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Von Marius Joa. Publiziert am 8. September 2019

Ed Wood (1924-1978) gilt gemeinhin als der schlechteste Regisseur aller Zeiten. Vor 60 Jahren erschien sein “Opus Magnum”: der Alien-Horror-Streifen “Plan 9 from Outer Space”…

 

The Tempest – Der Sturm

Von Marius Joa. Publiziert am 29. Dezember 2011

Während Roland Emmerich mit Anonymus 2011 seine filmische „Theorie“ zur Frage der Autorschaft Shakespeares unters Kinopublikum brachte, so veröffentlichte bereits im Vorjahr die US-Regisseurin Julie Taymor ihre Adaption von „Der Sturm“, dem vermutlich letzten Stück des großen Dramatikers. Leider erhielt The Tempest in Deutschland keine Kino-, sondern nur eine DVD-Auswertung.

The Tempest – Der Sturm (The Tempest)
Fantasydrama USA 2010. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 107 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Helen Mirren, Russell Brand, Reeve Carney, Tom Conti, Chris Cooper, Alan Cumming, Djimon Hounsou, Felicity Jones, Alfred Molina, David Strathairn, Ben Whishaw u.a. Drehbuch und Regie: Julie Taymor. Nach William Shakespeare.

 

 

 

Verschenkte Möglichkeiten

Nach dem Tod des Herzogs von Mailand wird seine Witwe Prospera (Helen Mirren) von ihrem Bruder Antonio (Chris Cooper) beschuldigt, durch ihre Magie den Ehemann getötet zu haben. Antonio gelingt es, die Macht an sich zu reißen und seine Schwester sowie deren kleine Tochter Miranda zu verbannen.

Zwölf Jahre später leben Prospera und Miranda (Felicity Jones) auf einer entlegenen Insel, die sich Prospera dank ihrer Magie zu Eigen gemacht hat. Ihr zu Diensten sind der Luftgeist Ariel (Ben Whishaw) und der hinterlistige Halbmensch Caliban (Djimon Hounsou). Caliban hasst seine Herrin und träumt davon, selbst die Insel zu beherrschen. Als sich der König Alonso (David Strathairn) mit seinem Gefolge auf einer Schiffsreise von Tunesien zurück nach Italien befindet, entfacht Prospera einen Sturm. Der König, sein Bruder Sebastian (Alan Cumming), Antonio und der greise Ratsherr Gonzalo (Tom Conti) sowie die Diener Trinculo (Russell Brand) und Stephano (Alfred Molina) stranden auf der Insel, ebenso wie Alonsos Sohn, Prinz Ferdinand (Reeve Carney). Für Prospera die perfekte Gelegenheit, Rache zu nehmen…

Nach Titus (1999, mit Anthony Hopkins) ist The Tempest – Der Sturm die zweite Verfilmung eines Shakespeare-Stoffes von Julie Taymor. Neben ihrer Filmkarriere machte sich die 59jährige Amerikanerin vor allem einen Namen bei der Inszenierung von Opern und Bühnenmusicals, wie z.B. Der König der Löwen. Für die Kino-Adaption von „Der Sturm“ versammelte Taymor ein namhaftes Ensemble um Oscar-Preisträgerin Helen Mirren. Im Gegensatz zum Stück ist die Hauptfigur im Film weiblich, eine gemeinsame Idee die Taymor und Mirren schon länger umsetzen wollten. Gedreht wurde das ambitionierte 20-Millionen-Dollar-Projekt an entlegenen Locations auf Hawaii.

The Tempest – Der Sturm bleibt trotz notwendiger Kürzungen nah am Originaltext. Das Problem an Shakespeares vermutlich finalem Werk ist der heterogene Aufbau. Leider findet auch Julie Taymor bei ihrer Filmversion keine klare Linie und so springt die Story ohne wirklichen Spannungsbogen zwischen den einzelnen Episoden hin und her. Auch die große Starbesetzung rettet den Film nicht vor der Belanglosigkeit. Bis auf Helen Mirren, die ihre Rolle als Prospera recht souverän meistert, wirken die übrigen Darsteller wenig inspiriert und spulen scheinbar ihr Programm herunter.

Die Phantasie-Sequenzen mit dem androgynen Luftgeist Ariel, gespielt von Ben Whishaw (Das Parfum), sind düster und teilweise gelungen. Doch zu oft schießt die Inszenierung hierbei auch über das Ziel hinaus. Das gleiche gilt für die Filmmusik von Elliot Goldenthal (Frida), die mit ihren unpassenden Hardrockelementen bisweilen eher nervt.

Auch der große Monolog am Ende wird irgendwie vergeigt. Prospera wirft ihren Stab ins Meer und während der Abspann rollt, hört man die Portishead-Sängerin Beth Gibbons die bekannten Zeilen singen. Das mag sich zwar als anfänglich als wirkungsvoller Kniff erweisen, aber der Song zieht sich doch zu sehr in die Länge. Und beweist erneut, dass der Film seine Möglichkeiten einfach verschenkt hat. Dennoch hätten wir ihn gerne allein aufgrund der Locations im Kino gesehen.        

Fazit: Trotz vieler namhafter Darsteller und stimmungsvoller Schauplätze ist die 2010er Version von „Der Sturm“ nichts Halbes und nichts Ganzes. 4 von 10 Punkten.

 

 Caliban und die beiden Trunkenbolde

 

 

DVD-Features 

Sprachen: Deutsch, Englisch (jew. Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial 

Original-Trailer*
Making Of (4 Min.)*
Interviews mit Cast & Crew (27 Min.)*
B-Roll (21 Min.)*
Bildergalerie
Darstellerinfos Helen Mirren und Alfred Molina (Texttafeln)
Trailershow*

* jeweils in Englisch, ohne Untertitel.

 

 

Marius Joa, 29. Dezember 2011. Bilder: dtp entertainment.

 

 

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