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Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Ich habe meinen Körper verloren

Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag Ich habe meinen Körper verloren eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

Ich habe meinen Körper verloren (J’ai perdu mon corps)
Animationsfilm Frankreich 2019. 81 Minuten. Start: 29. November 2019 (Netflix).
Originalsprecher: Hakim Faris (Naoufel), Victorie Du Bois (Gabrielle), Patrick d’Assumçao (Gigi), Bellamine Abdelmalek (Raouf), Alfonso Arfi (Naoufel als Kind), Hichem Mesbah (Vater), Myriam Lucif (Mutter) u.a. Regie: Jérémy Clapin. Drehbuch: Jérémy Clapin und Guillaume Laurant. Nach dem Roman Happy Hand von Guillaume Laurant.

 

Die Reise der Hand

Naoufel wuchs mit seinen Eltern, einem begabten Musikerpaar, in Nordafrika auf. Nach deren Tod lebt der junge Mann in Paris, verdient sich als Lieferjunge. Bei einem Job verliebt er sich in Gabrielle, die er nur von ihrer Stimme über eine Sprechanlage kennt. Naoufel macht sich auf die Suche nach der jungen Frau und beginnt eine Lehre als Schreiner bei ihrem Onkel Gigi. Bei einem Unfall verliert er eine Hand. Diese Hand erwacht zu eigenem Leben und versucht, wieder zu ihrem Besitzer zurückzukehren…

Bei all den hochkarätigen und interessanten Serien bei Netflix komme ich zu selten zur Sichtung der ebenfalls sehenswerten Filme des Streaminganbieters. Für Ich habe meinen Körper verloren habe ich mir dennoch Zeit genommen. Das Langfilmdebüt des Franzosen Jérémy Clapin gewann als erster Animationsfilm den Preis der Critic’s Week in Cannes sowie außerdem zwei Preise beim renommierten Animationsfilmfestival in Annecy. Nach diversen Festivalaufführungen kaufte sich die Firma mit dem roten N die Rechte und erlaubte so dem eigenwilligen Trickfilm von weit mehr Zuschauern gesehen zu werden als bei vereinzelten Vorführungen in ein paar Programmkinos.

Basierend auf dem Roman Happy Hand von Guillaume Laurant, der gemeinsam mit Clapin auch das Drehbuch schrieb, erzählt J’ai perdu mon corps (so der Originaltitel) die Abenteuer der ihren Körper suchenden Hand und parallel die Erinnerungen des jungen Naoufel. Geschickt enspinnt sich nach und nach eine leise Geschichte über die Unwägbarkeiten des Lebens. Während sich die Hand bei ihrer Odyssee allerlei gefährlichen Situationen (etwa mit diversen Tieren) ausgesetzt sieht so sucht Naoufel quasi seinen Platz im Leben. Durch seine Ausbildung zum Schreinergehilfen versucht der junge Mann ohne Familie die Gunst der Bibliotheksangestellten Gabrielle zu gewinnen. Doch leider bleibt der Film inhaltlich etwas unter seinen Möglichkeiten. Zu wenig ausgeleuchtet wirken die meisten Figuren, zu halbgar bleibt die Geschichte bis zum immerhin etwas überraschenden Ende. Dennoch ziehe ich ungewöhnliche Werke wie Ich habe meinen Körper verloren den allzu CGI-lastigen und harmlos-familientauglichen Animationsfilmen von Disney und Pixar vor. Clapins erstes abendfüllendes Leinwandwerk punktet mit einem einfachen Stil, der an minimalistisch moderne Zeichnungen diverser französischer Comics oder Graphic Novels erinnert. Durch die Erzählung aus der Sicht der Hand ergeben sich bisweilen auch untypische Perspektiven und Bildeinstellungen. Außerdem bewegen sich die gezeichneten Charaktere so realistisch als wären die Szenen mit echten Schauspielern gedreht und hinterher erst animiert worden.

Ich habe meinen Körper verloren ist seit dem 29. November 2019 bei Netflix abrufbar.

Fazit: Leiser, melancholischer Animationsfilm in minimalistisch schönen comicartigen Bildern, der inhaltlich etwas blass bleibt. 7 von 10 Punkten.

 

 

 

Marius Joa, 30. November 2019. Bilder: Netflix.

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Eine Antwort zu “Ich habe meinen Körper verloren”

Gnislew

Kurz dachte ich Dir geht es nicht gut, aber dann war es doch eine Review zu einem Film. Puh…

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