Stuart Fails to Save the Universe

Der erfolglose Comicladen-Besitzer Stuart bekommt von seinem Doppelgänger aus einem Paralleluniversum, den Auftrag, das sich im Ungleichgewicht befindende Multiversum zu retten, in der Scifi-Comedy Stuart Fails to Save the Universe, einem Spin-Off der Kultsitcom The Big Bang Theory. 

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Stuart Fails to Save the Universe
Science-Fiction-Comedyserie USA 2026. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 10 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 200 Minuten. Starttermin: 24. Juli 2026.
Mit: Kevin Sussman, Lauren Lapkus, Brian Posehn, John Ross Bowie u.a. Idee und Drehbuch: Chuck Lorre, Zak Penn, Bill Prady. Regie: Kyle Newachek, Jonathan Frakes, Robert Duncan McNeill.

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Spoiler: Leonard, Sheldon und Howard treten nicht auf

In einer apokalyptischen Welt, in der die Menschen sich im Krieg mit Rieseninsekten befinden, fristet Comicverkäufer Stuart Bloom (Kevin Sussman) sein gewohnt tristes Dasein. Da taucht plötzlich Stuarts Doppelgänger aus einem anderen Universum auf im Comicladen auf. Der andere Stuart erklärt, dass das Multiversum zu kollabieren drohe, weil die Physiker Leonard Hofstadter und Sheldon Cooper sowie der Ingenieur Howard Wolowitz am California Institute of Technology (Caltech) ein Quantenverschränkungsgerät mit verheerender Wirkung entwickelt haben. Nur Stuart könne die Existenz von allem Leben im ganzen Universum retten. Stuart willigt widerstrebend ein, den Auftrag seines anderen Ichs anzunehmen. Gemeinsam mit seiner Angebeteten Denise (Lauren Lapkus) und dem Geologen Bert Kibbler (Brian Posehn) macht er sich auf den Weg zum Caltech, wo sich unter anderem auch der nervig-unsympathische Physiker Barry Kripke (John Ross Bowie) aufhält, um die erwähnte Maschine zu finden. Für das zusammengewürfelte Quartett beginnt schon bald eine turbulente Reise durch zahlreiche Paralleluniversen…

The Big Bang Theory (2007-2019), die von Chuck Lorre (Two and a Half Men) und Bill Prady (The Muppets.) ins Leben gerufene Sitcom über eine Gruppe von Physiker-Nerds und ihr Umfeld, avancierte schnell zu einer der beliebtesten und erfolgreichsten Comedyserien der späten 2000er und 2010er Jahre. Noch vor dem Ende nach zwölf Staffeln und 279 Folgen gab es mit Young Sheldon (2017-2024), über Kindheit und Jugend des idiosynkratischen Sheldon Cooper, ein erstes Spin-Off. Daraus wiederum entstand Georgie & Mandy’s First Marriage, eine Show über Sheldons Bruder und dessen Ehefrau. Ende Juli feierte wiederum eine vierte Produktion des Franchises ihre Premiere, in welcher der erfolglose und dauerdeprimierte Comicladen-Besitzer Stuart Bloom nun nicht nur die Welt, sondern gleich das ganze Multiversum retten soll.

Ich habe The Big Bang Theory früher immer gerne gesehen und auch wenn ich finde, dass der Nerd-Sitcom so ab Staffel neun oder zehn etwas die Luft ausging und man sicherlich ein oder zwei Jahre früher hätte aufhören können, so blieb ich bis zum Ende dran. Einer der am häufigsten auftretenden Nebenfiguren (teilweise auch zum wachsenden Kreis der Hauptrollen befördert) war der von Kevin Sussman gespielte Comicverkäufer Stuart, in dessen Comicladen sich Leonard, Sheldon und Co regelmäßig aufhielten, um neues Material zu kaufen oder in nerdige Diskussionen über die unterschiedlichen Superhelden zu verfallen. In Stuart Fails to Save the Universe (kurz SFTSTU) steht der sympathische Loser nun selbst im Mittelpunkt, wobei man das für Comedyserien übliche Multikamera-Setting aufgibt.

Die Prämisse erlaubt es dem Serienschöpfer-/Autoren-Trio Chuck Lorre, Zak Penn (X-Men 2) und Bill Prady unterschiedliche Szenarien durchzuspielen und den Zuschauer*innen abgedrehte, alternative Welten zu präsentieren. In den Superhelden-Comics der beiden großen Verlage DC und Marvel sowie deren Verfilmungen (siehe z.B. Doctor Strange in the Multiverse of Madness) wurden die Möglichkeiten eines Multiversen mit zahllosen parallel existierenden Realitäten ja schon öfter behandelt. Zur Meisterschaft gebracht wurde diese Form der Erzählung im umjubelten Oscar-Gewinner Everything Everywhere All At Once (2022).   

Auf ihrer Odyssee erleben der titelgebende Antiheld und seine Mitreisenden ganz unterschiedliche Realitäten: eine Welt, in welcher die Menschheit von einer übermächtigen KI kontrolliert wird, eine andere, in welcher es Magie wirklich gibt und Wissenschaft verboten ist sowie eine, in welcher die Menschen vegetarische Wiederkäuer sind, und weitere. Potenzial war jedenfalls vorhanden, nur leider macht SFTSTU zu wenig daraus.

Das liegt zum einen an der fehlenden Zeit. Die Episoden dauern zum Teil nur etwa eine Viertelstunde, innerhalb dieser Laufzeit bleibt wenig Raum, die Szenarios der unterschiedlichen Parallelwelten gut zu entwickeln. Das war nach meinem Befinden auch das Hauptproblem in den letzten Jahren von The Big Bang Theory, wo die teils horrenden Gagen der Hauptdarsteller*innen mehr Einnahmen durch längere Werbepausen erforderten.

Zum anderen wird der Humor der Mutterserie auf das neue Setting übertragen, was zwar die Fans abzuholen vermag, aber die Möglichkeiten eines wirklich kreativen und entfesselten Multiversums-Abenteuer dann doch etwas limitiert. Insgesamt präsentiert sich SFTSTU aber durchaus solide und kurzweilig-unterhaltsam, auch weil das Spiel mit den Realitätsebenen immerhin streckenweise sein humoristisches Potenzial nutzen kann.     Ein Wiedersehen mit Johnny Galecki als Leonard, Jim Parsons als Sheldon und Simon Helberg als Howard (die Überschrift verrät es bereits) gibt es in den ersten zehn Episoden erst einmal nicht, obgleich Kaley Cuoco als Penny, Kunal Nayyar als Raj, Mayim Bialik als Amy und andere hier Gastauftritte als alternative Versionen ihrer bekannten Charaktere absolvieren.  

Die komplette erste Staffel von Stuart Fails to Save the Universe ist seit dem 24. September 2026 Teil des Angebots von HBO Max. Eine zweite Staffel wurde bereits in Auftrag gegeben.

Fazit: Chuck, Zak, Bill & Co schaffen es leider nicht, mehr als nur eine mittelmäßige Scifi-Comedyshow abzuliefern.

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Penny ist auch dabei
Am Flughafen von Gotham City

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Marius Joa, 4. Oktober 2026. Bilder: HBO Max.

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