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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 12. November 2017

Nun läuft auch die neueste Verfilmung von Agatha Christies Kriminalroman „Mord im Orientexpress“ in den Kinos, dieses Mal unter Regie von Kenneth Branagh, der auch die Hauptrolle spielt.

 

Spartacus: Blood And Sand

Von Todd Hirn. Publiziert am 15. August 2011

Herkömmliche US-Serien sind Ihnen zu langweilig? Zu fade, zu BLUTLEER? Dann wird es Zeit für Spartacus: Blood And Sand, eine in jeglicher Hinsicht krasse Serie aus den gleichen neuseeländischen Gefilden wie Hercules und Xena, nur nicht ganz so dämlich. Nicht ganz.

 

Spartacus: Blood And Sand
Splatter-Actionserie USA 2010. 13 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 663 Minuten (PAL-DVD). TV-Erstausstrahlung (Pay-TV): 15. Dezember 2010.
Mit: Andy Whitfield, John Hannah, Manu Bennett, Lucy Lawless, Peter Mensah, Nick E. Tarabay, Viva Bianca, Lesley-Anne Brandt, Jai Courtney, Erin Cummings u.a. Idee: Steven S. DeKnight.

 

Splattercus: Blut und Sex

Der thrakische Womanizer, der zum Hilfssoldaten Roms wurde. Der Hilfssoldat, der zum Gladiator wurde. Der Gladiator, der – ähem – was auch immer. Wider Erwarten befinden wir hier uns erneut nicht in einem Sequel zu Ridley Scotts propagandistischem Hysterien-Blockbuster Gladiator (2000). Stattdessen serviert der amerikanische Bezahlsender Starz (nein, das ist kein Schreibfehler, der heißt wirklich so) dem Publikum eine von (überwiegend) Brutalität und Sex nur so strotzende Serie, die allerdings weniger mit obigem Hollywoodfilm als vielmehr mit anderen Produktionen gemein hat.

Um 70 vor Christus. Die Römer führen Krieg gegen das Volk der Geter unter König Mithridates VI. Weil die Geter auch das Gebiet der Thraker bedrohen, lassen sich einige von deren Männer vom römischen Legatus Claudius Glaber (Craig Parker) als Hilfstruppen Roms anheuern, darunter auch ein namenloser Krieger (Andy Whitfield). Als jedoch Glaber seinen Teil der Anmachung nicht einhält und die Thraker Mithridates direkt in Kleinasien angreifen sollen, meutern sie. Der Namenlose flieht in sein Heimatdorf, zu seiner Ehefrau Sura (Erin Cummings). Nach heißem Sex werden die beiden jedoch von überraschend auftauchenden römischen Soldaten getrennt. Während seine Frau in die Sklaverei verkauft wird, erwartet den namenlosen Thraker der Tod in der Gladiatorenarena von Capua.

 This is Spartacus!

Zu aller Überraschung entgeht der Thraker dem Tod in der Arena, er metzelt seine vier Gegner nieder. Dies erweckt die Aufmerksamkeit von Quintus Lentulus Batiatus (John Hannah), dem Besitzer eines berühmten Ludus (Gladiatorenschule). Er kauft den Thraker und gibt ihm den Namen Spartacus. Als Neuankömmling, der bekanntlich nichts Wert ist, solange er seinem Besitzer nicht etwas einbringt, hat Spartacus unter den anderen Gladiatoren einen schweren Stand. Vor allem der aktuelle Champion, der stolze Gallier Crixus (Manu Bennett), hat nichts als Verachtung für den neuen „Kollegen“ übrig. Lediglich der blonde Varro (Jai Courtney), der sich freiwillig in den Gladiatorendienst verkaufen ließ, um seine Schulden zu bezahlen, freundet sich mit Spartacus an. In der Hoffnung mit seiner Frau wieder vereint zu werden, schließt Spartacus eine Art Deal mit Batiatus ab. Bringt der Neu-Gladiator seinem Besitzer genügend Geld und Ansehen, so verspricht der Römer nach Sura suchen zu lassen. Batiatus’ Ehefrau Lucretia (Lucy Lawless) ist Spartacus ein Dorn im Auge, bedroht er doch den Status ihres Favoriten und heimlichen Sexpartners Crixus. Und dann wäre da noch Illithyia (Viva Bianca), Gemahlin von Legatus Glaber, die mit ihrer Vergnügungssucht für Wirbel im Hause Batiatus sorgt. Nur eines von vielen Opfern, die Lucretia und ihr Mann zähneknirschend hinnehmen in ihrem Bestreben nach politischer Macht.

