Black Bag (2025)

Ein Geheimdienstmitarbeiter bekommt eine Liste mit möglichen Verrätern aus den eigenen Reihen zugespielt, darunter auch seine eigene Ehefrau, im schick-lässigen Agenten-Streifen Black Bag von Regisseur Steven Soderbergh (Traffic, Ocean’s Eleven).

Black Bag – Doppeltes Spiel (Black Bag)
Agentenfilm USA 2025. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 94 Minuten. Kinostart: 15. Mai 2025.
Mit: Cate Blanchett, Michael Fassbender, Marisa Abela, Tom Burke, Naomie Harris, Regé-Jean Page, Pierce Brosnan u.a. Drehbuch: David Koepp. Regie: Steven Soderbergh.



Mixed bag

George Woodhouse (Michael Fassbender) und seine Ehefrau Kathryn St. Jean (Cate Blanchett) arbeiten beide für den britischen Geheimdienst. Von seinem direkten Vorgesetzten Phil Meacham (Gustaf Skarsgård) erhält George eine Liste mit fünf Personen, die verdächtigt werden, eine gefährliche Software namens Severus gestohlen zu haben. Zum Kreis der Verdächtigen zählt neben Clarissa (Maria Abela), Spezialistin für Satelliten-Überwachung, Therapeutin Zoe (Naomie Harris) sowie den Agenten Freddie (Tom Burke) und James (Regé-Jean Page) auch Kathryn. Um die Identität des Verräters herauszufinden, lädt George alle Kandidat*innen zu einem edlen Abendessen nach Hause ein. Ihm bleiben nur wenige Tage, bevor Severus möglicherweise in falsche Hände gerät, was verheerende Folgen nach sich ziehen könnte…

Steven Soderbergh (geboren 1963) ist vor allem für den Oscar-gekrönten Gangsterfilm Traffic – Macht des Kartells (2000), das Justizdrama Erin Brockovich (2000) und die Ocean’s Eleven-Filmreihe bekannt. Ich selbst hatte vom amerikanischen Filmemacher bisher nur Kafka (1991), in welchem der titelgebende Schriftsteller sich als Figur in seinen eigenen Geschichten wiederfindet (in Folge 7 unseres Podcasts besprochen), und den für wenig Geld mit einem Smartphone gedrehten Psychothriller Unsane (2018) gesehen. Black Bag weckte mein Interesse wegen der spannenden Prämisse und dem prominenten Hauptdarsteller-Duo Cate Blanchett (Herr der Ringe, Tár) und Michael Fassbender (X-Men-Filmreihe, The Killer).

Kathryn und George

Obwohl im Agentenfilm-Genre verortet, verzichtet der Film auf große Setpieces und Explosionen. Das Geschehen spielt sich fast nur in den Räumlichkeiten des Geheimdienstes oder im Haus der beiden Hauptfiguren ab. Der Schwerpunkt liegt hier vielmehr auf der „Ermittlungsarbeit“ im Innendienst. Wie in einem Whodunit à la Agatha Christie sammelt George Anhaltspunkte und Beweise, um am Ende zur Überführung der Person zu gelangen, welche für das Datenleck verantwortlich ist.

Das Drehbuch von David Koepp (Jurassic Park, Mission: Impossible) bezieht vor allem dadurch seine Spannung, dass alle fünf Verdächtigen als Täter*in in Frage kommen, auch Georges eigene Ehefrau, deren Arbeit ebenfalls strenger Geheimhaltung unterliegt (daher auch der Titel des Films) und daher undurchsichtig wirkt. Im Zentrum des Beziehungsgeflechts steht schlussendlich die Frage, wer hier wen und warum hinters Licht führt. Nicht nur die kurze Laufzeit von lediglich 90 Minuten und die über weite Strecken angenehm unreißerische Machart sprechen für Black Bag. Der geradlinige Agentenfilm punktet auch mit seiner schicken, stilvollen Optik mit dezentem Glamour und herrlich geschliffenen Dialogen.

Die große Auflösung am Schluss wirkt dann allerdings doch recht beliebig und wenig überzeugend. Das passt zwar irgendwie zur eher unterkühlten Atmosphäre, aber zumindest ich frage mich, ob die Story nicht andere, interessantere Pfade hätte einschlagen können. So bleibt am Ende der Eindruck von „style over substance“. Denn so schön die ganze Szenerie auch anzusehen sein mag, dahinter verbirgt sich leider wenig.     

Black Bag von Steven Soderbergh ist auf DVD und Bluray erhältlich, Teil des Angebots von Sky und WOW sowie als Stream mit Zusatzkosten bei diversen Anbietern erhältlich.

Fazit: Angenehm unspektakulär-ruhiger, stilsicher inszenierter Spionage-Streifen, inhaltlich allerdings etwas mau.

Meeting mit Direktor Stieglitz (Pierce Brosnan)
Auch Agenten erhalten Therapie



Marius Joa, 5. April 2026. Bilder: Universal.


Beitrag veröffentlicht

in

von

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner