The Thursday Murder Club

In der Seniorenresidenz Coopers Chase trifft sich jeden Donnerstag eine kleine Gruppe, um gemeinsam Mordfälle zu lösen. Da wird der Miteigentümer der Residenz ermordet und den Bewohner*innen droht der Abriss ihres Heimes, in der Verfilmung des Bestseller-Romans The Thursday Murder Club von Richard Osman durch Chris Columbus (Kevin – Allein zu Haus, Harry Potter).  

The Thursday Murder Club
Krimi UK, USA 2025. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 118 Minuten. Starttermin: 29. August 2025.
Mit: Helen Mirren, Pierce Brosnan, Ben Kingsley, Celia Imrie, Naomie Ackie, Daniel Mays, Henry Lloyd-Hughes, Tom Ellis, David Tennant, Jonathan Pryce, Paul Freeman u.v.a. Nach dem Roman Der Donnerstagsmordclub von Richard Osman. Drehbuch: Katy Brand und Suzanne Heathcote. Regie: Chris Columbus.



Old people and cold cases

In der idyllischen Seniorenresidenz Coopers Chase. Die ehemalige Geheimdienstmitarbeiterin Elizabeth (Helen Mirren), der pensionierte Psychiater Ibrahim (Ben Kingsley) und der frühere Gewerkschaftsfunktionär Ron (Pierce Brosnan) treffen sich jeden Donnerstag, um bisher ungelöste Mordfälle aufzuklären. Weil ihr viertes Mitglied sich mittlerweile im Hospizbereich von Coopers Chase befindet sucht der „Thursday Murder Club“ nach einer Nachfolge und findet diese in der just eingezogenen Ex-Krankenschwester Joyce (Celia Imrie). Nach einem Disput der beiden Besitzer der Seniorenresidenz Tony Curran (Geoff Bell) und Ian Ventham (David Tennant) wird Tony ermordet in seinem Haus aufgefunden. Die Bewohner*innen von Coopers Chase bangen um ihre lieb gewonnenen Heimat, denn Ventham will den Friedhof und die Wohnanlage zu Gunsten von Luxuswohnungen abreißen.

Mit Hilfe der jungen Polizistin Donna De Freitas (Naomie Ackie) beginnen Elizabeth, Ron, Ibrahim und Joyce zu ermitteln. Hat Ventham seinen Geschäftspartner nach dem nicht zu überhörenden Streit getötet? Oder war es vielleicht der mysteriöse dritte Besitzer? Nur wird dieser seit Jahren vermisst und für tot gehalten. Eine knifflige Aufgabe für die vier rüstigen Detektiv*innen, die ja zudem noch einen Protest gegen Ian Venthams geplante Baumaßnahmen planen…  

Ibrahim, Elizabeth und Ron

Manchmal ist die Entscheidung sich einen spezifischen Film anzusehen für den anspruchsvollen Filmfan von diversen Abwägungen geprägt, bei welchen es Skepsis und Hoffnung auszubalancieren gilt. Bei The Thursday Murder Club verhielt es sich so. Dem Interesse wegen der Besetzung stand die negative Vorahnung, es würde sich lediglich um einen mit Stars aufgemotzten belanglosen Krimi im Stile unzähliger austauschbarer TV-Produktionen handeln. Dass ich der Verfilmung des Romans von Richard Osman doch eine Chance gegeben habe, bereue ich nicht. Denn auch wenn die Netflix-Produktion inhaltlich das Rad wahrlich nicht neu erfindet, so bietet er doch kurzweilige Krimi-Unterhaltung.

Star-Power ist kein sicherer Garant für Qualität, aber beim vorliegenden Film muss ich konstatieren, dass die Verpflichtung von Helen Mirren (Excalibur, Die Queen), Ben Kingsley (Gandhi, Hugo Cabret), Pierce Brosnan (James Bond von 1995 bis 2002;  Der Schneider von Panama) dann doch gut die halbe Miete abdeckt. Zudem gibt es mit der hierzulande weniger bekannten Celia Imrie (Best Exotic Marigold Hotel), Jonathan Pryce (Die Frau des Nobelpreisträgers, The Crown) und Naomie Ackie (The End of the F***ing World, Mickey 17) sowie den vor allem als Serien-Stars bekannten Tom Ellis (Lucifer) und David Tennant (Doctor Who, Good Omens) weitere hochkarätige britische Schauspieler*innen im Ensemble. Es hat mir wirklich Spaß gemacht, den rüstigen Rentner*innen bei ihren Ermittlungen zuzusehen. Vor allem die von mir sehr geschätzte Helen Mirren als gewiefte Elizabeth, deren früheres Tätigkeitsfeld lange noch im Unklaren bleibt, und Pierce Brosnan als lauter, energetischer Ex-Gewerkschaftler sowie Jonathan Pryce als Elizabeths demenzkranker Ehemann sorgen aus meiner Sicht für die darstellerischen Highlights.   

Das auf Basis von Osmans Roman durch Comedienne Katy Brand und Suzanne Heathcote (Killing Eve) verfasste Skript glänzt nicht unbedingt mit innovativem Storytelling oder besonders einfallsreichen Wendungen, macht seinen Plot aber auch nicht unnötig kompliziert oder allzu reißerisch. Ganz im Sinn des Untergenres „cozy crime“ werden ernste Thematiken zwar angerissen oder angedeutet, aber nicht wirklich so vertieft, dass es der Unterhaltung schadet. Man merkt, dass es sich bei Coopers Chase um eine Residenz für eher wohlhabende Senior*innen handelt, so idyllisch-bunt und heimelig sich die Szenerie gestaltet. Und in Person von Chris Columbus wird die gemütliche Krimikost von einem echten Routinier inszeniert.

The Thursday Murder Club ist seit dem 29. August 2025 Teil des Angebots von Netflix.

Fazit: Bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzter, unterhaltsamer Krimi über rüstige Rentner*innen auf Mördersuche. 7 von 10 Punkten.


Seniorenresidenz Coopers Chase
Constable Donna De Freitas und DCI Hudson



Marius Joa, 8. Januar 2026. Bilder: Netflix.


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