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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 19. Oktober 2019

Weiter im diesjährigen Horroctober, heute mit einem Film, der auch schon seit Langem auf meiner Watchlist steht. In “Elizabeth Harvest” heiratet eine junge Frau einen reichen Wissenschaftler, der ihr alles bietet. Nur ein Zimmer im gemeinsamen Haus ist tabu…

 

Star Trek V – Am Rande des Universums

Von Marius Joa. Publiziert am 18. September 2007

Nach dem Höhepunkt mit Star Trek IV folgte mit dem fünften Teil gleich der Tiefpunkt der Filmreihe. Warum Am Rande des Universums der schwächste Star-Trek-Kinofilm ist, erläutert diese DVD-Kritik.

Star Trek V – Am Rande des Universums (Star Trek V – The Final Frontier)
Science-Fiction-Film USA 1989. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 103 Minuten (PAL-DVD). Kinostart: 16. November 1989.
Mit: William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, James Doohan, Walter Koenig, Nichelle Nichols, George Takei, Laurence Luckinbill, David Warner u.v.a. Regie: William Shatner.

Am Rande des Wahnsinns?

Auf Nimbus III, einem eigentlich friedlichen Planeten, sorgen plötzlich Rebellen für Unruhe und nehmen drei Botschafter anderer Planeten gefangen. Kirk (William Shatner) und seine Enterprise-Crew soll die Gefangenen befreien und die Ordnung auf Nimbus III wiederherstellen. Doch die Aktion entpuppt sich als Falle des „wahnsinnigen“ Sybok (Laurence Luckinbill). Der kapert mit seinen Leuten die Enterprise, um zum Planeten „Sha Ka Ree“ im Zentrum der Galaxis zu fliegen. Dort will Sybok, der sich als der Halbbruder von Spock (Leonard Nimoy) entpuppt, den allmächtigen Gott und damit die Antwort auf alle Fragen finden. Per Gehirnwäsche versucht er die gefangen gehaltene Enterprise-Crew von seiner Mission zu überzeugen.

Eigentlich hätte nach dem höchst gelungenen Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart Schluss sein können. Mit einer neuen Enterprise (Modell A) und einem zum Captain degradierten James T. Kirk war eigentlich alles wieder beim alten und die in die Jahre gekommene Original-Crew hätte zum 20jährigen Jubiläum des Franchises in den wohlverdienten Ruhestand gehen können. Doch der Erfolg der ersten vier Kinofilme brachte die Produzenten dazu, einen weiteren in Angriff zu nehmen. Um die Darsteller wieder zu gewinnen, mussten natürlich auch Zugeständnisse gemacht werden. Eines davon war es, Kirk-Darsteller William Shatner die Regie zu überlassen. Shatner schrieb auch an der Story mit, die später zum Drehbuch umgearbeitet wurde.

Die „Suche“ nach Gott beschäftigte schon die intelligentesten Köpfe und größten Denker der Geschichte, warum sollte man dies nicht in einem Star-Trek-Film thematisieren? Die Story von Star Trek – Der Film, in dem eine Sonde der Erde durch den Kontakt mit einer Welt intelligenter Maschinen ein eigenes Bewusstsein entwickelt und seinen „Schöpfer“ sucht, bot schon eine mögliche Umsetzung, die sehr an 2001 – Odyssee im Weltraum angelehnt war. In Am Rande des Universums versuchte man eine direktere Annäherung an das Thema Gott. Mit Spocks der Logik entsagendem Halbbruder Sybok versucht eine Art Sektenführer Anhänger für seine Mission zu gewinnen: mit einem Raumschiff auf dem Planeten „Sha Ka Ree“ zu fliegen, um Gott zu treffen. Klingt komisch? Ist es auch.

