Das Fantasy Filmfest feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Zur Jubiläumsveranstaltung konnte ich leider nur zwei Filme gesehen. Der erste davon war The Fox, das Spielfilmdebüt des Australiers Dario Russo. Darin trifft ein Mann auf eine sprechende Füchsin, die ihm allerhand verspricht.
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The Fox
Fantasykomödie Australien 2025. 90 Minuten. Kinostart: unbekannt.
Mit: Jai Courtney, Emily Browning, Claudia Doumit, Damon Herriman, Zlatko Buric, Franke J. Holden, Heather Mitchell, Miranda Otto u.a. Mit den Stimmen von Olivia Colman und Sam Neill. Drehbuch und Regie: Dario Russo.

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„It is what it is.“
Eigentlich hat Nick (Jai Courtney) ein schönes Leben. Statt einem wirklichen Job genügt es wenn er öfter mal auf der großen Farm seines Vaters (Frankie J. Holden) aushilft. Und mit Tierarzthelferin Kori (Emily Browning) führt Nick eine scheinbar perfekte Beziehung. Nach seinem für sie überraschenden Heiratsantrag wird allerdings klar, dass Kori eine Affäre mit ihrem Boss, dem Tierarzt Derek (Damon Herriman), unterhält. Derek wiederum ist mit Koris Freundin Diana (Claudia Doumit) verheiratet. Auf der Suche nach dem tierischen Übeltäter, welcher sich an den Hühnern der Familienfarm vergreift, trifft Nick auf eine sprechende Füchsin (Stimme im Original: Olivia Colman). Nick ist drauf und dran zu schießen, doch das Tier verspricht ihm, dass Nick aus Kori die perfekte Frau machen kann, indem er sie im Wald in ein magisches Erdloch wirft…
Mit Ausnahme von 2021 besuche ich seit acht Jahren das Fantasy Filmfest im Herbst sowie ab 2022 auch öfter die beiden Nebenreihen White Nights (im Januar/Februar) und Nights (April/Mai). Das in sieben deutschen Großstädten (Berlin und Hamburg: 02. bis 09.09.2026; Köln, München und Stuttgart: 09. bis 16.09.2026; Nürnberg: 16. bis 23.09.2026; Frankfurt: 23. bis 30.09.2026) stattfindende Event für Werke aus den Genres Science-Fiction, Fantasy, Horror und mehr wird 2026 40 Jahre alt. Meine Vorfreude auf die diesjährige Ausgabe steigerte sich als ich erfuhr, dass mit The Fox das Filmdebüt von Dario Russo als Regisseur gezeigt wird.

Doch wer ist dieser Dario Russo eigentlich? Mit den amerikanischen Russo-Brüdern, zentrale Figuren beim Marvel Cinematic Universe und seit ein paar Jahren gut dabei Hunderte Millionen Dollar für Streamingdienste zu verpulvern, ist der Australier nicht verwandt, und braucht für seine Arbeiten alles andere als gigantische Budgets. Gemeinsam mit seinem Kreativ-Partner David Ashby und weiteren Studenten der Flinders University in Adelaide drehte Russo als Regisseur und Co-Autor Italian Spiderman. Der Fake-Trailer zu einem Film im Stil europäischer Superheldenfilme und B-Movies der 1960er ging 2007 auf Youtube (in den frühen Jahren der Plattform) viral und sorgte dafür, dass Dario und Co etwas Geld erhielten, um eine kleine Webserie mit dem von David Ashby gespielten Macho-Superhelden zu produzieren.
Als nächstes schufen Russo und Ashby die knallig-alberne, derbe und surrealistisch-campige Nazisploitationserie Danger 5 (Link führt zu den Einzelreviews aller Episoden auf meinem Blog). Darin kämpfen fünf internationale Agent*innen im Retrolook der 1960er (Staffel 1; 2011/12) bzw. 1980er Jahre (Staffel 2; 2015) gegen Hitler und seine finsteren Pläne. Leider war nach insgesamt 14 Folgen Schluss, wobei 2020 mit Danger 5: Stereo Adventures immerhin eine Hörspielserie bei Audible veröffentlicht wurde.
Fünf Jahre später feierte The Fox seine Weltpremiere im Oktober 2025 auf dem Adelaide Film Festival. Dario Russo, der neben Regie und Drehbuch auch Schnitt und Musik übernahm, mischt in seinem Langfilm-Debüt Motive japanischer und koreanischer Volksmärchen mit den Einflüssen seiner Kindheit und Jugend in den Adelaide Hills. Die titelgebende, sprechende Füchsin ist allerdings nicht das einzige magische Tier im Film. Denn gibt es noch eine sarkastische männliche Elster. Beide Wesen wurden nicht per CGI zum Leben erweckt, sondern als animatronische Puppen, was gut zum bisherigen Werk des Regisseur passt.
Ein Mann, der sich eine perfekte Frau „herbeiwünscht“, das klingt natürlich sehr nach der Prämisse des diesjährigen Horror-Kassenschlagers Obsession – Du sollst mich lieben von Curry Barker, den ich noch nicht gesehen habe. The Fox funktioniert allerdings fast ohne Horror-Elemente und positioniert sich deutlich als Komödie, die sich mit ihrer herrlichen Situationskomik und den teils aberwitzigen Wendungen überaus kurzweilig präsentiert. Keine einzige Szene oder Einstellung scheint zu viel. Die Laufzeit ist schlicht und ergreifend perfekt.
Dario Russo und sein Team gelang es zudem eine spielfreudiges Ensemble aus teils international bekannten australischen Schauspieler*innen zu versammeln. Jai Courtney, bisher überwiegend als tougher Typ in Actionrollen bekannt (Spartacus: Blood and Sand, Terminator: Genisys, Suicide Squad) darf hier den vertrottelten Hinterwäldler geben, während die zierliche Emily Browning (Sleeping Beauty, American Gods) erneut mit vollem Körpereinsatz zu Werke geht. Das „Liebesquartett“ komplettieren Damon Herriman (Charles Manson aus Mindhunter und Once Upon A Time in Hollywood) als Derek und Claudia Doumit (The Boys) in der Rolle von Diana. Kaum wieder zu erkennen ist Miranda Otto (Herr der Ringe) als Barkeeperin Liz.
Den ultimativen Besetzungscoup landete The Fox allerdings bei seinen tierischen Figuren. Die britische Oscar-Gewinnerin Olivia Colman (The Favourite, The Crown) spricht die listige Füchsin und als bissige Elster hören wir den kürzlich verstorbenen Neuseeländer Sam Neill (Jurassic Park, Merlin [1998]). Für eine deutsche Kinoauswertung wird es leider vermutlich nicht reichen, aber auf einen zeitnahen Streamingstart schon. Ich bin jedenfalls auf künftige Werke von Dario Russo gespannt.
Fazit: Ungemein spaßige und kurzweilige Mischung aus Beziehungskomödie und märchenhafter Parabel.
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Marius Joa, 24. September 2026.
Bilder: Protagonist Pictures/Causeway Films/Kojo Studios.


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