Vor der Adaption großer Fantasystoffe wie Der Herr der Ringe war Neuseeland im Bereich Film und Fernsehen vor allem für seine Trash-Serien Hercules (1995-1999) und Xena die Kriegerprinzessin (1995-2001) bekannt, die besonders durch dümmliche Plots und Treffen mit historischen Figuren fernab jeder zeitlichen Plausibilität auffielen. Mit Spartacus: Blood And Sand, nach einer Idee von Autor und Produzent Steven S. DeKnight (Buffy – Im der Dämonen, Angel – Jäger der Finsternis), liegt nun eine in den Filmstudios der Kiwis gedrehte Serie vor, die sich zumindest bemüht, ernsthafte TV-Unterhaltung für Erwachsene zu bieten.

Atmet die Handlung von Spartacus: Blood And Sand die Kompromisslosigkeit der hochwertigen HBO-Historienserie Rom, so wird in visueller Hinsicht der Stil der Comic-Verfilmung 300 verwendet. Die Kampfszenen werden mit viel CGI-Blut getränkt, vor allem wenn dem Gegner der Todesstoß versetzt wird. Dazu kommt der häufige Zeitlupen-Einsatz, der heutzutage auch nicht mehr neu ist. Im Grunde ist die Optik der Serie völlig künstlich, wurde doch komplett im Studio vor Greenscreen gefilmt. Die „Außenszenen“ wirken sehr unwirklich, so dass man Traum und Wirklichkeit innerhalb der Story nicht immer unterscheiden kann.

Der unwirklichen Inszenierung steht der Anspruch einer gewissen Authentizität der Macher um Produzent Robert Tapert (Hercules, Xena) gegenüber. Die Dialoge sind teilweise in einer wohl an die lateinische Satzstruktur angelehnten archaisch wirkenden Sprache. Dem gegenüber steht natürlich die ständige Verwendung diverser Kraftausdrücke. Irgendwie besteht die Produktion sowieso nur aus Szenen, in denen Blut fließt, Kraftausdrücke verwendet oder eben kopuliert wird. Da Spartacus: Blood And Sand wie andere Pay-TV-Serien nicht an die herkömmlichen Freigabestandards gebunden ist, gibt es hier nicht nur viel Splatter, sondern auch einige Sex-Szenen und generell viel Nacktheit. Das führte auch dazu, dass die Serie auch in Deutschland bisher nur bei RTL Crime (einem Pay-TV-Kanal) gesendet wurde.

Inhaltlich kann man den Drehbuchautoren um Serienerfinder Steven S. DeKnight eigentlich wenig Vorwürfe machen. 13 Folgen mit einer durchschnittlichen Länge von etwa 50 Minuten sind allerdings etwas zu viel, die Handlung der Staffel wird doch recht in die Länge gezogen. Es gibt vor allem zu viele Rückblenden bzw. Traumszenen mit Spartacus’ Ehefrau Sura. Man könnte meinen, diese dienen zum Großteil nur dem Zweck aus der Nebenrolle einen wichtigeren Part zu machen. Spätestens nach der dritten Szene dieser Art weiß auch der letzte Depp, dass der Titelheld seine Frau vermisst. 10 Folgen hätten es auch getan.

