Vor fünfzig Jahren fanden Asterix, Obelix und Co zum dritten Mal ihren Weg auf die große Leinwand. In Asterix erobert Rom müssen die tapferen Gallier zwölf Prüfungen bestehen, um die römischen Invasoren zu besiegen.
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Asterix erobert Rom (Les 12 Travaux d’Astérix)
Zeichentrickfilm Frankreich, Belgien, UK 1976. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. 76 Minuten (PAL-DVD). Kinostart: 12. März 1976.
Deutsche Sprecher: Hans Hessling (Asterix), Edgar Ott (Obelix), Arnold Maquis (Miraculix), Wolfgang Völz (Majestix), Dieter Kursawe (Gaius Pupus), Siegfried Schürenberg (Julius Cäsar) u.v.a. Nach den Comics von René Goscinny und Albert Uderzo. Drehbuch: Pierre Tchernia, René Goscinny, Albert Uderzo. Regie: René Goscinny und Albert Uderzo.

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Von zwölf Aufgaben und dem Passierschein A 38
Jedes Mal wenn Julius Cäsar (deutsche Stimme: Siegfried Schürenberg), oberster Herrscher von Rom, seine Soldaten gegen das unbeugsame gallische Dorf schickt, bekommen diese vom kleinen, flinken Asterix (Hans Hessling), seinem dicken besten Freund Obelix (Edgar Ott) und den anderen Bewohner*innen kräftig die Mütze bzw. den Helm voll. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen! Sind die Gallier möglicherweise Götter? Um das herauszufinden, legt Cäsar ihnen zwölf Prüfungen auf. Asterix und Obelix nehmen die Herausforderung für ihr Dorf an. Begleitet werden sie von Gaius Pupus (Dieter Kursawe), der ihre Teilnahme genau beaufsichtigt…
Folgten die ersten beiden Filme über den bekannten Sprechblasen-Gallier – Asterix der Gallier (1967; noch ohne Beteiligung der Comic-Schaffenden entstanden) und Asterix und Kleopatra (1968) – innerhalb von einem Jahr, so sollte es bis zum nächsten Leinwandabenteuer etwas dauern. Asterix erobert Rom kam 1976 ins Kino. Regie geführt hatten in Person von Autor René Goscinny (1926-1977) und Zeichner Albert Uderzo (1927-2020)) erneut die beiden Schöpfer der beliebten Comic-Reihe. Der dritte Asterix-Film basiert im Gegensatz zu seinem Vorgängern auf keiner Comicvorlage und erzählt stattdessen eine eigene Geschichte, welche es auch Zuschauer*innen ohne Kenntnis der Comics oder gar der anderen Filme erlaubt, der Handlung ohne Mühe zu folgen.

Obgleich ich die ersten drei Filme erst in letzter Zeit wieder und die weiteren schon länger nicht mehr gesehen bzw. von den Comics seit Langem „nur“ noch die „mainfränkischen“ Übersetzungen gelesen habe, so bildeten Asterix und Co in beiden Inkarnationen eine feste Größe während meiner Kindheit und frühen Jugend. Jahrzehnte später haben die Streifen nichts an ihrem Charme eingebüßt, im Gegenteil. Auch Asterix erobert Rom funktioniert fünf Jahrzehnte nach dem Kinostart, der in Westdeutschland übrigens im März 1976 und damit Monate vor dem französischen im Oktober des gleichen Jahres erfolgte, noch überaus prächtig.
Eigentlich gibt es hier gar keinen richtigen Plot. Nachdem die gallischen Dorfbewohner Cäsars „Wette“ zugestimmt haben, begeben sich Asterix und Obelix von Aufgabe zu Aufgabe. Zwischendurch wird mal nach Rom bzw. ins gallische Drof „geschaltet“ und am Ende kommt der „große Showdown“. Doch die einzelnen Prüfungen, angelehnt an die zwölf Arbeiten des Halbgottes Herakles (lateinisch Herkules) aus der griechischen Sagenwelt, welche hier natürlich auch kurz referenziert werden, gestalten sich nicht nur recht abwechslungsreich, sondern auch immer urkomisch. Die „übermenschlichen“ Aufgaben erfordern nicht nur Kraft (dank des Zaubertrankes kein Problem), sondern auch Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Willenskraft und Intelligenz.
Eines der Highlights (sicher nicht nur für mich als langjährigem Verwaltungsangestellten) ist die Episode im „Haus das Verrückte macht“. Dort müssen unsere beiden Helden an den Passierschein A 38 gelangen. Doch das gestaltet sich als viel schwieriger als gedacht. Eine absolut herrliche und treffende Überzeichnung absurder bürokratischer Hürden, mit denen man sich (nicht nur im deutschen) Verwaltungswesen herumschlagen muss, wobei das hier benötigte Dokument längst zum geflügelten Wort avanciert ist. Passend zum Jubiläum wird im Oktober 2026 eine limitierte Auflage des Comics zum Film mit dem berühmt-berüchtigten Passierschein A 38 als Beilage erscheinen!
Es ist einfach immer wieder eine Wonne mitzuerleben, mit welcher Nonchalance Asterix und Co hier den meisten Herausforderungen begegnen. Zudem glänzen sowohl die Vorlagen als auch deren cineastische Adaptionen mit hintersinnigem, anspielungsreichem Humor. Einen erheblichen Anteil am Gelingen des Films haben auch die deutschen Synchronsprecher, darunter die bereits vorher für die Filmreihe tätigen Hans Hessling als Asterix, Edgar Ott als Obelix und Siegfried Schürenberg als Cäsar sowie u.a. Arnold Maquis als Miraculix und Wolfgang Völz als Majestix.
Asterix’ drittes Kino-Abenteuer hätte auch das letzte sein können, denn mit dem Schlusspunkt (der deutsche Titel verrät es im Gegensatz zum französischen Original: Le 12 Travaux d’Astérix, zu deutsch „Die 12 Arbeiten des Asterix“) wird der zentrale Konflikt des ganzen Franchises aufgelöst. Dennoch kam es in den 1980ern (Asterix – Sieg über Cäsar [1985], Asterix bei den Briten [1986), Asterix – Operation Hinkelstein [19899) und später (Asterix in Amerika [1994], Asterix und die Wikinger [2006]) zu weiteren Zeichentrickfilm-Adaptionen.
Asterix erobert Rom ist auf DVD und BluRay sowie als Stream bei mehreren Anbietern erhältlich. Am 14. Januar 2027 kommt der Zeichentrickfilm wieder für einen Tag in die Kinos.
Fazit: Kaum mehr als eine Aneinanderreihung von sketchhaften Situationen und zahlreichen, urkomischen Gags. Dennoch ein ganz besonderes Vergnügen und für mich der beste Asterix-Film.
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Marius Joa, 11. September 2026. Bilder: Studiocanal.


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