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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 27. August 2018

Matt Groening ist zurück. Der Erfinder des Dauerbrenners “Die Simpsons” und der Scifi-Satire “Futurama” hat für Netflix eine neue Serie erschaffen. In “Disenchantment” begibt sich eine junge Prinzessin auf die Suche nach ihrem Platz im Leben. Elfen, Dämonen, Hexen und viel Alkohol pflastern ihren Weg…

 

Man lebt nur zweimal

Von Marius Joa. Publiziert am 16. November 2006

Nachdem 1967 bereits eine 007-Parodie ins Kino kam, folgte im gleichen Jahr der fünfte, offizielle James-Bond-Film. Marius Joa über “Man lebt nur zweimal”.

(You Only Live Twice)
Agententhriller UK 1967. Regie: Lewis Gilbert. Nach Ian Fleming. 112 Minuten (PAL-DVD). FSK ab 12. Kinostart: 14. September 1967.
Mit Sean Connery, Akiko Wakabayashi, Mie Hama, Tetsuro Tamba, Teru Shimada, Karin Dor, Donald Pleasence, Charles Gray, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn u.v.a.

Nach einer heißen Nummer mit einer Chinesin wird James Bond, Agent ihrer Majestät, erschossen. Oder doch nicht? Jedenfalls begibt er sich kurze Zeit später quicklebendig auf Spurensuche im Falle der entführten Raumschiffe der USA und der Sowjetunion. Die beiden Supermächte verdächtigen sich gegenseitig. Um einen Atomkrieg zu vermeiden, hat Bond nicht viel Zeit. In Japan arbeitet er mit dem dortigen Geheimdienst zusammen und trifft auf einen alten Bekannten.

Im Land des Lächelns.

“Man lebt nur zweimal” war der letzte Roman, den Autor Ian Fleming vor seinem Tod am 12. August 1964 veröffentlichte. Das Drehbuch von Grusel-Schriftsteller Roald Dahl hatte allerdings mit der Vorlage nicht mehr so viel gemeinsam, was im weiteren Verlauf der Filmreihe gängig werden sollte. Im Vorfeld des Films wurden einige damals aufsehenerregende Fakten an die Öffentlichkeit. James Bond wird heiraten! James Bond wird Japaner! Und James Bond wird sterben! Das dies alles nicht unbedingt in der genannten Reihenfolge passieren muss, ahnten die Zuschauer vorher nicht. Auf jeden Fall war es Connerys fünfter und (wie sich erst später herausstellen sollte vorerst) letzter Bond-Film. Dass er und seine damalige Frau während der Dreharbeiten ständig von der Presse belagert wurden, nervte ihn gewaltig und so entfernten die Produzenten aus seinem Vertrag die Klausel, dass er noch einen weiteren Film machen müsse. Probleme gab es bei den Dreharbeiten auch so genug. Die japanischen Darsteller sprachen alle furchtbar schlecht Englisch und so mussten sie nachsynchronisiert werden. Einer der Kameraleute verlor beim Dreh der Luftsequenzen ein Bein. Erschreckt durch einen Schuss verschwand Blofelds Katze, bis sie nach Tagen erst wieder gefunden werden konnte. Dass in “Man lebt nur zweimal” zum ersten Mal in der Geschichte der 007-Filme das Gesicht des Superbösewichts Ernst Stavro Blofeld enthüllt wurde, erwies sich auch schwerer als vorgesehen. Der ursprünglich vorgesehene Darsteller Jan Werich sah durch seinen Bart zu lieb und laut Regisseur Lewis Gilbert mehr wie der Weihnachtsmann aus. Donald Pleasance sprang kurzfristig ein. Einer spontanen Idee der Make-Up-Abteilung verdanken wir sein extrem entstelltes Gesicht, das auf den Zuschauer wirklich sehr abstoßend wirkt. Mit Karin Dor war erstmals ein deutsches Bond-Girl mit von der Partie. Altmeister John Barry zeichnete sich erneut für den Score verantwortlich, den Titelsong sang Frank Sinatras Tochter Nancy.

Auf jeden Fall hat der Film alles, was ein echter Bond-Streifen braucht: exotische Schauplätze und leicht bekleidete Bond-Girls, coole Sprüche, einen gnadenlosen Bösewicht mit finsteren Plänen, hilfreiche Gadgets und rasante Actionszenen. Auch wenn Bond hier wieder einigen heißen Mädels an die Wäsche geht, so gilt seine besondere Zuneigung wohl „Little Nellie“, einem explosiv ausgestatteten Mini-Helikopter. Die Flug-Szenen gehören sicherlich zu den besten Action-Momenten der Filmreihe, genau wie der Kampf um den Krater. Dass Blofeld die beiden Supermächte USA und UdSSR gegeneinander ausspielen will, ist leider nicht mehr ganz neu. Donald Pleasance sieht zwar furchterregend aus, wirkt aber als Bösewicht nicht immer sehr eindrucksvoll. Die japanischen Darstellerin wie Mie Hama und Akiko Wakabayashi wirken fast austauschbar.

Fazit: Rasanter und actionreicher 007-Ausflug nach Japan. Trotz seines Alters gehört der Film immer noch zu den besseren der James-Bond-Reihe. 8/10.


Ernst Stavro Blofeld (Donald Pleasance).

DVD-Ausstattung:

Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch.

Bonusmaterial
Audiokommentar des Regisseur Lewis Gilbert
Kinotrailer und TV-Spots
Überblick über die James-Bond-Reihe

Die Ultimate Edition des Films ist nun erhältlich, auch in der Monsterbox mit den Filmen 1-20.

Marius Joa, 16. November 2006: Bilder: MGM/United Artists.

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