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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2019

Für Genre-Streifen kennt man Jim Jarmusch so überhaupt nicht. Ein paar Jahre nach seinem Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) drehte der Indie-Kultregisseur aber eine Zombie-Komödie. In “The Dead Don’t Die” wird eine sehr überschaubare Kleinstadt urplötzlich von Untoten überfallen…

 

Thor

Von Marius Joa. Publiziert am 9. Mai 2011

Zur illustren Runde der Helden des neuen Marvel Kinouniversums stößt auch ein Gott aus der nordischen Mythologie hinzu, der jedoch noch eine Lektion in Demut zu absolvieren hat. Davon handelt Thor, inszeniert von Kenneth Branagh.

 

Thor
Comicverfilmung USA 2011. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 115 Minuten. Kinostart: 28. April 2011.
Mit: Chris Hemsworth, Natalie Portman, Tom Hiddleston, Anthony Hopkins, Stellan Skarsgård, Kat Dennings, Clark Gregg, Idris Elba, Colm Feore, Ray Stevenson, Jaimie Alexander, Rene Russo u.a. Regie: Kenneth Branagh. Drehbuch: Ashley Edward Miller, Zack Stentz und Don Payne. Nach den Comics von Stan Lee, Jack Kirby und Lary Lieber.

 

Jahrmarkt der Oberflächlichkeiten

Nachdem die gottgleichen Bewohner Asgards unter ihrem König Odin (Anthony Hopkins) vor vielen Jahrhunderten die Frostriesen besiegten, herrscht ein fragiler Waffenstillstand. Am Tag als Odins Sohn Thor (Chris Hemsworth) zum Thronfolger ausgerufen wird, lässt er sich von seinem listigen Bruder Loki (Tom Hiddleston) zu einem folgenreichen Kampf gegen die Frostriesen anstacheln. Zur Strafe für seine Dummheit und Überheblichkeit wird Thor von seinem Vater auf die Erde verbannt. Dort landet Thor direkt vor dem Auto der jungen Wissenschaftlerin Jane Foster (Natalie Portman). Als sein Hammer Mjölnir ebenfalls in New Mexico landet, kämpft sich Thor durch die Reihen der Agenten von S.H.I.E.L.D. unter Coulson (Clark Gregg) und muss erkennen, dass er etwas an seinem Leben ändern muss. Unterdessen schmiedet Loki in Asgard finstere Pläne.

Schwert im Stein ist out

Nach Iron Man, Der unglaubliche Hulk und Iron Man 2 nun also Thor. Diese Produktionen und der am 18. August startende Captain America: The First Avenger bereiten auf das große Finale vor: Avengers. Wobei weitere Streifen nicht ausgeschlossen sind. Das kurioseste am Thor-Film ist sicherlich die Besetzung des Regiestuhls mir Kenneth Branagh. Der 50jährige Brite ist eher als Darsteller/Regisseur von großen Shakespeare-Adaptionen bekannt. Mit Thor wagt er sich erstmals an eine Comicverfilmung und scheitert dabei auf technisch hohem Niveau.

Betrachtet man vor allem die Ambivalenz der Titelfigur aus den Iron Man-Filmen, so ist es wirklich erschreckend, wie lieblos und oberflächlich die Charaktere in Branaghs neuester Regiearbeit geraten sind. Die einzige halbwegs ausgearbeitete Figur ist der zwielichtige Loki, wirkungsvoll gespielt von Tom Hiddleston (Wallander). Die weiteren auftretenden Personen sind eindimensional oder haben zu wenig Zeit, um so etwas Ähnliches wie Tiefgang zu entwickeln. Das fängt beim Titelcharakter an. Chris Hemsworth ist als nordischer Hammergott zwar optisch annehmbar, aber wenig berauschend. Fast konstruiert wirkt die „Liebesgeschichte“ zwischen ihm und Jane Foster, die in gefühlten 1,5 Szenen abgehandelt wird.

Generell gestaltet sich das Drehbuch als erschreckend oberflächlich und flach. Einige potenzialträchtige Themen werden angerissen und wieder fallen gelassen. Lediglich die Intrigenspiele Lokis wirken einigermaßen durchdacht. Immerhin gelingt es Branagh und seinem Team mit einer kurzweiligen, streckenweise spannenden Inszenierung, den Film vor Langeweile zu bewahren, aber bewegend ist Thor in kaum einer Szene. Der pompösen Götterwelt Asgard wird der öde wüstenähnliche US-Bundesstaat New Mexico auf der Erde gegenüber gestellt. Die Effekte sind durchweg gelungen, die Nachbearbeitung in 3D liefert aber im Grunde keine dreidimensionalen Bilder, so dass der Zuschauer hier wieder übers Ohr gehauen wird. Im illustren Schauspieler-Ensemble tummeln sich unter anderem Stellan Skarsgård als Mentor von Jane, Anthony Hopkins als recht charismatischer aber unterforderter Odin, Rene Russo (Outbreak) als seine Gattin und Ray Stevenson (Rom) als rumpelnder Sidekick, der etwas an Obelix erinnert.

Damit trotz Inhaltsleere das Ziel namens Avengers nicht aus den Augen verloren wird, gibt es hier und da immer wieder Anspielungen auf die bisherigen Filme. Samuel L. Jackson hat in einer Szene nach dem Abspann einen Cameo als Nick Fury, Chef von S.H.I.E.L.D. Am Ende bleibt zu hoffen, dass der 2011 noch ausstehende Captain America nicht auch so vergleichsweise enttäuschend wird.

Fazit: Leider kann die kurzweilige Inszenierung nicht über fast nur oberflächliche Charaktere und eine völlige flache Story hinwegtrösten. Kenneth Branaghs Ausflug ins Comic-Kino ist leider enttäuschend. 5 von 10 Punkten.

 

Jane Foster möchte mehr über Thor wissen

Was führt Loki im Schilde?

 

 

Empfehlungen

Die bisherigen Filme aus dem neuen Marvel Kinouniversum

Iron Man (8/10)
Der unglaubliche Hulk
(7/10)
Iron Man 2
(8/10)

 

Marius Joa, 9. Mai 2011. Bilder: Paramount/Marvel Studios.

 

 

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Rubrik Kino

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