Etwas überraschend ist es, dass die Staffel mit den letzten vier Folgen richtig spannend und konsequent zu Ende gebracht wird. Spartacus: Blood And Sand hätte eine richtig gute Serie werden könne, die zwar nicht an die Klasse von Rom herangereicht, aber dennoch überzeugt hätte. Doch die vollkommen überstilisierte künstliche Inszenierung mit den redundanten Gewaltexzessen und den zum Teil albernen Sexszenen verhindert eine wirklich ernsthafte Atmosphäre. Außerdem wirkt die Musik von Komponist Joseph DoLuca, die zwischen Ethnogedudel, Ethnogeheule und plumpesten Hardrocksequenzen wechselt, zum großen Teil deplatziert. „Splattercus“ bietet mehr als die genannten Trash-Serien, zum authentischen Historiendrama fehlt aber noch einiges. Immerhin vermeidet man hier im Gegensatz zu Gladiator Anwandlungen von US-Patriotismus.

Die schauspielerische Leistung ist zu durchwachsen, um wirklich überzeugen zu können. Neben einem furios aufspielenden John Hannah (Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Die Mumie) als Batiatus sehen die anderen Darsteller eher blass aus. Hauptdarsteller Andy Whitfield bietet zwar physische Präsenz, leiert seine Zeilen aber meist lieblos herunter, wie auch die anderen Gladiatoren, wenn sie nicht in einem unverständlichen Akzent brabbeln. Das interessante an der Performance von Ex-Xena Lucy Lawless als Lucretia ist die Häufigkeit ihres Perückenwechsels und wie ausgefallen ihre Kostüme sind. Die Tiefe einer Atia von den Iuliern erreicht ihre Figur nie. Besonders nervig ist Viva Bianca als verwöhnte Feldherr-Gattin Illithyia.

Bereits vor der US-Premiere der ersten Folge wurde grünes Licht für eine zweite Staffel gegeben. Hauptdarsteller Andy Whitfield erkrankte jedoch an Lymphdrüsenkrebs. Um ihm Zeit für seine Genesung zu geben, wurde die Produktion der zweite Staffel verschoben und stattdessen eine sechsteilige Miniserie namens Spartacus: Gods Of The Arena als Prequel gedreht, die ab Januar 2011 auf Starz gesendet wurde. Zwischenzeitlich sah es so aus, als hätte Whitfield seine Krankheit besiegt, doch als er wieder erkrankte, entschloss man sich die Titelrolle neu zu besetzen. Seit April 2011 wird die zweite Season mit dem Titel Spartacus: Vengeance in Neuseeland gedreht. Den Spartacus spielt nun Liam McIntyre, der nach ersten Bildern seinem Vorgänger recht ähnlich sieht.

Die Free-TV-Rechte sichert sich übrigens Pro Sieben, wobei man sich fragen muss, wie viel man bei den einzelnen Folgen herausschneiden muss, damit man sie überhaupt nach 22:00 Uhr oder später senden darf. Und eigentlich genügt es ja, wenn man den Inhalt des Prequels und der kommenden zweiten Staffel bei wikipedia nachliest,

Fazit: Trotz guter inhaltlicher Ansätze ist „Splattercus“ wegen seiner völlig überstilisierten Inszenierung und durchwachsener Schauspielleistung nur mittelprächtige Genreware. Für Splatterfans und alle, die Lucy „Xena“ Lawless schon immer mal ziemlich nackt sehen wollten. 4 von 10 Punkten.

 

Batiatus und Lucretia

 

Crixus, der stolze Gallier

 

Heute schon gesplattert?

 

 

DVD-Features (UK-Import)

Sprache: Englisch
Untertitel: keine

Neben einem Making Of, in dem die Darsteller und Macher zu Wort kommen, bietet die DVD-Box weitere Featurettes und diverse Audiokommentare. Leider sind diese genau wie die Serie nicht untertitelt.

 

Todd Hirn, 15. August 2011. Bilder: Starz/Anchor Bay.

 

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