Eine Enthüllung kurz vor der Hochzeit bringt die Beziehung eines Paares ins Straucheln, in Das Drama, dem aktuellen Film des Norwegers Kristoffer Borgli (Sick of Myself, Dream Scenario), mit Robert Pattinson und Zendaya in den Hauptrollen.
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Das Drama – Noch einmal auf Anfang (The Drama)
Psychodrama USA 2026. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 106 Minuten. Kinostart: 2. April 2026. Mit: Robert Pattinson, Zendaya, Jordyn Curet, Alana Haim, Mamoudou Athie, Hailey Benton Gates u.a. Drehbuch und Regie: Kristoffer Borgli.

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Abgründe aus der Vergangenheit
Etwa zwei Jahre nachdem sich Museumskurator Charlie (Robert Pattinson) und Buchhändlerin Emma (Zendaya) kennen gelernt haben stehen die beiden kurz davor, den Bund fürs Leben zu schließen. Beim gemeinsamen Test-Dinner mit ihren Trauzeugen, dem befreunden Paar Rachel (Alana Haim) und Mike (Mamoudou Athie), kommt es nach ein paar Gläsern Wein dazu, dass alle der Anwesenden ein düsteres Geheimnis aus ihrer Vergangenheit verraten. Besonders Emmas Enthüllung sorgt für Fassungslosigkeit. Charlie ist plötzlich verunsichert, ob er seine Verlobte auch wirklich kennt und stellt ihre Beziehung in Frage, und das wenige Tage vor der Hochzeit…
Robert Pattinson (The Batman [2022], Die My Love, Mickey 17) und Zendaya (Spider-Man-Film des MCU, Euphoria [Serie], Dune: Part One, Dune: Part Two) dürften aktuell die gefragtesten Schauspieler*innen in Hollywood sein. Allein in diesem Kinojahr waren/sind die Amerikanerin und der Brite beide zusammen (wenn auch nicht immer mit gemeinsamen Szenen) in insgesamt drei Filmen auf der großen Leinwand zu sehen: Die Odyssee von Christopher Nolan, Dune: Part Three (Kinostart: 17. Dezember 2026) von Denis Villeneuve und eben Das Drama. Den ich allerdings weniger wegen seiner namhaften Hauptrollen-Besetzung gut vier Monate nach regulärem Start im Open-Air-Kino gesehen habe.

Vielmehr war ich interessiert daran, das neue Werk von Kristoffer Borgli zu sehen. Mit seinen beiden vorherigen Regie-Arbeiten – dem noch in seiner Heimat gedrehten Sick of Myself (2022), über eine junge Frau, die für Aufmerksamkeit bereit ist alles zu tun, und Dream Scenario (2023), über einen von Nicholas Cage gespielten Hochschuldozenten, der plötzlich in den Träumen anderer Leute auftaucht – hatte der Norweger bereits zwei starke Filme abgeliefert. Sein vierter abendfüllender und zweiter englischsprachiger Streifen kann das Niveau der beiden Vorgänger nicht ganz halten, bedient sich aber sehr ähnlicher inszenatorischer Mittel.
Die Enthüllung seiner Verlobten sorgt nämlich bei Charlie dafür, dass er sich wiederholt düstere Situationen mit Emma vorstellt. Ähnlich wie bei seinen letzten Werken streut Borgli diese kurzen Splitter immer wieder so ein, dass man als Zuschauer*in nicht direkt erkennt, ob es sich nun um eine Rückblende, einen Traum oder eine Imagination handelt. Noch dazu springt die Geschichte auch zwischen mehreren Zeitebenen hin- und her. Die Perspektive des aus der Bahn geworfenen Bräutigams wird dem Publikum dadurch recht nahe gebracht. Die Ungewissheit und der Druck, welcher auf dem jungen Paar lastet, vermittelt auch der nur aus Flötenspiel bestehende minimalistisch-enervierende Score von Daniel Pemberton (Materialists, Masters of the Universe [2026]).
Das Drama, dessen deutscher Untertitel Noch einmal auf Anfang ausnahmsweise mal Sinn ergibt und nicht wie andere deutschen Filmtitel-Zusätze komplett überflüssig oder bescheuert ist, erforscht die Frage, wie gut wir eigentlich einen Menschen kennen kann, mit dem man seit Jahren zusammenlebt bzw. wie sehr kann eine Beziehung von der unerwarteten Enthüllung eines dunklen Geheimnisses beeinträchtigt werden. Dazu legt Borgli auch den Finger in die Wunde, wenn es um die von Gewalt und Ausgrenzung überschattete amerikanischen Gesellschaft geht.
Doch beim zentralen Konflikt bleibt der Film aus meiner Sicht zu einseitig. Die drei anderen beim Test-Dinner anwesenden Personen erzählen ebenso von dunklen Momenten bzw. düsteren Kapiteln aus ihrer Vergangenheit, darunter auch Charlie. Es wäre also wesentlich sinnvoller gewesen auch seine massives früheres Fehlverhalten gleichberechtigt zu dem von Emma ins Zentrum der Geschichte zu rücken. Stattdessen wird die weibliche Hauptfigur zum Problem gemacht und so die später teils grenzüberschreitende Aktionen des männlichen Protagonisten auf gewisse Weise verharmlost. Schade, dass sich der Regisseur hier nicht für eine ausgewogenere Erzählung entschieden hat.
Das Drama von Kristoffer Borgli ist seit dem 17. Juli 2026 auf DVD und BluRay sowie als Stream mit Zusatzkosten bei diversen Anbietern erhältlich.
Fazit: Kristoffer Borglis neuer Film hat eine spannende Prämisse, ist präzise inszeniert und solide gespielt, bei seinem zentralen Konflikt aber zu einseitig aufgezogen.
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Marius Joa, 21. August 2026. Bilder: Leonine.


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