Nach fast zwei Jahrzehnten in der Vorproduktionshölle ist Anfang Juni endlich die lang erwartete Neuverfilmung von Masters of the Universe in den Kinos gelaufen. Prinz Adam muss seine Bestimmung erfüllen und seinen Heimatplaneten Eternia von der Schreckensherrschaft des fiesen Skeletors befreien.
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Masters of the Universe
Science-Fiction/Fantasy/Actionfilm USA 2026. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 141 Minuten. Kinostart: 4. Juni 2026.
Mit: Nicholas Galitzine, Idris Elba, Camila Mendes, Alison Brie, Jared Leto, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Morena Baccarin, John Xue Zhang, Sam C. Wilson, James Purefoy, Christiaan Bettridge u.v.a. Drehbuch: Chris Butler, Aaron Nee, Adam Nee, David Callaham. Regie: Travis Knight.

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Bei der Macht des Mega-Blödbusters!
Adam (Artie Wilkinson-Hunt) wächst als Sohn von König Randor (James Purefoy) und Königin Marlena (Charlotte Riley) behütet auf dem Planeten Eternia auf. Doch der schmächtige Junge kann sich beim Kampftraining des royalen Waffenmeisters Duncan (Idis Elba) und dessen Tochter Teela (Eire Farrell) nicht beweisen. Wenig später wird der königliche Palast vom bösen Lord Skeletor mit seinen Schergen um Evil-Lyn (Alison Brie) und Trap-Jaw (Sam C. Wilson) angegriffen. Die Zauberin von Castle Grayskull (Morena Baccarin) schafft es gerade noch, den Prinzen und das Schwert der Macht durch ein Portal auf die Erde zu schicken.
15 Jahre später fristet der erwachsene Adam (Nicholas Galitzine) ein solides, aber auch etwas tristes Leben mit langweiligem Bürojob in Oklahoma City. Seit langer Zeit sucht er das Schwert, welches er damals bei der Flucht verloren hatte. Als Adam die magische Waffe wenig später findet wird er angegriffen, von Teela (nun: Camila Mendes) gerettet und zurück nach Eternia gebracht. Dort herrscht Skeletor mittlerweile als Tyrann, während sich die Helden von einst wie Fisto (Jóhannes Haukur Jóhannesson) und Ram-Man (John Xue Zhang) im Untergrund versteckt halten. Adam erkennt, dass er sein Schicksal erfüllen muss…

