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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Salt

Von Johannes Michel. Publiziert am 30. August 2010

Zwanzig Jahre nach dem endgültigen Ende des Kalten Krieges packt Hollywood mit Salt einen Agententhriller über Geheimdienste, Überläufer und das althergebrachte Misstrauen zwischen Russland und den USA aus. In der Hauptrolle: Angelina Jolie als CIA-Agentin Evelyn Salt. Johannes Michel hat sich den Film im Kino angeschaut.

Salt
Actionthriller, USA 2010. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 100 Minuten. Deutscher Kinostart: 19. August 2010
Mit: Angelina Jolie, Liev Schreiber, Chiwetel Ejiofor, Daniel Olbrychski, Andre Braugher, August Diehl, Daniel Pearce, Hunt Block u.a. Regie: Philip Noyce

Gelungener Thriller mit Übertreibungen

Die großen Kinoerfolge von Regisseur Philip Noyce liegen schon einige Jahre zurück. Dafür hat der Australier einige vorzuweisen – den meisten Kinofans dürften Kassenschlager aus den 1990er Jahren wie Die Stunde der Patrioten, Das Kartell, The Saint – Der Mann ohne Namen oder Der Knochenjäger (ebenfalls mit Angelina Jolie) noch bestens bekannt sein. Nun ist Noyce auf der großen Leinwand zurück und möchte zeigen, dass er nichts verlernt hat.

Evelyn Salt (Angelina Jolie) gilt als eine der besten Agentinnen der CIA. Besonders nach einer Gefangenschaft in Nordkorea gilt sie als loyal und patriotisch. Aus dem Nichts taucht ein angeblicher Überläufer auf und beschuldigt sie, eine russische Spionin zu sein. Salt erkennt die Gefahr und taucht ab. In der Folge muss sie sich vor den eigenen Leuten schützen und setzt dabei all ihre Fähigkeiten ein. Die Folge: Alles wird nur noch schlimmer. Denn: Angeblich soll Salt den russischen Präsidenten (Olek Krupa) ermorden, der gerade auf Staatsbesuch ist. Salts Kollegen, allen voran Ted Winter (Liev Schreiber), sind ratlos, glauben aber immer weniger an ihre Unschuld. Angeblich soll sie sogar zum Kern einer russischen Geheimoperation gehören, die von Vassily Orlov (Daniel Olbrychski) geleitet wird. Und dann verschwindet auch noch Salts Ehemann Mike Krause (August Diehl).

Evelyn Salt auf der Flucht vor den eigenen Leuten.

Der Atomkrieg zwischen Russland und den USA war schon seit vielen Jahren nicht mehr näher. Wer War Games – Kriegsspiele von 1983 kennt, kann in etwa ermessen, wie weit sich ein Film bis zum diesem Punkt hochschaukeln muss. Und das tut Salt ohne Frage. Nach furiosen Start, der Evelyn Salt im Nordirak zeigt und einigen ruhigen Minuten beim Verhör des angeblichen Überläufers, kehrt kaum noch Ruhe ein. Ohne Pause rauscht der Film auf das Finale zu, das dann, und da werden höchstens diejenigen widersprechen, die sich vorab informiert haben, völlig überraschend ausfällt.

Gut gelungen ist der Aufbau eines sowjetischen Geheimprojekts, das über viele Jahre Kinder darauf gedrillt haben soll, sich in den USA hochzuarbeiten und eines Tages aktiviert zu werden – aufgerüstetes Schläfertum sozusagen. Genau hier liegt der Reiz des Films, denn eine solche Konstruktion ist keineswegs dumm und hätte mit Sicherheit funktioniert. Ganz davon abgesehen, dass es solche Schläfer auch heute noch gibt und sie zu einem der effektivsten Mittel der Geheimdienste weltweit gehören.

Insgesamt ist Salt ungemein auf seine Hauptdarstellerin zugeschnitten. Kaum ein anderer weiblicher Hollywood-Star unserer Zeit wäre in einer vergleichbaren Rolle denkbar – Angelina Jolie ist die Optimalbesetzung. Neben ihr sticht noch Liev Schreiber als Kollege Ted Winter hervor, der auch nach ihrer Flucht nicht an ihre Schuld glauben möchte, intern aber einige Gegenspieler hat. Die Actionszenen allerdings bestreitet Angelina Jolie nahezu alleine und räumt gewaltig auf. Hier liegt auch der einzig große Kritikpunkt: Manchmal wäre etwas weniger deutlich mehr. Aber nicht die Action an sich ist zu kritisieren, sondern vielmehr, dass Evelyn Salt reihenweise ebenfalls gut ausgebildete Agents aus dem Weg räumt, über fahrende LKWs springt und selbst einen Autounfall nahezu unverletzt und mit perfekt sitzender Schminke übersteht. Das geht dann doch zu weit.

Fazit: Angelina Jolie wird mehr und mehr zur weiblichen Action-Stilikone – und Regisseur Philip Noyle hat sich zurückgemeldet. Die Story gefällt und wird gerade bei Verschwörungs-Freunden einige Anhänger finden. Dem gegenüber steht übertriebene und unrealistische Action. 8 von 10 Punkten.


Salts Kollegen sind fassungslos.

Salt als MacGyver: Auch aus einem Feuerlöscher und nem Rohr lässt sich was basteln.
Johannes Michel, 30. August 2010. Bilder: Sony Pictures.

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