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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 25. August 2019

Ein Western-Star, dessen Stuntdouble, ein attraktives Starlet und eine unheimliche Hippie-Kommune. Dies sind die Hauptakteure in “Once Upon a Time in Hollywood”, dem neu(nt)en Film von Kultregisseur Quentin Tarantino…

 

Public Enemies

Von Johannes Michel. Publiziert am 25. August 2009

Nein, ein viel beschäftigter Regisseur ist Michael Mann nicht gerade. Public Enemies ist nach dreijähriger Regiepause entstanden. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an den Star-besetzten Thriller. Johannes Michel war im Kino.

Public Enemies
Gangsterthriller, USA 2009. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 140 Minuten. Deutscher Kinostart: 6. August 2009
Mit: Christian Bale, Johnny Depp, Channing Tatum, Leelee Sobieski, Billy Crudup, Giovanni Ribisi, Stephen Dorff, Marion Cotillard u.v.a. Regie: Michael Mann

Kein Meisterwerk

Nun gut, Manns letzte Regiearbeit Miami Vice machte zwar Spaß, war aber auch nicht der ultimative Knüller, den der Kinofan von Mann erwarten würde. Noch immer bleibt ein Erfolg sowohl an den Kinokassen als auch bei den Kritikern ala Collateral aus. Mann hat also das Potenzial, das muss er nicht mehr beweisen. Dennoch ist Public Enemies aber keinesfalls die Offenbarung, die alle erwartet haben.

Chicago zu Beginn der 1930er Jahre. Die Welt erstickt in einer Wirtschaftskrise und Bankräuber John Dillinger (Johnny Depp) nutzt dies aus, eine Bank nach der anderen auszurauben. An seiner Seite: Eine ganze Truppe von Gangstern, die es zusammen mit ihm immer wieder schaffen, jegliche Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Die Vorgehensweise bringt Dillinger und seiner Truppe Bewunderung bei der Bevölkerung ein, schließlich nehmen sie den Banken, die viele für die Krise verantwortlich machen, das Geld weg. Als Dillinger aber Billie Frechette (Marion Cotillard) kennen lernt, ist ihm die Liebe plötzlich wichtiger als das Geschäft. Dazu kommt, dass das „Bureau of Investigation“, aus dem später das FBI hervorgehen wird, Dillinger längst auf den Fersen ist. Die Sondereinheit leitet Melvin Purvis (Christian Bale), der den ganzen Tag nichts anderes tut, als Dillinger zu jagen. Und er kann erste Erfolge verzeichnen.

Melvin Purvis (Mitte) macht Jagd auf John Dillinger.

Ob American Gangster oder jetzt Public Enemies. Immer wieder greift der amerikanische Film die Lebensgeschichte von Verbrechern auf. Das Problem dabei: In den meisten Fällen fiebert der Kinobesucher auf ihrer Seite mit und wünscht der Polizei, dass sie den Verbrechern niemals fasst. Genauso ist es auch in Public Enemies. Dies liegt vor allem an der Rollenverteilung und der Leinwandzeit der Schauspieler Johnny Depp und Christian Bale. Während Ersterem eine Liebesgeschichte gestattet wird und viele Einblicke in sein Leben und Denken erfolgen, bleibt der andere blass. Den Schauspielern ist dies nicht anzulasten, vielmehr setzt der Film teilweise falsche Akzente.

Zwar nimmt sich Michael Mann viel Zeit für Erklärungen, noch mehr geht aber für Schlachten zwischen der Polizei und den Bankräubern drauf. Hier wäre durchaus Raum für Kürzungen gewesen. Die gewonnene Zeit hätte die Rolle von Melvin Purvis in ein besseres Licht rücken können. Christian Bale bleibt somit wenig Möglichkeit, sein schauspielerisches Können zu zeigen und so steht er weit abseits von Johnny Depp, der seine Rolle aber sehr oberflächlich anlegt. Diese Oberflächlichkeit ist eines der größten Probleme des Films. Auch die wackelige Kameraführung und Manns spezielle Filmtechnik sorgen für wenig Tiefgang. Apropos Wackelkamera: Manche Bilder passen eher zu einem Fernsehfilm als zur großen Leinwand.

Nun aber zum Positiven: Trotz einiger Schwächen gefällt Public Enemies allein durch Kulisse und Action. In einer Zeit ohne viel Technik und mit den typischen Vermittlungsstellen für Telefonate lässt sich viel spannenderes Kino installieren als wenn heutige technische Möglichkeiten zugrunde lägen. Michael Mann gelingt dies hervorragend. Einige Szenen wie Dillingers Eindringen in die Polizeizentrale sowie das Ende sind erstklassig inszeniert und allein schon für sich sehenswert. Der Schluss zeigt einen John Dillinger, der sich selbst überschätzt hat, der sich für unangreifbar hielt. Dabei hätte sein Leben ihn eines Besseren belehren müssen.

Fazit: Gelungener Gangsterfilm mit einigen Problemen, die der Zuschauer bei einem hochkarätigen Regisseur wie Michael Mann eigentlich nicht erwartet. 6 von 10 Punkten.


John Dillinger, wie er sich selbst gerne sieht.

Marion wird zu Johns großer Liebe.

Die Kulissen sind die Stärke des Films.
Johannes Michel, 25. August 2009. Bilder: Universal

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American Gangster (8/10)
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