. Weitere Abenteuer stehen der Besatzung noch bevor, etwa mit bisher unbekannten Spezies. Auch der Androide Data (Brent Spiner), steht vor neuen Herausforderungen…

Das zweite Jahr von Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (OT: Star Trek: The Next Generation) stand beileibe unter keinem guten Stern. Der Streik der Drehbuchautoren Hollywoods 1987/88 hatte schon dafür gesorgt, dass beim Finale von Staffel 1 eine Fanfiction mit in das Drehbuch eingearbeitet wurde. Der Arbeitskampf der Film- und Fernsehschreiberzunft verzögert zudem Produktion und Ausstrahlungsbeginn der zweiten Season, sorgte zudem für eine Kürzung der Episodenanzahl von 26 auf 22. In Ermangelung adäquater Storylines wurde für die erste Folge mit Das Kind (The Child) ein Skript der nicht produzierten Serie Star Trek: Phase II, aus welcher schließlich Star Trek – Der Film (mit der Originalcrew) entstand, verwendet und entsprechend umgeschrieben. Weil man das Budget anderweitig überzogen hatte musste man beim Staffelfinale Kraft der Träume (Shades of Grey) sparen und schickte den von einem mysteriösen Virus angesteckten Commander Riker auf eine Clipshow-Traumreise durch die bisherigen Missionen. Zu recht gilt diese Folge als die vermutlich schlechteste der ganzen Serie. Die Zeit zwischen den Dreharbeiten nutzte man immerhin zur Optimierung und Erweiterung der Sets.

Auch personell änderte sich manches. Je nach dem, wen man fragt, wurde Gates McFadden, die Darstellerin von Dr. Beverly Crusher, entweder von Showrunner Maurice Hurley gefeuert oder ihr Vertrag nach einem Jahr nicht verlängert. Für die Rolle der neuen Schiffsärztin Dr. Katherine Pulaski wurde Diana Muldaur gecastet, die 20 Jahre zuvor zwei Gastauftritte als unterschiedliche Figuren in der Originalserie absolviert hatte. Mehr Screentime erhielt Colm Meaney als Transporter Chief Miles O’Brien, in Season 1 noch ein namenloses Crewmitglied. Als besonderen Gaststar für sechs Episoden in dieser Staffel (und weitere in der Zukunft) fungierte Oscar-Gewinnerin Whoopi Goldberg (Die Farbe Lila) als Guinan, eine bisweilen geheimnisvolle, aber immer weise Barkeeperin von Zehn Vorne (Ten Forward), dem neuen Treffpunkt an Bord der Enterprise.

Sicherlich erreichte die zweite Staffel der zweiten Star Trek-Live-Action-Show noch nicht die Qualität, für welche sie in den folgenden Jahren bekannt und beliebt wurde. Doch gelang es dem wegen diverser Unstimmigkeiten personell stark wechselnden Autorenteam um Hurley einige richtungsweisende Elemente der Serienmythologie einzuführen oder zu etablieren. Im Zusammenhang mit einem weiteren Auftritt des allmächtigen Wesens Q (John de Lancie) trifft die Enterprise erstmals auf den mächtigsten Feind des ganzen Weltraums: die Borg, eine über ein Schwarmbewusstsein verbundene, kybernetische Rasse, deren alleiniges Ziel die Assimilierung aller Lebewesen in ihr Kolletiv ist. Ein Gegner, mit dem man nicht verhandeln kann und der sich meist auch nicht dauerhaft bekämpfen lässt. Auch Data, Androide und zweiter Offizier, bekommt Gelegenheit zur Weiterentwicklung, vor allem in Folge 9, Wem gehört Data? (The Measure of a Man), in welcher ihm die Deaktivierung droht und daher die Frage nach seiner Menschlichkeit bzw. Individualität vor einem Gericht verhandelt wird. Auf der BluRay zur Staffel gibt es zu dieser Episode eine um ca. 12 Minuten erweitere Fassung, bei Netflix ist leider nur die herkömmliche Version abrufbar.

Andere gelungene Geschichten drehen sich unter anderem um die Nachteile fortwährenden Klonens, die Kommandostruktur klingonischer Raumschiffe, einen stummen Friedensvermittler, ein Zeitreiseparadoxon und die männerjagende Mutter von Deanna Troi. Negativ fällt auf, das manche der Hauptcharaktere eher wenig zu tun bekommen. Und aus heutiger Sicht tat man sich bei TNG lange schwer, ordentliche und ausgewogene Storys für die weiblichen Figuren zu schreiben. Dank der hohen Produktionsstandards und der aufwändigen Neubearbeitung der Effekte für die HD-Fassung ist Staffel 2 aus heutiger Sicht (mit Ausnahme einigier Kostümdesigns) noch sehr gut anzusehen. Mit Staffel 3 sollte Gates McFadden (nach dem Abschied von Showrunner Maurice Hurley) als Dr. Crusher zurückkehren, neue Uniformen zum Einsatz kommen und die ganzheitliche Qualität zunehmen.

Die zweite Staffel von Star Trek: The Next Generation ist seit dem 20. Dezember 2012 in der HD-Fassung auf BluRay erhältlich sowie Teil des Angebots von Netflix.

Fazit: Trotz diverser Widrigkeiten insgesamt gelungene zweite Staffel mit wegweisenden Episoden. 8 von 10 Punkten.


Dr. Pulaski, die neue Schiffsärztin

Barkeeperin Guinan

Die übermächtigen Borg

Riker, ab sofort mit Bart
 

Im Hotel Royale

 

Marius Joa, 4. Juli 2021. Bilder: CBS/Paramount.

 

 

 

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