In der Welt der Filmprojekte, die ewig nicht realisiert werden, war die geplante neue Version von Masters of the Universe seit geraumer Zeit eher schon ein Running Gag, bei der Masse an unterschiedlichen Zusammensetzungen von Studio, Regisseur und Hauptdarsteller, welche seit 2007 (also fast zwanzig Jahren!) immer wieder kursierten. Für den Regieposten waren nacheinander unter anderem John Woo, Jon M. Chu sowie die Brüder Aaron und Adam Nee in Gespräch oder bereits verpflichtet. Für die zentrale Rolle als Adam/He-Man wiederum Kellan Lutz, Noah Centineo und Kyle Allen.
Nachdem die jeweiligen Versuche bei Warner Bros., Sony Pictures und Netflix nicht in Produktion gingen, übernahm Amazon MGM schließlich das Ruder. Unter Regie von Travis Knight (Bumblebee) fanden 2025 die Dreharbeiten statt. Die zweite Realfilm-Adaption der bekannten Spielfiguren-Reihe, welche vor allem durch die Zeichentrickserie aus den 1980ern bekannt wurde, ist einer von nur drei Blockbustern, die ich mir dieses Jahr im Kino anschauen möchte. Leider hat sich die Wartezeit nicht gelohnt. Denn das neue Masters of the Universe zeigt sich schnell als Enttäuschung.
Dass man selbst aus einer infantilen Cartoonshow für Kinder wie He-Man and the Masters of the Universe (1983-1985), die freilich nur als lange Werbespots für die Figuren und Spielzeugsets von Mattel diente und welche ich als Kind im Rahmen der deutschen Erstausstrahlung ab 1988 natürlich begeistert geschaut habe, etwas halbwegs Ernstzunehmendes machen kann hat Obernerd und Filmemacher Kevin Smith mit seinen für Netflix entstandenen, ebenfalls animierten Nachfolge-Serien Masters of the Universe: Revelation (2021) und Masters of the Universe: Revolution (2024) bewiesen. 1989 bzw. 2002 waren jeweils neue Figuren-Reihen und Zeichentrickserien gefolgt, nachdem das Spinoff She-Ra – Prinzessin der Macht (1985-1987) von den Abenteuern der Schwester He-Mans erzählt hatte. Eine komplette Neuausrichtung der Heldin schuf ND Stevenson in Form der sehr diversen Animationsserie She-Ra und die Rebellenprinzessinnen (2018-2020), ohne zu bewerbendes Spielzeug im Hintergrund.
Bereits 1987 gab es einen Kinofilm zum Franchise, inszeniert von Garry Goddard sowie mit Dolph Lundgren als He-Man und Frank Langella als Skeletor, welcher sich allerdings von der Vorlage entfernte, Fans dadurch enttäuschte und ein Misserfolg wurde. Dennoch aus meiner Sicht ein insgesamt mittelprächtiger und unterhaltsamer Streifen, völlig zu Unrecht von in die SchleFaZ-Reihe verfrachtet. Das aktuelle Reboot spielt zwar überwiegend auf Eternia und erweist sich als farbenfroher als der Vorgänger, aber auch so austauschbar wie möglich.
Schon in den Trailern hat mich gestört, dass die Optik massiv an die Filme des Marvel Cinematic Universe erinnert, was sich auch im fertigen Film nicht geändert hat. Dabei kann das Design mancher Figuren, wie Skeletor und Trap-Jaw durchaus überzeugen, weil es die Ästhetik der Cartoons gut in die Spielfilmwelt übersetzt. Ansonsten zelebrieren Travis Knight und sein Team hier eine generische Scifi-Fantasywelt, welche sich optisch und akustisch auch munter beim neueren Star Wars bedient sowie Orks wie bei Herr der Ringe als Kanonenfutter der Bösen ins Rennen schickt. Immerhin erweisen sich die Kampfszenen als überaus brachial und wuchtig. Die verharmlosende Leichtigkeit der originalen Zeichentrickserie im Umgang mit den bösen Kreaturen fehlt hier glücklicherweise.
Das hätte hier eigentlich auch wie der Vorgänger eine durchschnittliche, aber irgendwie unterhaltsame Angelegenheit werden können. Leider serviert man uns hier eine völlig uninspiriert heruntergekurbelte Story, die sich mit einer Aneinanderreihung von vielfach durchgekauten Plotelementen und abgedroschenen Klischees begnügt. Und passend dazu gibt es ausgelutschte Dialoge aus der Plattitüden-Mottenkiste. Eine durch die gewohnt künstliche klingende deutsche Synchronisation sicherlich noch verstärkte Schwäche. Mögliche Ansätze von Tiefgang werden durch eine weitere Unsitte aus dem MCU verhindert, wenn potenziell emotionale Momente unpassenderweise mit Gags durchbrochen werden, die allerdings fast komplett unlustig daherkommen.
Tatsächlich blitzt zwischenzeitlich ein wenig Sympathie für die trashige Vorlage auf und eingefleischte MOTU-Anhänger (überwiegend Männer zwischen 40 und 50) dürften sich über den ein oder anderen Fanservice-Moment freuen, was deren Blick auf den Film vermutlich etwas gnädiger als meine Perspektive ausfallen lässt. Klar, dass mein Wunsch einer Adaption als überzeichnetes Camp-Spektakel im Stile von Flash Gordon (1980) von Mike Hodges völlig unrealistisch war. Aber dennoch hätten Travis Knight und sein Team hier einfach mehr wagen müssen. Auch wenn das hier ein anspruchsloser Actionkracher sein soll, ganz so banal wäre nicht notwendig gewesen.
Schauspielerisch ist hier ebenfalls wenig zu holen. Jared Leto (Dallas Buyers Club) darf hier als Skeletor sich mal so richtig austoben, nur leider sieht man ihn hinter der CGI-Maske nicht und zu hören ist er natürlich nur in der Originalfassung. Hauptdarsteller Nicholas Galitzine (Mary & George) macht dank seiner beeindruckenden Physis als Muskelheld eine gute Figur, als trotteliger Adam wirkt er allerdings fehlbesetzt, wobei hier die deutliche Trennung zwischen Prinz und Halbgott eigentlich wegfällt. Ansonsten herrscht bei den Darsteller*innen der Autopilot. Untermalt wird das oberflächliche Spektakel von einem Synthie-Rock-Score von Daniel Pemberton, wobei Brian May persönlich die Schweinegitarre gegriffelt hat. Dennoch alles chronisch substanzlos.
Fazit: Trotz brachialer Actionszenen und teils gelungenem Figuren-Design entpuppt sich die zweite Realverfilmung der Actionfiguren- und Cartoon-Serie als ziemlich austauschbarer Blödbuster.
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Marius Joa, 14. Juni 2026. Bilder: Amazon/MGM.


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