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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 18. Mai 2022

Lange bevor William Shakespeare seine weltbekannte Tragödie “Hamlet” schrieb gab es den Stoff bereits als Sage. Gabriel Axel adaptierte diese in seinem prominent besetzten Historienfilm “Der Prinz von Jütland” aus dem Jahre 1994.

 

Disenchantment: Teil 4

Von Marius Joa. Publiziert am 13. März 2022

Mit dem Aufzug geht es für Antiheldin Bean erst einmal abwärts in die Hölle, im vierten Teil der von Simpsons-Schöpfer Matt Groening erfundenen Netflix-Animationsserie Disenchantment.


Disenchantment: Teil 4 (Disenchantment: Part 4)
Fantasy-Animationsserie USA 2022. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 260 Minuten.
Idee: Matt Groening.

 



Nightmares in Dreamland

Im Finale von Teil 3 sah sich Bean (Originalstimme: Abby Jacobson/deutsche Sprecherin: Jenny Löffler), Prinzessin von Dreamland, erneut mit ihrer bösen Mutter Dagmar (Sharon Horgan/Andrea Solter) konfrontiert, welche ihre Tochter in die Hölle entführt hat. Dort soll Bean niemand Geringeren als Satan ehelichen. Unterdessen wird Beans kleiner Freund Elfo (Nat Faxon/Heiko Akrap) von den blutrünstigen Ogern verschleppt und erlebt dabei eine handfeste Überraschung. Beans persönlicher Dämon Luci (Eric André/Christian Intorp) findet sich nach seinem tragischen Ableben sehr zum eigenen Missfallen im Himmel wieder, bei Gott und Beans einfältigem Onkel Jerry (David Herman/Klaus Lochthove). Beans Vater, König Zog (John DiMaggio/Marko Bräutigam) hat sich in die Twinkletown-Irrenanstalt einliefern lassen, um seine geistige Gesundheit wiederherzustellen. Doch was passiert eigentlich gerade in Dreamland?

Bezüglich darüber wie man die einzelnen Abschnitte von Disenchantment richtig benennt darüber herrscht Uneinigkeit. Bei Netflix werden die vier Abschnitte als Teile bezeichnet. Die Macher haben die Serie wiederum in zwei Staffeln mit jeweils zwei Teilen aufgesplittet. Teil 4 wäre also demnach Teil 2 von Staffel 2. Klar soweit? Aber halten wir uns nicht mit Oberflächlichkeiten auf. Im vierten Jahr macht die satirische Fantasy-Animationsserie da weiter womit sie aufgehört hat. Und liefert am Ende (erneut) einen Cliffhanger, welcher uns allerdings dieses Mal bangen und hoffen lässt, ob es einen fünften Teil (oder Staffel 3, Teil 1?) geben wird.

Im Grunde gleicht die Show einer rasanten, sarkastischen Achterbahnfahrt durch diverse Spielarten, Motive und Tropen der Phantastik, die zwar immer wieder unerwartete, abenteuerliche Schlenker einbaut und dabei neue Elemente hinzufügt, aber auch altbewährte Figuren und Storylines zurückbringt bzw. weiterführt um sich insgesamt doch (wieder) im Kreis zu drehen. Der Cocktail an unterschiedlichen Zutaten bleibt auch in Teil 4 kurzweilig, vor allem auch durch die (immer noch bisweilen überraschende) ironische Brechung. Im vierten Teil offenbart Disenchantment, dass sich die Völker untereinander auch bisweilen “vermischen” und bietet so die ein andere verblüffende Wendung. Kulturelles Erbe und daraus resultierende Verantwortlichkeiten werden ebenso gekonnt in die Handlung eingeflochten wie das Hinterfragen von uralten, aber nicht zwingend zeitgemäßen Traditionen. Solche Momente gehören neben dem Humor zu den Stärken der Serie.

Ob die animierte Show zu gefallen weiß hängt auch davon ab wie gut man mit den idiosynkratischen Charakterzügen und Verhaltensweisen der Hauptfiguren klarkommt. Denn diese können bisweilen etwas nervig sein, vor allem das Duo Luci (Dämon mit dem Gehabe eines cool-lässigen afroamerikanischen Jazzmusikers) und Elfo (erwachsener Elf, der aber wie ein kleines Kind um Aufmerksamkeit bettelt). Ich persönlich finde die Dynamik der Charaktere untereinander ganz amüsant. Mich stört es eher, dass sich das Finale wieder sehr unausgegoren präsentiert. Ist das holprige Storytelling oder Absicht der Autoren? Denn es würde mich nicht wundern, wenn Disenchantment damit das zur Konstruiertheit neigende Fantasy-Genre strukturell parodiert. Vielleicht sind die Zuschauer nach Teil 5 schlauer.

Teil 4 von Disenchantment ist seit dem 9. Februar 2022 bei Netflix abrufbar.

Fazit: Auch im vierten Anlauf präsentiert sich Disenchantment rasant, spaßig und voller teils hintersinniger Ideen, aber inhaltlich fehlt es weiterhin an einem erkennbaren roten Faden. 7 von 10 Punkten.


Bean und Zog wieder vereint…

…doch es gibt Zoff mit den Elfen.

Luci ist im Himmel gelandet

 

Marius Joa, 13. März 2022. Bilder: Netflix.

 

 

 

 

 

 

 

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