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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 14. Juli 2019

“Schlimmer” hätte 2019 auch nicht beginnen können als mit der finalen Staffel von “Eine Reihe betrüblicher Ereignisse”, nach den Büchern von Lemony Snicket…

 

Juno

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 3. April 2008

Neben all die großen, dramatischen Filme hat sich in die Nominierungsliste für den Besten Film bei den diesjährigen Oscars mit Juno eine frivole und kurzweilige Komödie geschlichen, die an den Kinokassen zum absoluten Knüller wurde. Jason Reitmans neuer Film, der mit dem Oscar für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde, ist nun endlich auch in Deutschland zu sehen. Lena Stadelmann war im Kino.

Juno
Komödie, USA/Kanada 2007. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. 96 Minuten. Deutscher Kinostart: 20.03.2008. Mit: Ellen Page, Jennifer Garner, Michael Cera, Jason Bateman, Allison Janney, J.K. Simmons, Olivia Thirlby u.a. Regie: Jason Reitman.

Schwanger werden ist nicht schwer…

Juno MacGuff (Ellen Page) ist 16 und schwanger. Da gibt es, wie auch ihre beste Freundin Leah (Olivia Thirlby) weiß, nur eine Option: Abtreibung. Doch als Juno in der Klinik sitzt und auf ihren Termin wartet, wird ihr klar, dass sie das Baby bekommen wird. Bekommen, nicht behalten, und deshalb macht sich Juno noch während ihrer Schwangerschaft auf die Suche nach den perfekten Adoptiveltern, die sie in dem wohlhabenden Ehepaar Vanessa (Jennifer Garner) und Mark Loring (Jason Bateman) findet. Doch in neun Monaten kann viel passieren, und so merkt auch Juno bald, dass jeder noch so schöne Plan durch Gefühle durchkreuzt werden kann.

Juno könnte man als Little Miss Sunshine dieses Jahres bezeichnen. Eine originelle, spritzige Low-Budget-Komödie, die trotz aller Klasse nicht den Oscar für den Besten Film bekommt, sondern „nur“ für das Beste Drehbuch. Aber etwas Besseres könnte der Filmlandschaft nicht passieren, wenn das ein Ansporn für alle Drehbuchautoren ist, witzige, lebensechte und vor allem unvorhersehbare Komödien zu schreiben. Diablo Cody hat in ihrem Drehbuchdebüt genau die richtige Menge an skurrilen Figuren, Alltagsleben und Herz angelegt, die Regisseur Jason Reitman (Thank You for Smoking) rundum stimmig inszeniert. Natürlich wird der Film getragen von Ellen Page (X-Men – Der letzte Widerstand, An American Crime), die mit scheinbarer Leichtigkeit sowohl Junos lässig-schnoddrige Art als auch ihre Angst angesichts der Situation verkörpert. Doch ebenso wichtig sind hier die Nebenrollen wie Michael Cera als Paul Bleeker, der Vater von Junos Baby, mit seinen kurzen goldenen Sporthosen und seinem Tic Tac-Spleen, J.K. Simmons (Spider-Man) und Allison Janney (10 Dinge die ich an dir hasse, American Beauty) als Junos Vater und Stiefmutter oder Olivia Thirlby als Junos beste Freundin Leah, die der Traum aller Sportler an der High School ist und sich nur für den übergewichtigen, bärtigen Mathelehrer interessiert. Dieser Welt voller Chaos und High-School-Dramen steht die klinisch wirkende Villengegend gegenüber, in der Vanessa und Mark wohnen. Jennifer Garner (Operation: Kingdom, 30 über Nacht) überzeugt als neurotische Frau, die in ständiger Furcht lebt, dass Juno das Kind doch behalten will und letztendlich doch Mut und Stärke beweist. Auch Jason Bateman (Operation: Kingdom, Trennung mit Hindernissen) fügt sich mit seiner Darstellung des leidenschaftlichen Musikers, der sich dem Kommerz verschrieben hat und Werbejingles komponiert, in die durchweg sehr guten Schauspielerleistungen ein.

Das Geheimnis von Juno ist, dass die Figuren wirkliche Charaktere sind und keine Stereotypen. So klischeehaft sich der Inhalt auch anhören mag, hier hat man es eben nicht mit einer typischen jugendlichen Schwangeren zu tun, nicht mit den üblichen High-School-Klischees, nicht mit dem rundum zufriedenen wohlhabenden Ehepaar. Die Figuren haben Ecken und Kanten, ebenso wie die gesamte Handlung, die den Hollywood-gewohnten Zuschauer immer wieder an der Nase herumführt, weil sie eben nicht den gängigen Abläufen folgt. Untermalt wird das Ganze von einem absoluten Gute-Laune-Soundtrack, der viel zur lockeren und beschwingten Erzählweise des Films beiträgt. Leichte Abstriche gibt es allerdings wegen der zu kurz gehaltenen Story um Juno und Bleeker, die durchaus mehr Zeit verdient hätte.

Fazit: Liebenswerte, originelle Komödie mit tollem Dialogwitz. 9 von 10 Punkten.


Juno (Ellen Page) lernt Vanessa (Jennifer Garner) und Mark (Jason Bateman) Loring kennen.

Ist es Liebe oder Freundschaft zwischen Juno und Bleeker (Michael Cera)?

Vanessa wünscht sich nichts sehnlicher, als Mutter zu werden.

Empfehlungen
Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie folgende Filme mochten…

Little Miss Sunshine (9/10)
Thank You for Smoking (9/10)

Lena Stadelmann, 03. April 2008. Bilder: Fox.

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