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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2019

Für Genre-Streifen kennt man Jim Jarmusch so überhaupt nicht. Ein paar Jahre nach seinem Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) drehte der Indie-Kultregisseur aber eine Zombie-Komödie. In “The Dead Don’t Die” wird eine sehr überschaubare Kleinstadt urplötzlich von Untoten überfallen…

 

Glee

Von Marius Joa. Publiziert am 22. Januar 2011

Seit 16. Januar läuft die gefeierte Serie Glee, die kürzlich drei Golden Globes gewann, auch im deutschen Fernsehen. Marius Joa hat sich die ersten beiden Folgen angesehen.

Glee
Musical-Serie USA 2009/10. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. TV-Erstausstrahlung: 16. Januar 2011.
Mit: Diana Agron, Chris Colfer, Jessalyn Gilsig, Jane Lynch, Jayma Mays, Kevin McHale, Lea Michele, Cory Monteith, Matthew Morrison, Amber Riley, Mark Salling, Jenna Ushkowitz u.a. Idee: Ryan Murphy, Brandon Falchuk, Ian Brennan.

Glatte Studio-Perfektion

Will Schuester (Matthew Morrison) ist ein junger Spanisch-Lehrer an der William McKinley High School in Lima, Ohio. Nachdem der bisherige Leiter des Glee-Clubs (Gesangsgruppe) Sandy Ryerson (Stephen Tobolowsky) aus mysteriösen Gründen gefeuert wird, übernimmt Will den Posten. Allerdings ist der Glee-Club nur noch ein Schatten früherer Zeiten und weit entfernt von den großen Tagen als Will selbst als Schüler Mitglied war. Es gelingt Will immerhin, ein paar talentierte Mitglieder zu gewinnen: den schwulen Countertenor Kurt (Chris Colfer), die verkannte Sängerin Rachel (Lea Michele), die selbstbewusste Soul-Diva Mercedes (Amber Riley), das stotternde Girlie Tina C (Jenna Ushkowitz) und den querschnittsgelähmten Artie (Kevin McHale). Durch einen Trick gelingt es auch den stimmlich begabten Quarterback Finn (Cory Monteith) zu gewinnen.

Lehrer Will Schuester

Von vorneherein hat der Glee-Club mit großen Widerständen zu kämpfen. Sue Sylvester (Jane Lynch), der sadistischen Trainerin der Cheerleader, ist die Gesangstruppe ein Dorn im Auge und sie macht gegen ihn Stimmung. Auch Schuldirektor Figgis (Igbal Theba) sieht aufgrund der schwierigen finanziellen Situation der Schule schwarz für den Glee-Club. Er lässt sich auf einen Deal mit Will ein. Schafft die Truppe eine wichtige Vorausscheidung zu gewinnen, so darf der Club weiter bestehen. Eine schwierige Aufgabe für Will, der es auch privat nicht einfach hat. Seine Frau Terri (Jessalyn Gilsig) drängt ihn, einen besser bezahlten Job als Buchhalter anzunehmen, damit sich die beiden ein Haus und Kinder leisten können. Zudem ist die von einer Zwangsneurose gezeichnete Vertrauenslehrerin Emma (Jayma Mays) mehr oder minder heimlich in Will verliebt.

Zu den uramerikanischsten Leidenschaften in der Unterhaltungsbranche zählt die Affinität zu Musicals oder Musikfilmen. Das ist wohl auch der Grund, warum fast jedes Jahr ein Film-Musical in der Filmpreissaison gepusht wird, egal ob es gut (Moulin Rouge) oder weniger gut (Chicago, Nine) ist. Seit 2009 gibt es mit Glee auch eine erfolgreiche Serie in diesem Genre. Der Name bezieht sich einerseits auf ein englisches Wort für Fröhlichkeit oder aber auf den Glee Club, den Gesangsverein oder Schulchor. Glee unterscheidet sich von anderen Musicals dadurch, dass die Songs weniger zentraler Punkt der Handlung sind, sondern „nur“ von der Gesangstruppe gesungen werden. Die Charaktere brechen also nicht einfach in Gesang aus. Es ist allerdings jammerschade, dass der Gesang fast durch die Bank nach perfektionistischer Studio-Aufnahme klingt, selbst wenn die Darsteller eher spontan singen oder üben. Das nimmt der Serie und vor allem der Musik massiv an Charme. Außerdem klingen einige der Songs deshalb etwas künstlich.

Die aus dem Retortenprodukt High School Musical und unzähligen anderen ähnlichen Filmen bekannten Klischees gibt es zwar, aber sie werden etwas überspitzt oder teilweise auch umschifft. Glee lebt zum großen Teil von seinen schrulligen, aber liebenswerten Figuren und abgesehen von Matthew Morrison als Lehrer Schuester sind die übrigen Darsteller fast gleichberechtigte Teile eines Ensembles. Gelungen ist auch der Schnitt, vor allem wenn mehrere Szenen ähnlicher Thematik nebeneinander gezeigt werden.

Den Hype um die Serie kann man aber nicht ganz nachvollziehen. Glee konnte zwar bisher vier Golden Globes und vier Emmys gewinnen, wirkt aber vor allem musikalisch etwas zu brav. Sicherlich kommt der Produktion zugute, dass es nichts Vergleichbares im US-Fernsehen gibt. Seit dem 17, Januar 2011 läuft Glee immer montags um 20:15 auf Super RTL. Die DVD zur ersten Hälfte der ersten Staffel erscheint am 15. April, die erste Soundtrack-CD am 18. Februar.

Fazit: Nettes Serienmusical, bei dem allerdings die Songs zu glatt klingen. 6 von 10 Punkten.

Marius Joa, 22. Januar 2011. Bilder: 20th Century Fox

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