In naher Zukunft wurde wegen großen Wirtschaftskrise ein neuer Lotto-Jackpot ins Leben gerufen. Wer den/die öffentlich bekanntgegebenen Gewinner*in vor Sonnenaufgang tötet darf das Geld für sich beanspruchen, in Paul Feigs rasanter Action-Comedy Ein Jackpot zum Sterben, mit Awkwafina und John Cena.
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Ein Jackpot zum Sterben (Jackpot!)
Actionkomödie USA 2024. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 106 Minuten. Starttermin: 15. August 2024.
Mit: Awkwafina, John Cena, Ayden Mayeri, Donald Elise Watkins, Simu Liu, Colson Baker u.a. Drehbuch: Rob Yescombe. Regie: Paul Feig.

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The Jackpot Purge oder
Awkwafina is Jackie Chan
In Zeiten einer sich immer weiter zuspitzenden Wirtschaftskrise haben die Behörden von Los Angeles 2026 die „Grand Lottery“ ins Leben gerufen. Nach öffentlicher Bekanntgabe muss der/die Gewinner*in bis Sonnenaufgang überleben, um das Geld zu beanspruchen. Wer die betreffende Person bis dahin töten kann erhält stattdessen den Jackpot und kommt ohne Mordanklage davon. Der Gebrauch von Schusswaffen ist allerdings verboten.
2030 kehrt die ehemalige Kinderdarstellerin Katie (Awkwafina) nach LA zurück, um sich wieder als Schauspielerin zu versuchen. Bei Shadi (Ayden Mayeri), einer weiteren Schauspielerin, hat sich Katie in einem komplett heruntergekommenen Zimmer eingemietet. Das erste Casting läuft gleich mal schief. Ohne es zu wissen hat Katie allerdings ein Lotterie-Los in der Tasche. Als sie es unfreiwillig aktiviert und wenig später als Gewinnerin ausgelost wird, beginnen die Leute im Umkreis Jagd auf sie zu machen. Katie sieht sich einer übermächtigen Horde gegenüber, die für den Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar zum Töten bereit sind. Glücklicherweise taucht der Personenschützer Noel (John Cena) auf. Für einen kleinen Anteil vom Lottogewinn will er Katie beschützen und dafür sorgen, dass sie den Tag überlebt, um die gigantische Geldsumme einstreichen zu können…

Nach den ganzen epischen und recht ernsten Odyssee-Adaptionen, die ich in den letzten Wochen gesehen und rezensiert hatte, stand mir ausnahmsweise mal der Sinn nach leichter Unterhaltung. Die Wahl fiel daher auf den seit knapp zwei Jahren bei Amazon Prime Video veröffentlichten Ein Jackpot zum Sterben von Regisseur Paul Feig (Brautalarm, Spy: Susan Cooper Undercover, Last Christmas [2019]). Und die Actionkomödie bietet ziemlich genau das, was ich erwartet hatte. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.
Dabei hätte man aus der Prämisse durchaus mehr machen können, ohne das Komödien-Potenzial zu gefährden. Zeitlich befristete, staatlich geduldete Anarchie kennt man ja vor allem aus der dystopischen Horroraction-Reihe The Purge (2013-2021), in welchem für einmalig 12 Stunden pro Jahr jegliche Kriminalität legal ist. Und im vorliegenden Film darf jeder ohne strafrechtliche Konsequenzen die Person, welche den Lotto-Jackpot gewonnen, verfolgen und töten, zumindest bis zum nächsten Sonnenuntergang. Mit 2026 (Einführung der „Jackpot-Purge“) und dem Handlungsjahr 2030 bewegt sich die Produktion von Amazon recht nah an unserer Gegenwart und vermeidet wirkliche Science-Fiction-Elemente.
Die seit Jahren von Krisen und fortschreitendem Raubtierkapitalismus beeinträchtige US-Wirtschaftslage hat hier (wie auch im echten Leben) zur Folge, dass die Masse der Bevölkerung nur schwer oder kaum noch über die Runden kommt. Doch Regisseur Feig und Drehbuchschreiber Rob Yescombe (Autor diverser Videospiele) bemühen sich nicht einmal um ein wenig Kapitalismuskritik. Sie nehmen diese nur als losen Aufhänger für allerlei einigermaßen brachiale, wenngleich durchaus kreative Action. Dass die Verfolger*innen der „glücklichen“ Gewinnerin Kimm immer mehr zu mordlustigen Bestien mutieren erinnert an das Zombiefilm-Genre.
Nicht nur die flotte Inszenierung mit allerlei turbulenten und stark choreographierten Kampfszenen kann über den kaum vorhandenen Plot, die beliebigen Wendungen sowie die völlig austauschbaren Nebenfiguren halbwegs hinwegtrösten. Auch die Chemie der gewohnt quirlig-quasseligen Awkwafina (Awkwafina is Nora from Queens, The Farewell) und des schlagkräftig-muskulösen Wrestlers John Cena (The Suicide Squad [2021], Fast & Furious 10) funktioniert prächtig, wobei Erstgenannte hier in den Fußspuren der unkaputtbaren Martial-Arts-Ikone Jackie Chan zu treten scheint. Dazu gibt es die ein oder andere Referenz, welche gleichsam wie ein paar Gags, nicht ganz ins Leere läuft. Und der ganze Streifen dauert immerhin (ohne den mit Outtakes ausgestatteten zehn Minuten langen Abspann) nur gut 90 Minuten.
Ein Jackpot zum Sterben ist seit 15. August 2024 Teil des Angebots von Amazon Prime Video.
Fazit: Oberflächlich-anspruchslose, rasant-unterhaltsame Hetzjagd mit dem gut aufgelegten Duo Awkwafina und John Cena.
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Marius Joa, 26. Juli 2026. Bilder: Amazon.


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