Der ausgestoßene Spross (Glen Powell) einer milliardenschweren Familie möchte nicht länger auf sein Erbe warten und beginnt seine Verwandten zu dezimieren, in der schwarzen Komödie How to Make a Killing von Regisseur John Patton Ford (Emily the Criminal).
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How to Make a Killing – Todsicheres Erbe (How to Make a Killing)
Komödie USA 2026. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 106 Minuten. Kinostart: 9. April 2026.
Mit: Glen Powell, Margaret Qualley, Jessica Henwick, Bill Camp, Zach Woods, Topher Grace, Ed Harris u.a. Drehbuch und Regie: John Patton Ford.

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Mord ist Familiensache
Milliardärstochter Mary Redfellow (Nell Williams) wird mit 18 ungewollt schwanger und will das Kind behalten Ihr Vater (Ed Harris) verstößt die junge Frau daraufhin. Allein und ohne Unterstützung der Familie zieht Mary ihren Sohn Becket (Grady Wilson) auf, bevor sie frühzeitig verstirbt. Als Erwachsener (Glen Powell) hat Becket einen ordentlichen Job, erinnert sich aber auch an die Worte seiner Mutter, dass er eines Tages das ganze Milliardenvermögen der Redfellows erben wird, sobald die übrigen Familienmitglieder verstorben sind. Berufliche Rückschläge und ein zufälliges Treffen mit seinem Jugendschwarm Julia (Margaret Qualley) nimmt er zum Anlass, in der Erbsache etwas nachzuhelfen und seine reichen Verwandten nacheinander um die Ecke zu bringen…
Seit der Sichtung von The Bride! vor fünf Wochen war ich nicht mehr im Kino gewesen. Für mich, der es pro Jahr auf ca. 30 Kinobesuche bringt, doch eher ungewöhnlich. Recht spontan entschloss ich mich daher, einen Film anzuschauen, den ich vorher gar nicht auf der Rechnung hatte, nämlich How to Make A Killing von John Patton Ford. Die Wahl fiel deshalb auf genau diese Produktion, weil mich das vorherige Werk des Regisseurs (sein Debüt), das Krimidrama Emily the Criminal (2022), über eine von der herausragenden Aubrey Plaza gespielte Frau, die im Niedriglohnsektor gefangen ist und in die Kleinkriminalität gedrängt wird, mit seiner kompromisslosen Geschichte sehr beeindruckt hat.

Ford (geboren 1981) weiß selbst, wie es ist, sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Nach Abschluss seines Studiums am American Film Institute übte der heute 44jährige unterschiedliche Jobs aus, um sein hohes Studiendarlehen zurückzuzahlen. Außerdem drehte er Werbespots für diverse Großkonzerne und schrieb einige Drehbücher, welche aber fast alle unproduziert blieben. Eines seiner Skripts stand 2014 auf der Blacklist der besten unverfilmten Drehbücher. Nachdem ursprünglich jemand Anderes im Gespräch gewesen waren erhielt Ford die Gelegenheit, die Geschichte selbst umzusetzen. How to Make a Killing basiert lose auf dem britischen Film Adel verpflichtet (Originaltitel Kind Hearts and Coronets; 1949) von Robert Hamer und John Dighton, welcher wiederum von dem Roman Israel Rank (1907) von Roy Horniman inspiriert wurde.
Trotz seiner komplett fragwürdigen Mittel, um schnell an das Milliarden-Erbe zu gelangen, schafft es der Film, dass man als Zuschauer*in Sympathie für Protagonist Becket entwickelt. Das liegt einerseits an den überwiegend narzisstisch-verblendeten oder nichtsnutzigen Mitgliedern der Familie Redfellow, die es zu beseitigen gilt. Sicherlich überspitzte, aber auch treffende Beispiele für die Superreichen, welche nur an sich denken und damit den Planeten sukzessive zerstören. Andererseits überzeugt Hauptdarsteller Glen Powell (A Killer Romance), zuletzt dank den späten Fortsetzungen Top Gun Maverick (2022) und Twisters (2024) sowie dem Science-Fiction-Action-Remake The Running Man (2025) groß in Hollywood rausgekommen, als unauffälliger, aber bis zu einem gewissen Grad durchtriebener Strahlemann Becket Redfellow.
How to Make a Killing bleibt fast die ganze Zeit recht ruhig und vermeidet allzu reißerische Elemente weitgehend. Der Humor speist sich überwiegend aus der absurden Prämisse und ein paar pointierten Dialogen. Aber auch die Ambivalenz der wechselnden Situation Beckets und seines Aufstiegs, der sich sukzessive abzeichnet, werden thematisiert. Ist ein milliardenschweres Erbe wirklich noch die illegalen Mühen wert, wenn man auch ohne das viele Geld ein schönes, erfülltes Leben mit einem guten Job und einer tollen Beziehung hat?
Für eine bissige Gesellschaftssatire bleibt Fords zweiter Spielfilm dann aber noch ein wenig zu zahnlos. Zudem schlägt die Story am Ende ein paar Haken zu viel und wirkt dabei überkonstruiert. Lange in Erinnerung bleiben wird die Komödie daher wahrscheinlich nicht. Auch wenn Glen Powell als Becket, Margaret Qualley (The Substance) als durchtriebene Julia, Jessica Henwick (Cuckoo) als Ruth und Bill Camp (Sirens) als Onkel Warren schauspielerisch überzeugen können.
Fazit: Amüsant-kurzweilige schwarze Komödie, nicht ohne Tiefen aber insgesamt etwas zu brav.
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Marius Joa, 12. April 2026. Bilder: Studiocanal.


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