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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 22. September 2019

In Runde zwei nimmt die von Schauspieler/Autor/Regisseur Seth MacFarlane (“Family Guy”) ins Leben gerufene Scifi-Serie “The Orville” einen Kurswechsel in Richtung Ernsthaftigkeit vor. Ob das funktioniert?

 

Dame, König, As, Spion

Von Marius Joa. Publiziert am 6. Februar 2012

Die Romane des britischen Autors und Ex-Agenten John le Carré wurden schon mehrfach erfolgreich verfilmt. Der neueste Film dieser Art ist der prominent besetzte Spionagefilm Dame, König, As, Spion, mit Gary Oldman in der Hauptrolle.  

 

Dame, König, As, Spion (Tinker Tailor Soldier Spy)
Agententhriller UK/Frankreich/Deutschland 2011. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 127 Minuten. Kinostart: 2. Februar 2012.
Mit: Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, Mark Strong, Ciarán Hinds, Benedict Cumberbatch, Toby Jones, John Hurt, David Dencik u.a. Regie: Tomas Alfredson. Nach dem Roman von John le Carré.

 

Undurchdringbares Puzzle

1972. Nach einem missglückten Einsatz in Ungarn wird Control (John Hurt), Chef des britischen Geheimdienstes, in den unfreiwilligen Ruhestand geschickt und mit ihm sein wohl bester Mitarbeiter George Smiley (Gary Oldman). Smiley wird jedoch kurze Zeit später vom zuständigen Staatssekretär Lacon (Simon McBurney) „inoffiziell“ mit der Suche nach einem Maulwurf innerhalb des britischen Secret Service beauftragt. Dieser Maulwurf beliefert die Russen mit sensibelsten Geheimdienstinformationen. Mit Control-Nachfolger Sir Percy Alleline (Toby Jones), Bill Haydon (Colin Firth), Roy Bland (Ciarán Hinds) und dem aus Ungarn stammenden Toby Esterhase (David Dencik) stehen die vier ranghöchsten Agenten des britischen Geheimdienstes unter Verdacht, der gesuchte Verräter zu sein.

 Control und Smiley

Mit George Smiley erfand der britische Bestsellerautor und ehemalige Geheimagent John le Carré (geboren 1931) eine Figur, die in acht seiner Spionageromanen wie Der Spion, der aus der Kälte kam oder Dame, König, As, Spion auftritt. Letzteres Buch wurde bereits 1979 als britische Miniserie mit Sir Alec Guinness in der Hauptrolle verfilmt. Etwa dreißig Jahre später kam eine Kinofilmadaption ins Rollen. Regie führte der Schwede Tomas Alfredson (So finster die Nacht). Die Produktion ist mit Gary Oldman (The Dark Knight), Oscar-Preisträger Colin Firth (The King’s Speech), Ciarán Hinds (München), Mark Strong (Sherlock Holmes, 2009), Toby Jones (Captain America) sowie John Hurt (Alien, 1984) mit erfahrenen und renommiertesten britischen Schauspielern besetzt. Dazu kommen die beiden jüngeren Stars Benedict Cumberbatch (Titeldarsteller der Serie Sherlock) und Tom Hardy (Inception).

Neben der Star-Besetzung besticht Dame, König, As, Spion durch seine ruhige, fast hypnotische Inszenierung. Obwohl es sich um einen Spionagethriller handelt, hat der Film keine Action-Szenen oder Verfolgungsjagden nötig, weil sie einfach nicht nötig sind und der Authentizität im Weg stehen würden. Nicht umsonst spricht man vom Kalten Krieg,

Das Problem ist hier auch nicht die minimalistische Machart, sondern der Inhalt. George Smiley macht sich mit seinem Kollegen Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) auf die Suche nach dem Maulwurf. Die beiden gehen verschiedenen Spuren nach und am Ende wird dem Publikum der Schuldige präsentiert. Selbst wenn man der nicht linear ablaufenden Handlung höchst aufmerksam folgt, verliert man in diesem Geheimdienst-Labyrinth mit seinem umfangreichen Personalkarussell sehr leicht den Überblick. Am Ende versteht man dann nur noch Bahnhof. Lediglich Kenner des Romans werden hier vermutlich noch durchblicken.

Ein tieferes Verständnis der Figuren wird auch dadurch erschwert, dass die vier Verdächtigen Alleline, Haydon, Bland und Esterhase nur Gestalten ohne Hintergrund und Charakter sind. Die siebenteilige Miniserie von 1979 hatte sicherlich mehr Zeit zur Charakterentwicklung und verständlicheren Aufbereitung der komplexen Zusammenhänge.

Fazit: Stimmungsvoller, minimalistisch inszenierter Spionagefilm mit britischer Starbesetzung, der den Zuschauer inhaltlich aber völlig überfordert. 6 von 10 Punkten.

Die vier Verdächtigen

 

 

 

Marius Joa, 6. Februar 2012. Bilder: Studio Canal.

 

 

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