Nicht nur, dass die Story merkwürdig klingt, die filmische Umsetzung ist es ebenfalls. Bereits die Eröffnungsszene des Films, als Sybok wie eine Jesus-Figur auf Nimbus III auftaucht und einen an Gollum erinnernde ausgehungerte Kreatur mit ein bisschen Geschwafel von seinem „Schmerz“ heilt, wirkt wenig eindrucksvoll. Es liegt nicht an Sybok-Darsteller Laurence Luckinbill, dass die Sache mit dem religiösen Führer nicht überzeugend wirkt. Es ist außerdem bezeichnend, dass ihm ausgerechnet eine Horde Weltraumpenner folgt. Die drei zum Teil abgewrackten Botschafter von Nimbus III waren sicherlich auch gleich Feuer und Flamme.

Der Planet „Sha Ka Ree“ , auf dem Sybok und seine Jünger Gott vermuten, ist übrigens eine akustische Anspielung auf Sean Connery, der erste Wahl für die Rolle des Sybok war, aber wegen der Dreharbeiten von Indiana Jones und der letzte Kreuzzug nicht zur Verfügung stand. Das gleiche galt für die Effekteschmiede ILM, die wegen Indiana Jones 3 und Ghostbusters II für den fünften Trek-Film keine Zeit für die Effekte hatte. Und so sind diese, vor allem aus heutiger Sicht, wenig spektakulär. Der vermeintliche Gott ist eine leicht bläulich schimmernde Erscheinung von diversen Gesichtern. Ursprünglich war für das Finale auch ein Aufmarsch von diversen galaktischen Steinmonstern und anderen düsteren Kreaturen geplant. Doch leider reichte das Budget für diese Szenen nicht und so muss man sich mit dem vorhandenen, nicht sehr spannenden Ende begnügen.

Dass Star Trek V nicht in ungeahnte Trash-Niederungen vorstößt, wo noch nie ein Film der Serie gewesen war, verdankt er vor allem dem flotten Erzähltempo der Story und einigen zündenden Dialogzeilen. Auch die Art wie Sybok den zweifelnden Dr. McCoy und Spock ihren „Schmerz“ vor Augen führt kann überzeugen. Ansonsten hat Film Nr. 5 einige Dinge an sich, die als Qualifikation für ein klassisches B-Movie reichen könnten. Zum einen die Eröffnungsszene, bei der sich die beiden Amerikaner Kirk und McCoy mit Vulkanier Spock beim Campen versuchen. Diese Szene gehört in eine Parodie oder einen Sketch, aber nicht in einen ernst gemeinten Film. Und warum entdecken Uhura (Nichelle Nichols) und Chef-Schrauber Scotty (James Doohan) plötzlich Gefühle füreinander? Das wirkt irgendwie doch sehr konstruiert. Der Klingonen-Kommandant, der es auf Kirk abgesehen hat, wirkt auch eher unfreiwillig komisch als böse.

Die Schuld an der fehlenden Qualität von Star Trek V könnte man sicherlich einfach Regisseur und Hauptdarsteller William „Kirk“ Shatner zuschieben, der für diesen Film zwei Goldene Himbeeren erhielt. Sein großes Ego sei dem Werk besonders im Weg gewesen sein, heißt es mancherorts. Für das schwache Drehbuch, das Fehlen von ILM und dem am Ende fehlenden Geld konnte Shatner nichts. Was am Ende dabei herauskam, ist ein schwacher Star-Trek-Film, aber insgesamt noch ein durchschnittlicher Science-Fiction-Streifen.

Fazit: Der fünfte Star-Trek-Kinofilm ist mit Abstand der schlechteste. Das liegt am schwachen Drehbuch, der weitgehend fehlenden Spannung und der unfreiwilligen Komik. Insgesamt aber noch durchschnittliche Sci-Fi-Unterhaltung. 5 von 10 Punkten.

DVD-Features:

Sprachen: Deutsch, Englisch

Die Single-Disc-Edition enthält als Extras nur einen Kinotrailer und einen Teaser. Der alle 10 Filme umfassenden 40th Anniversary Movie Collection liegt eine 2-Disc Special Edition dieses Films bei, die mit Interviews (mit William Shatner und Produzent Harve Bennett), entfallenen Szenen, einem Blick hinter die Kulissen u.v.m. wesentlich umfangreicheres Bonusmaterial bietet.

Marius Joa, 18. September 2007. Bilder: Paramount.

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